Und sie können es doch: Die Bayern-Stars laufen ihre Runden!

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… musst du die Tabelle drehen! Wir haben sie gefunden: Die Statistik, in der die Bayern tatsächlich Letzter sind. Mit Abstand. Bevor Euphorie ausbricht: Dieser letzte Platz ist ein Beweis von Qualität. Natürlich.

Wir haben uns die Laufleistungen der einzelnen Teams angeschaut und dabei erstaunt festgestellt: Der Spitzenreiter hat ziemlich genau 200 Kilometer mehr in den Beinen, als der Rekordmeister. Wir präsentieren: Die laufstärksten und die – positiv gesprochen – ökonomischsten Mannschaften der Liga. Und halten fest: Laufleistung und Tabellenstand stehen nicht zwingend in einem Verhältnis zueinander.

Läuft nicht: Die lauffaulsten Teams der Liga

16. Platz: 1. FSV Mainz 05 (3219,70 km)

Jahrelang galt beim 1.FSV Mainz 05 – egal, ob unter Klopp, Tuchel oder Schmidt – der Grundsatz: Um ein Bundesligaspiel erfolgreich gestalten zu können, musste der ewige Underdog in zwei Kategorien dem Gegner überlegen sein: In der Zweikampfstatistik und in der Laufbereitschaft. Das war beides noch keine Garantie für einen Erfolg, aber die Voraussetzung. In diesem Jahr ist alles ein bisschen anders, denn das Mantra der einstigen Pressingmonster ist keines mehr. „115, 120 oder 125 Kilometer ist nicht so entscheidend. Wir schauen uns das Zahlenmaterial stattdessen detaillierter an als es öffentlich zugänglich ist“, verriet der neue Mainzer Trainer Sandro Schwarz der Frankfurter Rundschau in der Hinrunde. „Für den Fußball, den wir spielen wollen, sind die Sprints und die Laufdistanzen in Spielrichtung entscheidend. Und da sind wir gut mit Potential nach oben.“ Die Meter, die zu früheren Laufwerten fehlten, spare sich sein Team derweil beim defensiven Hinterherlaufen ohne Ball. Ein knappes halbes Jahr später weiß man: Das Konzept ist (bisher) nicht aufgegangen, Mainz 05 besitzt nicht die individuelle Qualität (oder Form) so konzentriert zu verteidigen, dass man es ökonomisch lösen kann. Tabellenplatz 16 in der Laufbereitschaft führte schnurstracks auf den „echten“ Relegationsrang.

Laufstärkster Spieler: Danny Latza (287,65 km, Platz 16 der (im Schnitt pro Spiel) laufstärksten Spieler der Liga)

17. Platz: FC Augsburg (3200,62 km)

„Das wird keine leichte Aufgabe. Das ist eine sehr gut zusammengestellte Mannschaft“, analysierte Jupp Heynckes vor dem Hinspiel gegen den FC Augsburg. Die Augsburger seien „ehrgeizig, sehr laufstark und aggressiv“. Mit „ehrgeizig“ und „aggressiv“ hatte der Trainerroutinier Recht, ebenso mit dem obligatorischen Hinweis, sein Team habe keine leichte Aufgabe vor sich. Mit der Augsburger Laufstärke hatte er sich aber vertan: Die Rosenauer sind in dieser Saison das zweitschwächste Team, wenn es alleine um die erlaufenen Kilometer geht. Und tatsächlich: Bei der folgenden 0:3-Niederlage spulten die Mannen von Trainer Manuel Baum mit 108,2 km nur 1,3 km mehr ab, als die mit Abstand „faulsten“ Spieler der Liga.

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18. Platz: FC Bayern München (3153,77 km)

Wer viel den Ball hat (im Schnitt 63,1%) kontrolliert das Spiel und muss weniger hinterherrennen, dazu kommt die unglaubliche Qualität des FC Bayern im „kleinen Spiel“ auf engem Raum, mit dem sie auch die tiefstehendste Abwehr jederzeit aushebeln kann: Lewandowski, Müller, Javi Martinez und Co. können schlicht andere Lösungen finden, als den Gegner per Konter und über lange Wege überrumpeln zu müssen. Entsprechend gering ist der läuferische Aufwand, den man in München betreiben muss. Entsprechend finden sich auch keine Spieler der FC Bayern in den Top30 der lauffreudigsten Spieler, dafür gleich fünf Verteidiger (Mats Hummels, Niklas Süle, Joshua Kimmich, Rafinha und Jérome Boateng) unter den Spielern mit den höchsten Passquoten. Mehr als ein Indiz dafür, mit welcher Präzision und Qualität das Team von Jupp heynckes Angriffe einleitet und aufbaut.

Laufstärkster Spieler: Joshua Kimmich (251,64 km, Platz 40)

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3. Platz: Bayer 04 Leverkusen (3319,89 km)

Da hat einer seinen Jungs aber mächtig Beine gemacht. Waren die Leverkusener 2016/17 mit Platz 11 noch ein überaus mittelmäßig laufstarkes Team, überzeugen die Jungs von Heiko Herrlich in dieser Saison läuferisch auf ganzer Linie. 3319,89 km nach 28 Spieltagen ist der drittbeste Bundesligawert. Eine Energieleistung, die Bayer nach einem schwachen Vorjahr zumindest bis zur Mitte der Rückrunde in den Dunstkreis der Champions League-Ränge geführt hat, auch wenn Leon Bailey und Co. im Endspurt ein wenig der Atem auszugehen droht.

Laufstärkster Spieler: Charles Aránguiz (241,96 km, Platz 7)

2. Platz: TSG Hoffenheim (3353,56 km)

Läuft bei der TSG Hoffenheim, zumindest in Kilometern gerechnet. Mit 3353,56 km ist das Team von Julian Nagelsmann zumindest in dieser Kategorie das zweitstärkste Team der Liga. Tabellarisch kann die TSG da mit aktuell Platz 7 nicht ganz mithalten, aber mit starken 18 Punkten aus den letzten acht Spielen ist man in Sinsheim wieder klar auf Kurs Europa. Die Laufstärke hat in Hoffenheim Tradition, schon im letzten Jahr war man mit im Schnitt 115 Kilometern pro Spiel eine der aktivsten Truppen, in dieser Runde hat man diesen Wert noch einmal deutlich (nämlich auf 119,77 km) gesteigert.

Laufstärkster Spieler: Kevin Vogt (275,41 km, Platz 33)

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1. Platz: SC Freiburg (3356,43 km)

„Sehr aggressiv“, „sehr laufstark“ – so hatte Bayern-Trainer Jupp Heynckes kürzlich den SC Freiburg unter Christian Streich analysiert. Als eine Mannschaft, die „mit begeisterung Fußball spiele“. Eine Analyse, die auch vom Datenmaterial gestützt wird: Mit 3356,43 gemeinsam erlaufenen Kilometern haben die Breisgauer um die besonders bewegungsfreudigen Janik Haberer und Robin Koch rund 200 Kilometer mehr auf dem Tacho als der damalige Gegner. Und auch Anfang März gewannen die Freiburger deutlich zumindest in dieser Statistik: 120,6 km zu 114,2 km. Alleine: Es hat nichts genutzt, die Bayern gewannen unangefochten die alles entscheidende Statistik mit 4:0.

Laufstärkster Spieler: Janik Haberer (308,95 km, Platz 9)

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Autor: Till Erdenberger

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