Marokko

Foto: © imago / VI Images
Marokko ist erstmals seit 20 Jahren wieder bei einer Weltmeisterschaft vertreten. Trotz der Hammergruppe mit Portugal und Spanien rechnen sich die Nordafrikaner Chancen aufs Weiterkommen aus. Das liegt auch an der Struktur der Mannschaft, die fast komplett in Europa ausgebildet wurde. 

Qualifikation: Lange sah es so aus, als wenn Marokko es wieder nicht schaffen würde. Die Nordafrikaner waren zuletzt bei der WM1998 dabei. Doch mit einem 3:0 gegen Gabun am vorletzten Spieltag sicherten sie sich ein echtes Endspiel an der Elfenbeinküste. Dort gewann Marokko völlig überraschend mit 2:0 und sicherte sich damit das Ticket nach Russland. 

Comunio2018-Kader: Juves Verteidiger Mehdi Benatia und Hakim Ziyech von Ajax Amsterdam sind erwartungsgemäß die teuersten Akteure im Kader der Marokkaner. Beide kosten leicht über zwei Millionen. Die restlichen Stammspieler bewegen sich so um die Millionengrenze. Es sind also durchaus brauchbare Kaderauffüller dabei. Vor allem für den Start, denn da geht es gegen den Iran. 

Player to watch: Hakim Ziyech. Unser Marokko-Experte Hamadi Al Ghaddioui lobte ihn bereits in den höchsten Tönen: „Er ist ein super Fußballer, ein Linksfuß, von dem ich mir immer wieder Spiele anschaue. Ich glaube, er wird auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck bei der WM hinterlassen.“ Dabei wäre er fast gar nicht dabei gewesen. Erst im Laufe der Qualifikation baute Trainer Herve Renard den Linksaußen ins Team ein. Vorher hatte er trotz aller Klasse keine Verwendung für den Edeltechniker. Es gab eine Aussprache und seitdem läuft es auch im Nationalteam für den Ajax-Spieler. 

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Youngster to watch: Achraf Hakimi. Bereits mit 17 Jahren feierte der Außenverteidiger sein Debüt für die „Atlaslöwen“. Hakimi, der bei Real Madrid ausgebildet wird und auch einen spanischen Pass besitzt, hat sich gegen Ende der Qualifikation als Linksverteidiger fest gespielt, obwohl er eigentlich auf der rechten Seite zuhause ist. Der 19-Jährige kam in der abgelaufenen Saison auch mehrmals im Starensemble der Madrilenen zum Einsatz. Hier könnte eine große Karriere starten.

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Trainer: Wer regelmäßig den Afrika-Cup verfolgt, wird Herve Renard dort schon erblickt haben. Der Franzose ist seit Jahren in Afrika unterwegs, führte Sambia 2012 sensationell zum Sieg beim kontinentalen Turnier und wiederholte dies drei Jahre später mit der Elfenbeinküste. Renard lässt offensiv spielen, hoch pressen und ist taktisch variabel. In Qualifikation kassierte Marokko dennoch nur ein Gegentor, was für eine gute Balance spricht. Seine kurzen Abstecher in den Vereinsfußball waren dagegen nicht von Erfolg gekrönt. Zuletzt wurde er 2015 nach 14 Spielen beim LOSC Lille entlassen. 

Erfolge: 1976 wurde das Land Afrikameister, bei der WM kamen sie in vier Teilnahmen bislang einmal über die Vorrunde hinaus. Im Achtelfinale 1986 schied man nach einem späten Treffer von Lothar Matthäus knapp gegen die deutsche Mannschaft aus. Zuletzt waren sie 1998 dabei und schieden trotz vier Punkten in der Gruppenphase aus. Daran änderte auch ein starkes 3:0 gegen Schottland nichts. 

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Kuriositäten: 19 der 26 Spieler aus dem vorläufigen Aufgebot der Marokkaner sind nicht in Marokko geboren. Die meisten Spieler kommen dabei gebürtig aus Frankreich oder aus den Niederlanden. Keeper Bono ist in Montreal geboren. Al Ghaddioui erklärt sich das so: „Viele Nordafrikaner tendieren vielleicht eher dahin, für das Land ihrer Eltern zu spielen.“ So auch Schalkes Amine Harit, der zuvor noch U19-Europameister mit Frankreich wurde. 

Prognose: In einer Gruppe mit Spanien und Portugal braucht man eigentlich nicht von einem Weiterkommen ausgehen. Doch gerade Portugal ist sicher nicht unschlagbar. Der Europameister wären beim Turnier in Frankreich um ein Haar bereits in der Gruppenphase gescheitert. An einem außergewöhnlich guten Tag könnte für Marokko was gehen. Um weiterzukommen, ist allerdings ein Sieg gegen den Iran Pflicht. 

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Autor: Marc-Oliver Robbers

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