Iran

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Der Iran qualifizierte sich früh für die Weltmeisterschaft in Russland und hat sich hohe Ziele gesteckt. Doch in der hochkarätigen Gruppe B dürfte ein Weiterkommen schwierig werden. Für die Spieler könnte sich die große Bühne dennoch lohnen. 

Qualifikation: Insgesamt 18 Spiele musste der Iran bestreiten, um sein Ticket für die WM zu sichern. Dabei gab es nicht eine einzige Niederlage und nur fünf Gegentore. Als dritte Mannschaft nach Gastgeber Russland und dem fünfmaligen Sieger Brasilien war der Iran qualifiziert. 

Comunio2018-Kader: Alireza Jahanbakhsh und Sardar Azmoun sind die einzigen beiden Spieler, die aktuell mehr als eine Million wert sind. Jahanbakhsh wurde zuletzt Torschützenkönig in den Niederlanden, Azmoun zeigte sich für Rubin Kasan treffsicher. Ein Schnäppchen könnte Karim Ansarifard sein. Der Angreifer von Olympiakos Piräus kostet nur 740.000, wurde aber in unserem Interview von Mehdi Mahdavikia hervorgehoben.

Player to watch: Sardar Azmoun. Der Angreifer ist gerade einmal 23 Jahre alt, aber schon fünf Jahre Profi in Russland. Mit Rostov ärgerte er einst die Bayern in der Champions League und traf beim 3:2-Sieg. Azmoun wird in seiner zweiten Heimat besonders motiviert sein. Bei guten Leistungen könnte ein Wechsel in eine größere Liga winken. 

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Youngster to watch: Saeid Ezatolahi. Mit gerade einmal 21 Jahren ist er der jüngste Spieler im Kader der Iraner, hat aber dennoch schon einen Stammplatz inne. Trainer Carlos Queiroz baut auf Ezatolahi als Sechser. Was für Azmoun gilt, gilt auch für ihn. Aktuell spielt er für Amkar Perm in Russland, aber eine gute WM in seiner Wahlheimat könnte ihm andere Türen öffnen. 

Trainer: Carlos Queiroz. Bereits sieben Jahre steht der Portugiese im Iran in der Verantwortung. Der ehemalige Coach von Real Madrid und Manchester United hat Gefallen an der Entwicklungsarbeit gefunden und ist sehr beliebt im Land. Queiroz setzt auf eine eher defensive Taktik, aber der Erfolg gibt ihm recht. Entsprechend offensiv geht er das Turnier an, er möchte den Iran ins Achtelfinale führen. Sollte das gelingen, würde wohl auch einer Vertragsverlängerung nichts im Wege stehen. Aktuell stehen die Zeichen eher auf Abschied nach der WM, Queiroz liegt mal wieder mit dem Verband im Clinch. 

Irans Legende Mehdi Mahdavikia im Interview: "Wir haben Bayern geschlagen"
Mehdi Mahdavikia

Mahdavikia ist im Iran eine Legende. Der langjährige Bundesligaspieler über die Erfolge mit seinem eigenen Verein, die schlechte Talenteförderung in der Heimat und die Außenseiterchancen des Irans.

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Erfolge: Der größte Erfolg bei einer Weltmeisterschaft war bislang der 2:1-Sieg über die USA 1998. Unser Experte Mehdi Mahdavikia erzielte damals das 2:0. Es ist der einzige Sieg bei bislang vier WM-Teilnahmen. Dafür konnten sich die Iraner schon drei Mal zum Asienmeister küren. Der letzte Erfolg datiert da allerdings auch schon aus dem Jahr 1976. 

Kuriositäten: Ex-Bayern-Stürmer Ali Daei erzielte in 149 Länderspielen unglaubliche 109 Tore. Niemand weltweit hat häufiger für sein Land getroffen als Daei. Allerdings traf er nie bei einer Weltmeisterschaft. Cristiano Ronaldo, der sonst nicht weit entfernt ist, wenn es um Torrekorde geht, erzielte bei der gleichen Anzahl an Länderspielen „nur“ 89 Tore. 

Prognose: Auf dem Papier ist das Team Melli sicher die schwächste Mannschaft der Gruppe B. Allerdings muss der Abwehrriegel der Iraner erst einmal geknackt werden. Gelingt im Auftaktspiel gegen Marokko ein Sieg, dürfen sie vom Weiterkommen träumen. Realistisch ist aber Platz 4 in der Gruppe. 

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Autor: Marc-Oliver Robbers

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