Foto: ©imago/ Moritz Müller
Werder Bremen hat den besten Saisonstart seit 13 Jahren hingelegt und kann das vor der Saison festgelegte und durchaus ambitionierte Ziel „Europäischer Wettbewerb“ bislang mit Leistung untermauern. Doch wie nachhaltig ist der aktuelle Höhenflug und auf welche Bremer sollte man bei Comunio setzen? 

Viele waren erstaunt als Werder vor Saisonstart sehr offensiv als Ziel Platz 6 und die Qualifikation für die Europa League ausgab. Nach Jahren im Abstiegskampf kann so eine Aussage auch schnell nach hinten losgehen. 

„In den letzten Jahren hat der Anreiz gefehlt, erklärte Trainer Florian Kohfeldt seinerzeit die Beweggründe für die Zielgebung. „Da haben wir uns eher weiche Ziele gesetzt. Nichts, woran wir uns festhalten konnten. Das wird jetzt anders sein. Es ist schön, nach etwas zu streben, anstatt nur zu verwalten.“

Konkurrenz schwächelt – Werder liefert ab

Werder ist dabei durchaus bewusst, dass in einer normalen Saison viele Mannschaften aufgrund ihrer Möglichkeiten vor den Bremern stehen müssten, aber was ist in der Bundesliga schon normal? Die letzten Jahre haben gezeigt, dass bis auf Bayern, Dortmund und mit Abstrichen Leipzig keine Mannschaft in der Lage ist, die Doppelbelastung, die ein internationaler Wettbewerb mit sich bringt, zu stemmen. 

Auch in dieser Saison schwächeln bisher mit Schalke, Leverkusen und Hoffenheim drei Teams, die international vertreten sind. Natürlich lässt sich das nicht alles auf die Doppelbelastung schieben, aber es zeigt schon, dass die Konstanz bei den meisten Teams einfach nicht gegeben sind. 

Werder profitiert sicher davon, überzeugt aber in erster Linie durch Leistung. Nachdem das Auftaktprogramm sehr gütig mit den Norddeutschen war, mit Schalke gab es erst am 8. Spieltag einen Gegner, der in jedem Fall über Bremen anzusiedeln ist, folgen nun die Wochen der Wahrheit.

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Mit dem Sieg in Gelsenkrichen wurde das erste Ausrufezeichen gesetzt, nun folgen in den nächsten drei Heimspielen Leverkusen, Gladbach und die Bayern. Dazwischen geht es nach Mainz und Freiburg. An den drei letzten Spieltagen warten nacheinander Dortmund, Hoffenheim und Leipzig. 

Die wirklichen Prüfsteine kommen noch und doch strahlen die Bremer mittlerweile eine Reife und Stärke aus, die darauf schließen lässt, dass der aktuelle Erfolg kein Produkt der DFL-Spieltagsplaner ist. 

Stabiles Gebilde 

Werder kann sich auf eine starke Achse verlassen. Jiri Pavlenka (18 Comunio-Punkte, Platz 8 unter den Keepern) spielt erneut eine konstante Saison, wenn auch nicht so spektakulär wie im Vorjahr. Zuletzt hielt er seinen Kasten zwei Mal sauber. Die Viererkette, die bereits in der Rückrunde sehr konstant war, funktioniert weiterhin prima. Neben Abwehrchef Niklas Moisander (30 Punkte, Platz 12 unter den Verteidigern) hat sich Milos Veljkovic (22 Punkte) noch einmal gesteigert. 

Der Serbe hat durch seine WM-Teilnahme merklich einen Schritt nach vorne gemacht und auch Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie (Mit 37 Punkten, drittbester Bremer bei Comunio) präsentiert sich konstant wie nie zuvor. Gegenpart Ludwig Augustinsson (18) spielt beständig und ist trotz seiner ersten WM-Teilnahme in kein Leistungsloch gefallen. 

Das Prunkstück der Bremer ist aber das Dreiermittelfeld. Maximilian Eggestein (50 Punkte, Platz 7 insgesamt) dürfte bei den nächsten Länderspielen ziemlich sicher im DFB-Kader landen. Der 21-Jährige spielt herausragend und steht schon bei vier Saisontoren.

Rekord-Neuzugang Davy Klaassen (36 Punkte, Platz 8 unter den Mittelfeldspielern) hat sich als die Verstärkung herausgestellt, die sich die Bremer erhofft hatten. Der Niederländer bringt alles mit, was einen modernen Achter offensiv wie defensiv ausmacht. Auch er traf bereits zweimal in dieser Saison. Beide sind auch in der Top3 der Laufleistungen aller Bundesliga-Spieler. 

Die Spieler mit den meisten Comunio-Punkten in einem Spiel

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Giovane Elber | 4 Tore | 24 Punkte | 2. Spieltag 2002/03 | Bayern 6:2 Bielefeld

 

Auf der Sechs hat Werder gar ein Luxusproblem. Entweder spielt dort der zweikampfstarke Philipp Bargfrede (20 Punkte), der wie ein alter Traktor unermüdlich seine Kilometer abspult und Lücken schließt, oder es kommt Nuri Sahin (14 Punkte) in die Mannschaft, der vor allem durch sein starkes Passpiel jederzeit Gefahr bringen kann. 

In der Offensive läuft weiter alles über Max Kruse (42 Punkte, Platz 9 unter den Stürmern). Der Angreifer ist für die gegnerischen Verteidiger nur schwer greifbar und lässt sich immer wieder ins Mittelfeld fallen. Diese Räume nutzen dann die Achter oder eben die Flügelspieler, um in den Strafraum zu stoßen. Werder hatte schon neun unterschiedliche Torschützen in dieser Saison, nur der BVB ist noch weniger berechenbar (14). 

Noch Marktwertpotenzial vorhanden

Trainer Florian Kohfeldt hat eine große Auswahl in der Offensive, einzig Yuya Osako (25 Punkte) ist neben Kruse gesetzt. Um den anderen Platz kämpfen Florian Kainz (12), Martin Harnik (11) und der zuletzt ein wenig ins Hintertreffen geratene Milot Rashica (13). Dazu kommen mit Oldie Claudio Pizarro (16) und Youngster Johannes Eggestein (9) weitere hochkarätige Offensiv-Möglichkeiten, die vor allem bei einer Systemumstellung hin zu zwei zentralen Angreifern gefragt sind. 

Der Kader ist ausgeglichen und tief besetzt wie lange nicht mehr. Daher wäre es auch nicht verwunderlich, sollte Werder weiterhin oben mitspielen. Trainer Kohfeldt hat eine klare Vorstellung, die Spieler folgen ihm und haben von Spiel zu Spiel eine breitere Brust. Dieses erarbeitete Selbstverständnis könnte am Ende dafür sorgen, dass eben auch gegen Mannschaften, die auf dem Papier stärker sind, gepunktet wird. Schalke bekam dies zu spüren. 

Werder hat inzwischen die viertmeisten Punkte bei Comunio eingesammelt, aber ist beim Marktwert nur auf Platz 7. Es besteht also immer noch die Möglichkeit, vom Bremer Höhenflug auch finanziell zu profitieren. Wer die Stammspieler in seiner Mannschaft hat, macht ohnehin nichts verkehrt. 

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Autor: Marc-Oliver Robbers

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