Foto: © imago/ Sven Simon

Spätestens nach dem 23. Spieltag ist der VfL Wolfsburg endgültig im Abstiegskampf angekommen. Andries Jonker soll nun dafür sorgen, dass der Karren nicht komplett an die Wand gefahren wird. Auf welche Spieler vertraut der neue Coach dabei?

Nach dem 1:1 gegen den FSV Mainz lässt sich erst einmal festhalten: Allzu viele Experimente hat Jonker noch nicht gewagt. Das mag zum einen daran liegen, dass er sich erst in wenigen Trainingseinheiten einen Eindruck über die Form der Spieler verschaffen konnte, zum anderen stellte sich die Mannschaft durch die verletzungsbedingten Ausfälle von Diego Benaglio, Paul Seguin, Josuha Guilavogui und Christian Träsch praktisch von alleine auf.

Gomez und Jonker: Die perfekte Symbiose

Die größte Änderung gegenüber Ismael: Wie Comunioblog vorab vermutet hat, stellt Jonker von Dreier- auf Viererkette um. Rein personell dürfte das aber nur wenig Auswirkungen haben, denn Luiz Gustavo, von Ismael in die Verteidigung berufen, spielt jetzt einfach wieder auf seiner eigentlichen Position auf der Sechs. Einzig der junge Jannes Horn rotierte deswegen raus, weil Ricardo Rodriguez zurück auf seinem gelernten Arbeitsplatz auf der linken Seite ist.

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Die wichtigste Personalie aber vorab: Jonker baut, wie zu erwarten war, auf Mario Gomez. Genau wie Luiz Gustavo kennt er ihn noch bestens aus Zeiten bei Bayern München. Und Gomez, der gegen Mainz sonst zwar unauffällig agierte, zahlte das Vertrauen gleich mit einem Tor zurück. Die Symbiose Jonker/Gomez funktioniert ohnehin: Gleich zehn Treffer erzielte der Stürmer in den bisherigen sechs Spielen unter Trainer Jonker. Kurz: Er ist gesetzt.

Mayoral, Vieirinha und Gerhardt sind Verlierer

Zum Verlierer wird dadurch automatisch Boya Mayoral, der bei Ismael zuletzt noch die Nase vor Gomez hatte und jetzt wieder ins zweite Glied rückt. Selbiges gilt für Europameister Vieirinha. Auf der rechten Abwehrseite zieht Jonker hier erst einmal Jakub Blaszczykowski vor. Der machte seine Sache gegen Mainz solide, wenn auch unauffällig.

Zumindest in der ersten Hälfte ließ Jonker im 4-3-3 spielen. Auf der Acht neben Maximilian Arnold, der künftig übrigens wieder weit offensiver agieren wird, durfte Richedly Bazoer ran. Ob das Riesentalent etwa vom Niederlande-Bonus profitiert hat? Zumindest unter Ismael war der Neuzugang außen vor, durfte nach einer schwachen Partie gegen Hoffenheim, wo er schon in der Pause zum Duschen geschickt wurde, gar nicht mehr spielen. Und das was er gegen Mainz gezeigt hat, dürfte Jonker auch nicht wirklich zufrieden gestellt haben: Zu unsicher, teilweise fahrig und unkontrolliert wirkte der 20-Jährige in der so wichtigen Position im Zentrum.

Landsmann-Bonus für Bazoer?

Dass er trotzdem durchspielen durfte, spricht nicht unbedingt für Yannick Gerhardt. Gut möglich, dass Jonker seinen Landsmann Bazoer aber schon des öfteren bei Ajax beobachtet hat und die ungeahnten Talente kennt, die wohl in ihm Schlummern.

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Über die Systemfrage wird Jonker allerdings noch einmal resümieren müssen, schließlich ging die Idee mit Yunus Malli und Daniel Didavi als nominelle Außenstürmer nur bedingt auf. Beide ließen sich zwar immer wieder zurückfallen, fühlen sich aber grundsätzlich im Zentrum hinter den Spitzen viel wohler, besonders deutlich bei Didavi gegen Mainz zu beobachten. Ob es wirklich eine solide Lösung mit beiden Spielern gibt, für die im Grunde jeweils nur die Position zentral hinter den Spitzen in Frage kommt, dürfte eine der größten Herausforderungen Jonkers werden.

Bekommt Wollscheid noch eine Chance?

Bleibt noch die Frage nach der Innenverteidigung. Hier herrscht nach dem Ausfall von Jeffrey Bruma neben dem gesetzten Robin Knoche Personalnot. Gegen Mainz hatte Jonker keinen gelernten Innenverteidiger mehr auf der Bank. Statt Luiz Gustavo zurückzuziehen, brachte er Horn für die Linksverteidigung, Rodriguez rückte nach innen. Aufgrund dieser Mangelsituation wird es wohl alternativlos sein, den inzwischen in die U23 abgeschobenen Philipp Wollscheit (ja, er hat sogar mal für Deutschland gespielt!) zu reaktivieren. Der dürfte für aktuell 240.000 eine interessante Budget-Option darstellen.

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Autor: Karol Herrmann

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