Jobsharing: Bislang teilten sich Sahin und Weigl (r.) die Sechs.

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Auf der Pressekonferenz am Mittwoch vor der Partie gegen den VfB Stuttgart erklärt Peter Bosz, dass er in den nächsten Spielen auf der Sechs keine große Rotation mehr plane, sondern sich viel mehr auf einen Akteur festlegen wolle. Nun stellt sich die Frage: Julian Weigl oder Nuri Sahin?

Eigentlich ist Peter Bosz ja ein Verfechter der Rotation. Der Niederländer nutzt das Mittel gerne zur Belastungssteuerung, wie man inzwischen sagt. Heißt: Er gönnt seinen etablierten Spielern in nicht ganz so wichtigen Spielen gerne mal eine Pause, damit diese dann in den entscheidenden Partien fit sind.

Anfangs funktionierte das auch ganz gut, jeder der Akteure wollte sich dem neuen Trainer anbieten und beweisen, dass er auch für die wichtigen Partien einen Platz in der ersten Elf verdient hat. Für Spieler wie Mario Götze war diese Teamführung Gold wert, konnte so der lange nicht spielfähige Weltmeister an sein altes Niveau herangeführt werden.

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Auch für Julian Weigl war die Sache nach seinem Knöchelbruch eine gute Geschichte, konnte er sich doch so ohne sofortigen Druck die nötige Matchpraxis und Automatismen holen. Nun aber überraschte Bosz mit seiner Aussage am Mittwoch, dass er genau auf der Position vor der Abwehr „eine feste Aufstellung“ bevorzuge.

Also stellt sich nun die Frage: Wer bekommt den elementar wichtigen Platz auf der Sechs in Bosz‘ doktrinären 4-3-3-System? Es wird auf den Kampf zwischen Weigl und Sahin hinauslaufen, die sich in den letzten Monaten im Jobsharing den „Anker-Platz“ (kicker) teilten. Das soll nun ein Ende haben.

Aufgrund der Verletzung von Weigl, die er sich in der vergangenen Saison am letzten Spieltag zuzog, kam bislang Sahin auf mehr Einsatz Minuten (626 vs. 396). Weitere statistische Werte führte der „kicker“ am Donnerstag auf: Für Sahin spreche demnach bessere Offensivqualitäten (zwei Tore, Weigl: eines) und eine vorzeigbare Zweikampfbilanz (56 Prozent, Weigl: 44 Prozent). Weigl punkte in Sachen Passpräzision (88 Prozent, Sahin: 84 Prozent).

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Weigl kommt in sechs Partien auf bislang 24 Comunio-Punkte, Sahin absolvierte acht Partien und holte 54 Comunio-Zähler – also mehr als doppelt so viele. In Sachen Marktwert ist der deutsche Nationalspieler mit 5,05 Millionen aktuell noch die günstigere Variante (Sahin 6,62 Mio.).

Dennoch spricht aktuell wohl vieles dafür, dass Weigl am Freitag gegen den VfB Stuttgart beginnen wird und somit den Zweikampf für sich entscheiden wird. Dabei stellt sich die Frage, ob nicht beide sogar doch zusammen auflaufen können. Immerhin könnte Sahin auch auf der Acht spielen.

Problem aber hier ist, dass Bosz offensichtlich plant, Shinji Kagawa öfter zu bringen. Götze scheint aktuell eh gesetzt und so würden nicht nur Gonzalo Castro und Mo Dahoud in die Röhre schauen, sondern auch Sahin, der sich mit einem Bankplatz anfreunden müsste. Und dann gibt’s da ja auch noch Raphael Guerreiro, der nach seiner Verletzung auch wieder ins Team drängt und ebenfalls im zentralen Mittelfeld auflaufen könnte.

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Dass die Position des Anker-Platzers im BVB-System eine enorm wichtige ist, weiß man seit Amtsbeginn von Bosz. Vielmehr als ein Anker-Spieler, ist der Akteur im BVB-Spiel ein Anchorman. Also einer, der das Spiel lenkt, dirigiert, moderiert. Weigl spielte diesen Part in leicht differenzierter Form auch unter Ex-Coach Thomas Tuchel, unter dem Sahin gar kein Land sah. Beim neuen Coach überzeugte der Türke nun eigentlich und es gäbe an und für sich keinen Grund, ihn aus der Startelf zu nehmen.

Wenn, ja wenn der BVB mit Ausnahme des DFB-Pokalspiels gegen Magdeburg nicht seit Ende September auf einen Sieg warten würde. In dieser Partie begann Julian Weigl und gab den Anchorman – mal sehen, wer gegen den VfB die Ansagen macht.

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Autor: Florian Schimak

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