Tom Trybull, Özkan Yildirim, Florian Hartherz, Levent Aycicek oder auch Niclas Füllkrug. Im Kader von Werder Bremen tummeln sich viele Talente.  

Den Durchbruch schaffte an der Weser zuletzt aber kaum jemand mehr. In Champions-League-losen Zeiten sind die Bremer aber mehr denn je auf einen starken Nachwuchs angewiesen.

Werders neuer Sportdirektor Thomas Eichin schrieb sich daher zum Amtsantritt die Talente-Förderung ganz oben auf die Fahne. Die Verpflichtung von Trainer Robin Dutt war der erste Schritt. Auch im Unterbau gibt es strukturelle Veränderungen. Die U 23 gehört zukünftig komplett der Profiabteilung an. Mit Viktor Skripnik wurde dort ebenfalls ein neuer Trainer installiert. Zudem sind die Werderaner auf der Suche nach einem neuen Leiter des Nachwuchsleistungszentrums.

Auf dem Papier hat sich bereits viel getan, aber wie stehen eigentlich die Chancen der Talente, in der nächsten Saison den Durchbruch zu schaffen. Comunioblog beleuchtet die Situation der fünf Nachwuchskräfte.

Tom Trybull, 20, defensives Mittelfeld, 19 Bundesligaspiele

Der Mittelfeldspieler kam 2011 aus Rostock an die Weser und war primär für die Drittliga-Mannschaft eingeplant. Bereits in der Rückrunde kam er aber regelmäßig im Bundesliga-Team zum Einsatz. Eine langwierige Fußverletzung warf den gebürtigen Berliner allerdings zurück. Dadurch kam er erst in der Rückrunde abgelaufenen Saison wieder zu Einsätzen unter Thomas Schaaf. Bis ihn erneut eine Fußverletzung stoppte.

Viel wird nun davon abhängen, mit welchem System Dutt spielen lässt. Vertraut er, wie zu Freiburger Zeiten, einem 4-1-4-1 oder lässt er, wie in Leverkusen, ein 4-2-3-1 spielen. Bei zwei Sechsern besitzt Trybull durchaus Chancen, den Part neben Neuzugang Cedrick Makiadi zu besetzen. Zlatko Junuzovic könnte wieder offensiver agieren und den Posten von Kevin de Bruyne übernehmen. Neben Junuzovic und Makiadi kommen auch Clemens Fritz, Aleksandr Ignjovski, Felix Kroos und Philipp Bargfrede für die Position im defensiven Mittelfeld in Frage.

Özkan Yildirim, 20, offensives Mittelfeld, 8 Bundesligaspiele

Der Deutschtürke feierte in der vergangenen Rückrunde sein Debüt in der Bundesliga und deutete gleich sein großes Talent an. Lange sah es danach aus, dass Yildirim die Bremer verlassen würde. Hannover und Freiburg zeigten großes Interesse, aber der 20-Jährige entschied sich letztendlich doch für einen Verbleib an der Weser und dort könnte er zum Shootingstar der kommenden Saison werden.

Mit dem Abgang von de Bruyne ist eine Position in der Offensive vakant. Eljero Elia und Marko Arnautovic spielen nach ihrer Suspendierung erst einmal auf Bewährung und könnten noch abgegeben werden. Mehmet Ekici ließ in Bremen bislang alles vermissen, was im Profifußball gefragt ist. Der dribbelstarke Offensivspieler könnte daher durchaus eine Rolle spielen. Auch wenn eine weitere Offensivkraft kommen soll, wird Yildirim auf jeden Fall zu seinen Einsätzen kommen.

Florian Hartherz, 20, Linksverteidiger, 10 Bundesligaspiele

Der Linksverteidiger kam 2011 als Kapitän der Wolfsburger A-Jugend nach Bremen und konnte sich ähnlich wie Trybull gleich in der Rückrunde der Saison 2011/12 in die Mannschaft spielen. Zehnmal in Serie kam er zum Einsatz, aber dann nie wieder. In der letzten Saison blieb im nur die Regionalliga Nord. Im System Schaaf waren die Außenverteidiger immer stark gefordert. Eine Tatsache, die sich nicht immer positiv auf die Eindrücke der dort spielenden Akteure auswirkte.

Die Position bleibt weiterhin eine Baustelle im Team. Mit Lukas Schmitz, Ignjovski, Talent Cimo Röcker und Hartherz bewerben sich gleich vier Spieler um diese Position. Dabei dürften unter Dutt die Karten völlig neu gemischt werden. Röcker wird vornehmlich in der U 23 weitere Profi-Erfahrung sammeln, aber die drei anderen Spieler sind nahezu gleich auf.

Levent Aycicek, 19, offensives Mittelfeld, 0 Bundesligaspiele

Der kleine Dribbler hatte bislang eine Menge Pech. Mit einem Meniskusschaden fiel er fast die komplette Vorsaison aus. Erst im März konnte er sich in der A-Jugend-Bundesliga langsam wieder rankämpfen. Ohne die Knieverletzung wäre der hochtalentierte Offensiv-Allrounder vielleicht bereits Bundesliga-Spieler.

Das Zeug dazu hat er auf alle Fälle. Allerdings wird es für Aycicek in der kommenden Saison erst einmal darum gehen, sich im Profifußball zu etablieren. Das bedeutet vornehmlich die Regionalliga Nord. Für die Rückrunde könnte Aycicek aber durchaus jemand sein, der in der Bundesliga reinschnuppern darf.

Niclas Füllkrug, 20, Sturm, 23 Bundesligaspiele

Füllkrug ist der erfahrenste Akteur, der ganzen Bremer Youngster. Bereits 23-mal lief „Lücke“ in der Bundesliga auf. Zumeist allerdings als Flügelspieler. Dabei ist der 20-Jährige eigentlich in der Zentrale zuhause. Doch dort baut Werder aber auf Nils Petersen. Kein Problem für Füllkrug, der auch über die nötige Technik und Schnelligkeit verfügt, um auf dem Flügel klarzukommen. Zudem hat er sich mittlerweile einen bundesliga-tauglichen Körper antrainiert.

Der Stürmer verletzte sich allerdings in der Vorsaison am Knie und wird wohl mit Verspätung in die Vorbereitung starten. Dennoch könnte Füllkrug in der kommenden Saison den Sprung zum Stammspieler schaffen. Wie bereits geschrieben, ist die Zukunft von Elia und Arnautovic offen und selbst wenn ein weiterer Neuzugang kommen sollte, ist die Konkurrenz nicht übermächtig.

Der Kader von Werder Bremen

Autor: Marc-Oliver Robbers

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