Warum denn so grimmig? Leon Balogun ist bei der WM dabei!

Foto: © imago /Martin Hoffmann
WM-Quali, letzter Akt: Rund um den Globus sind die Tickets vergeben, die letzten Qualifikationsspiele für die Titelkämpfe in Russland sind gespielt. Wir sagen, wer in den letzten Tagen noch unterwegs war – und wie die Laune ist!

Voll dabei mit Nigeria:

Leon Balogun (FSV Mainz 05, 350.000, Abwehr)

Lust auf einen WM-Fahrer zum ganz schlanken Kurs? Dann lohnt der Blick nach Mainz: Leon Balogun führte seine Nigerianer im letzten WM-Qualifikationsspiel in Algerien sogar als Kapitän auf den Platz. Die Afrika-Qualifikationsgruppe D war da jedoch schon entschieden. Und der zweite Blick auf die Leistungsdaten des Innenverteidigers wirken dann auch leider schon deutlich weniger weltmeisterlich: Zwei Startelfeinsätze, zwei Einwechslungen, vier Punkte. Berauschend ist anders und es ist das Pech Baloguns, dass sich mit Abdou Diallo vom ersten Tag an ein saustarker Neuzugang neben 05-Kapitän Stefan Bell im Abwehrzentrum unverzichtbar gemacht hat. So kommt der WM-Fahrer eigentlich vor allem dann ins Spiel, wenn Trainer Sandro Schwarz auf eine Fünferkette setzt – wie gegen den FC Bayern. Und das sind in der Regel keine besonders punkteträchtigen Chancen. Prognose: Balogun darf sich in aller Ruhe auf die WM vorbereiten, wer seinen Kader mit WM-Fahrern schmücken möchte, sollte woanders zuschlagen.

Nicht dabei mit Demokratische Republik Kongo:

Marcel Tisserand (VfL Wolfsburg, 1.320.000, Abwehr):

Maximal ärgerlich: Trotz eines 3:1-Heimsieges gegen Guinea hat es für Marcel Tisserand und die Demokratische Republik Kongo nicht mehr zum Gruppensieg in der Afrika-Qualifikationsgruppe A gereicht. Den hat Tunesien mit einem 0:0 gegen Libyen nach Hause geschaukelt und fährt damit im kommenden Sommer nach Russland. Der Wolfsburger selbst lieferte 90 tadellose Minuten ab, muss die schlechte Laune aber bis morgen runter geschluckt haben. Denn dann empfangen seine Wölfe den SC Freiburg und wollen entgegen dem unheimlichen Remistrend mal wieder dreifach punkten. Ob mit oder ohne Tisserand? Während sich mit Jeffrey Bruma in der Länderspielpause ein neuer Kandidat für die Innenverteidigung zurück ins Schaufenster gestellt hat, dürfte Tisserand trotz zweier mäßiger Auftritte (jeweils -2 Punkte) wieder erste Wahl als Linksverteidiger sein.

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Nicht dabei mit der Elfenbeinküste:

Jean-Philippe Gbamin (FSV Mainz 05, 1.290.000, Mittelfeld):

Herbe Enttäuschung für den Mittelfeldmann aus Mainz: Obwohl Nationaltrainer Marc Wilmots Didier Drogba und Yaya Touré als Motivationshilfen zum Team geholt hatte, verpasste das Team der Elfenbeinküste den nötigen Heimsieg. Der hätte den Gruppensieg und damit das sichere Ticket nach Russland bedeutet. Stattdessen gibt es außer einer Menge Reisestress nichts, das Gbamin mit an den Bruchweg bringt. Dort immerhin hat er sich in der Mainzer Zentrale inzwischen nach seiner Verletzungspause neben Danny Latza wieder festgespielt. Und bis Samstag sollte genug Zeit sein, um sich von vielen Kilometern auf Luft und Erde und dem Nackenschlag wieder zu erholen.

Vielleicht dabei mit Peru?:

Claudio Pizarro (1. FC Köln, 2.080.000, Sturm):

Was für eine traurige Geschichte: Zum ersten Mal seit 36 Jahren wird Peru endlich wieder bei einer WM dabei sein – aber Claudio Pizarro, Publikumsliebling der Bundesliga, erfolgreichster ausländischer Torjäger der Ligageschichte und 85-facher Nationalspieler für den Andenstaat, wird nicht dabei sein. Pizarro, in seiner Heimat stets mehr umstrittene Figur als Liebling der Massen, wurde zuletzt Mitte 2016 für die Nationalmannschaft nominiert und war seitdem außen vor. In den Eliminatores, der südamerikanischen Ausscheidungsrunde, war er nicht mehr zum Einsatz gekommen. Und dennoch: „Das Ziel, für das wir jahrelang gearbeitet haben, wurde erfüllt! Wenn wir zusammen stehen , ist alles möglich! Glückwunsch Peru! Ich könnte die ganze Welt küssen“, twitterte der inzwischen39-jährige Stürmer in Diensten des 1. FC Köln – und hofft doch noch darauf, im Sommer als kickender Alterspräsident des Teams mit nach Russland zu fliegen. Und Grund zur Hoffnung besteht, denn Pizarro war für die Playoffs gegen Neuseeland immerhin auf Abruf nominiert Möglich gemacht hat das eine Dopingsperre gegen seinen ehemaligen Sturmkollegen Paolo Guerrero. Ein erstes Indiz, dass man ihn in der Heimat zumindest  noch als Backup auf dem Zettel hat. Keine Sekunde gespielt und doch bester Laune: Seinen Arbeitgeber wird es freuen!

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Autor: Till Erdenberger

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