Sandro Wagner will zum FC Bayern wechseln

Foto: © imago / Sven Simon

Die Gerüchte gab es schon länger. Am Donnerstag aber bestätigte Julian Nagelsmann, dass Sandro Wagner im Winter gerne von der TSG Hoffenheim zum FC Bayern München wechseln würde. Finanziell wird man sich wohl einig werden, womit man sich nun die Fragen stellen muss: Kann Hoffenheim einen Sandro Wagner ersetzen?

Sandro Wagner will zum FC Bayern. „Das ist richtig, das wissen wir schon länger als gestern“, sagte Julian Nagelsmann am Donnerstag auf der PK vor der Partie der TSG gegen Eintracht Frankfurt: „Uns ist die Interessenlage des Spielers bekannt.“ Sollten sich die Vereine auf eine Ablöse einigen, wird Wagner die TSG im Winter in Richtung München verlassen.

Während die „Bild“ davon spricht, dass man im Kraichgau mindestens zehn Millionen für den Stürmer verlange, der im Sommer erst seinen Vertrag bis 2020 verlängerte, will der „kicker“ erfahren haben, dass Hoffenheim wohl mehr verlange. Auf irgendwas um die 15 Millionen wird man sich am Ende vermutlich einigen.

Aus Sicht des FC Bayern macht dieser Transfer mehr als Sinn. Spätestens seit der Verletzung von Thomas Müller und Robert Lewandowski war Rekordmeister auf der Suche nach einem Angreifer, der als Back up fungieren kann. Als zuletzt der Pole selbst den Verein dazu aufforderte, einen zweiten Stürmer zu holen, weil er die Belastung für sich als zu hoch ansieht, war klar, dass der FC Bayern im Winter handeln wird.

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Die Personalie Wagner war dabei nicht erst jetzt ein Thema – schon im Sommer hatten die Verantwortlichen über den Nationalspieler nachgedacht. Damals scheiterte die ganze Sache aber wohl am Veto von Carlo Ancelotti, der keinen weiteren Stürmer für nötig hielt.

Aus Wagners persönlicher Sicht, ergibt dieser Transfer auch durchaus Sinn. Seine Familie wohnt in Unterhaching, er selbst ist gebürtig aus München und mit bald 30 könnte das sein letzter großer Vertrag sein. Ob es sportlich clever ist, ein halbes Jahr vor der WM auf einen Stammplatz bei einem Europa-League-Teilnehmer und Spitzenteam in der Bundesliga zu verzichten und sich stattdessen mit Joker-Einsätzen beim Rekordmeister zu begnügen, dass bleibt abzuwarten.

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Natürlich wird es Stimmen geben, die ihn dafür kritisieren werden, dass er sich im besten Fußballalter auf die Bank beim FC Bayern setzt. Aber bei Sven Ulreich hätte man auch nicht gedacht, dass er mehr als zwei Spiele im Bayern-Dress machen werde. Zumal auch Nagelsmann Verständnis für Wagner zeigt: „Ich versuche, mich in die Lage der Spieler hineinzuversetzen. Da gibt es Momente, wenn ein 26-Jähriger kommt und zu einem direkten Konkurrenten möchte – da versuche ich schon, mit Argumenten dagegenzusprechen“. So der TSG-Coach.

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Als die Bayern 2013 unter Heynckes das Triple holten, war Mario Mandzukic Stammkraft im Sturm. Dahinter teilten sich Mario Gomez (!) und Claudio Pizarro (!) die wenigen Minuten auf dem Feld. Es ist aus Sicht der Bayern also nur sinnvoll, einen mehr als adäquaten Ersatz in seinem Kader zu haben – egal auf welcher Position.

Für die TSG Hoffenheim ist der Verlust allerdings mehr als bitter. Mit 46 Comunio-Punkte ist Wagner der der drittbeste TSG-Akteur und liegt auf Rang 12 im ligaweiten Stürmer-Rangking. Solch einen Mann kann man nur schwer ersetzten, zumal Nagelsmann in der Vergangenheit nicht nur die sportliche Wichtigkeit des Angreifers ausmachte, sondern auch dessen Einstellung und Mut, einmal anzuecken.

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Für den Coach ist seine Truppe noch zu nett – und nun verliert sie ihren einzigen „Bad Boy“. Sportlich können Spieler wie Andrej Kramaric, Adam Szalai oder Mark Uth Wagner vielleicht teilweise ersetzen, aber nicht als emotionaler Leader auf dem Platz.

Inwiefern die TSG schon einen Ersatz an der Angel hat, bleibt abzuwarten. Allerdings hat man nun noch genügend Zeit, den Markt zu sondieren, zumal wie anfangs schon erwähnt, die TSG bereits seit längerer Zeit von Wagners Absichten wussten.

Fest steht eins: Einen Typen wie ihn, wird man nur schwerlich wieder finden.

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Autor: Florian Schimak

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