Im Juli 2013 fragte Comunioblog, ob ein Transfer von Thiago Alcantara zum FC Bayern München überhaupt Sinn machen würde. Sieben Monate später blicken wir auf unsere Prognose zurück.

Es war dieser eine Moment, der die Zuschauer beim Spiel des FC Bayern gegen Eintracht Frankfurt ins Staunen versetzte. Thiago Alcantara steht am Mittelkreis, ein abgefälschter Ball trudelt aus einigen Metern Höhe auf ihn zu.

Für viele Spieler wäre aufgrund des erhöhten Schwierigkeitslevels wohl eine Annahme mit anschließender Ballsicherung die erste Option gewesen. Für Thiago nicht.

Direkt aus der Luft lässt er das Spielgerät gekonnt über den Spann rutschen, auf der linken Seite kann Mario Götze den brillant gespielten Pass sofort verarbeiten.

Keine Frage – nicht erst seit dieser Szene scheint Thiago Alcantara beim FC Bayern München angekommen.

Thiago beim FC Bayern angekommen

Sensationstreffer gegen den VfB Stuttgart, neuer Bundesligarekord in Sachen Ballkontakte gegen die Eintracht – und neuer Chef  im Spiel des Triple-Siegers? Immer mehr rückt Thiago in den Mittelpunkt.

Noch vor dem Transfer im Sommer 2013 versuchte Comunioblog zu analysieren, ob der junge Spanier bei der Mittelfeldbesetzung der Münchner überhaupt einen Mehrwert darstellen würde. Wir blicken zurück und schauen, was sich seitdem getan hat.

Thiago Alcantara und Bayern: Ist das notwendig?

Bahnt sich ein spektakulärer Wechsel an? Bayerns Coach Pep Guardiola spricht ungewohnt offen über seinen ehemaligen Schützling Thiago Alcantara. Er will den jungen Spanier - oder nichts.

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1. Frage aus dem Juli 2013: Ist Thiago Alcantara eine Verstärkung?

Kurz und knapp: Auch damals antworteten wir mit einem klaren Ja. Thiagos Klasse steht außer Frage, mittlerweile hat er sich in München akklimatisiert und ist erstmals in seiner Zeit beim FC Bayern topfit. In seiner momentanen Form wäre er wohl für jede Mannschaft der Welt eine Bereicherung – auch im zurzeit erfolgreichsten Team des Erdballs.

2. Frage aus dem Juli 2013: Stühlerücken und Konkurrenzkampf 2.0 durch Thiago?

Kurz nach dem Amtsantritt Pep Guardiolas war noch nicht ersichtlich, in welchem System er in die Saison gehen würde. Wir gingen von einem 4-1-4-1-System aus, in dem Mario Götze in vorderster Front eingesetzt wird.

Was allerdings keiner ahnen konnte: Die Umsetzung Philipp Lahms auf die Sechserposition provozierte eine völlig neue Ausgangsposition für das gesamte Mittelfeld der Münchner.

Toni Kroos, der bei vielen als einziger defensiver Akteur vor der Viererkette gehandelt wurde, agiert bis heute auf der Zehn oder Acht. Die Außen teilen Frank Ribery, Arjen Robben, Thomas Müller und Xherdan Shaqiri unter sich auf.

Zwar betonte Guardiola stets, Thiago könne im Mittelfeld jede Position bekleiden, allerdings bietet der 43-Jährige seinen Landsmann stets in der offensiven Zentrale auf – und schürt damit einen knackigen Konkurrenzkampf zwischen Kroos, Götze und letztendlich auch Mario Mandzukic.

Dass in diesem kurzem Abschnitt nicht einmal der Name Bastian Schweinsteiger fiel, zeigt, dass dem FC Bayern bei vollkommener Gesundheit aller Spieler so manch harte Entscheidung erst noch bevorsteht. Der Konkurrenzkampf 2.0. geht gerade erst los.

3. Frage aus dem Juli 2013: Würde die Verpflichtung des Spaniers Abgänge provozieren?

Comunioblog stellte sich die Frage, wie es bei einem Tranfer von Thiago Alcantara mit den Talenten Emre Can und Pierre-Emil Hojbjerg weiterginge.

Can sah in München vorerst keine Option mehr, auf Spielzeit zu kommen, und wechselte zu Bayer 04 Leverkusen – allerdings mit einem Rückkaufrecht für den FC Bayern. Hojbjerg hingegen blieb in der bayerischen Landeshauptstadt und hinterließ beim Trainer-Team einen guten Eindruck.

Luiz Gustavo warf das Handtuch und ging noch im Sommer zum VfL Wolfsburg. Auch, um die Chancen auf einen Stammplatz bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land Aufrecht zu erhalten.

Zudem scheinen die guten Leistungen Thiagos auch auf die jetzige Kaderplanung Auswirkungen zu haben. Die Verhandlungen Toni Kroos‘ mit dem FC Bayern liegen aufgrund unterschiedlicher Gehaltsvorstellungen auf Eis – eine Verbesserung der Verhandlungsposition würde aus Kroos Sicht erschwert, würde er von Alcantara in den nächsten Wochen dauerhaft verdrängt.

Schon bei Comunio? Nein? Dann aber schnell!

Autor: Sebastian Schramm

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