Beim Europameister von 2016 hängt viel von CR7 ab.

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Der Europameister von 2016 geht nicht als Favorit ins Rennen um den WM-Thron, das war aber schon vornherein klar. Dennoch kann das Team um Cristiano Ronaldo auch in Russland weit kommen, allerdings hängt das – noch immer – von der Form von CR7 ab. 

Qualifikation: In einer Gruppe mit der Schweiz gab sich der Europameister keine Blöße und qualifizierte sich mit neun Siegen und einer Niederlage für die WM – Dank eines Erfolgs am letzten Spieltag gegen die Eidgenossen. Die Truppe um CR7 weiß also, wie man mit Druck umgeht. Dem Superstar von Real Madrid gelangen dabei 15 Treffer. 

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Player to watch: Natürlich überstrahlt Cristiano Ronaldo alles. Er ist Kapitän, Anführer, Goalgetter, kurz das Herzstück der Selecao. Zwar gewann Portugal das EM-Endspiel 2016 auch ohne seinen Superstar, der verletzt frühzeitig raus musste, dennoch ist das Team noch immer ungemein abhängig von ihm. Allerdings hat er mit Bernardo Silva von ManCity inzwischen einen Spieler an seiner Seite, der auch mal den Unterschied ausmachen kann.

Youngster to watch: Andre Silva (22) traf in der Quali neun Mal, hat beim AC Milan aber keine überragende erste Saison hinter sich (24 Ligaspiele, zwei Treffer). Dennoch könnte er an der Seite von CR7 aufblühen, Potenzial ist in jedem Fall vorhanden. Mit Goncalo Guedes (21, FC Valencia) und Gelson Martins (23, Sporting) stehen zudem noch zwei weitere interessante Youngster im Kader des Europameisters. 

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Trainer: Fernando Santos ist vermutlich nicht das, was man gemeinhin als Menschenfänger bezeichnen würde. Der 68-Jährige lacht selten und gibt sich auf Pressekonferenzen auch nicht unbedingt als Entertainer, er macht einfach nur das, wofür er da ist: Er bringt Portugal den Erfolg. 2016 wurde man Europameister, ohne letztlich auch nur ein Spiel gewonnen zu haben. Er vermittelt dem Team um CR7 keinen Fußball mit Finesse, sondern „das, was man zum Gewinnen braucht“. Dass das nicht immer schön ist, weiß man inzwischen auch aus der Bundesliga.

Erfolge: Lange sehnte sich das melancholische portugiesische Volk nach einem sportlichen Ausrufezeichen. Seit Eusebio 1966, als man Dritter wurde, gab es lange Zeit nichts zu holen. Die Goldenen Generation um Luis Figo und Rui Costa schaffte es ebenfalls nicht – und so glich der EM-Gewinn vor zwei Jahren einer Vulkanexplosion, hatte man doch endlich den langersehnten großen Titel geholt. Bei der letzten WM schied man allerdings in der Vorrunde aus, 2010 war im Achtelfinale Schluss und 2006 unterlag man dem DFB-Team im Spiel um Platz drei.

Kuriositäten: Er wurde bei der EURO 2016 zum Youngster des Turniers gewählt, wechselte dann für 35 Millionen zum FC Bayern München – und ist jetzt, zwei Jahre später, ist er nicht mal nominiert. Renato Sanches stürzte nach seinem kometenhaften Aufstieg in den vergangenen zwei Jahren ab, schaffte bei den Bayern nicht den Durchbruch und scheiterte ebenfalls bei seiner Leihe zum FC Swansea. Nun kehrt er an die Säbener Straße zurück und wagt einen zweiten Anlauf.

Prognose: Vieles hängt natürlich wieder von Cristiano Ronaldo ab. Hat der 33-Jährige nach einer langen Saison bei Real Madrid noch die Körner, um auch bei der WM aufzutrumpfen und schaffte es Santos seine Truppe wieder so effizient wie 2016 einzustellen, dann kann es für Portugal durchaus weit gehen. Für den Titel aber wieder es letztlich nicht reichen. 

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Autor: Florian Schimak

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