Viel mehr als der Gute Laune-Bär: Bremens Claudio Pizarro ist gut drauf

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Wer glaubt, dass Claudio Pizarro beim SV Werder nur als „Gute Laune-Bär“ unterschrieben hat, weiß es jetzt besser. Und in Nürnberg zeigt der zweite Anzug, dass er bereit ist für mehr. Zeigten: die Testspiele.

SV Werder Bremen – SV Meppen 5:2

Tore: 1:0 Pizarro (5.), 2:0 Osako (18.), 3:1 Hackethal (76.), 4:2 Sargent (82.), 5:2 Pizarro (90.)

Aufstellung: Plogmann – Rorig, Langkamp, Moisander (64. Dettki), Jacobsen – Şahin (73. Carneiro Alves), Klaassen, Osako (46. Engelhardt) – Kruse (64. Hackethal), Sargent, Pizarro

Comunio-Check: Gut, inzwischen trägt er die ungewohnte „4“ hinten drauf, aber eigentlich ist alles wieder wie immer, wenn Claudio Pizarro im grün-weißen Werder-Dress aufläuft: Er trifft und begeistert die Fans der Bremer. Der Länderspielpausentest gegen den Drittligisten aus Meppen war auf alle Fälle eine sportliche Kampfansage des Peruaners an seinen Trainer Florian Kohfeldt. Zwei Tore und zwei Vorlagen standen nach einem kurzweiligen Nachmittag für Pizza im Zeugnis. Bemerkenswert: Ein klassisches Torjägertor nach einem Blackout von Meppen-Keeper Domaschke in der 5. Minute, ein Kopfballtreffer unmittelbar vor dem Schlusspfiff – Pizarro ist fit für 90 Minuten. Sieht auch Kohfeldt so, der aber andere Pläne mit seinem Routinier hat: „Es macht einfach Spaß, ihm beim Fußballspielen zuzuschauen. Er hat die Qualität im Strafraum. Dieses Lauern macht ihn einfach aus. Ich will nicht ausschließen, dass er auch mal von Anfang an spielt. Der Effekt, wenn Claudio ins Spiel kommt, ist aber so stark, dass ich mir momentan nicht vorstellen kann, etwas anders zu machen.“ Pizza wird also weiter der Joker bleiben.

Und sonst? Starke erste 20 Minuten der Bremer, die es in der Folge schnell langsamer angehen ließen, ohne sich aber auch durch Meppener Pressingversuche in die Bredouille bringen zu lassen. In der zweiten Hälfte schlich sich eine Passivität ein, die dem Drittligisten zweimal den Anschlusstreffer – jeweils nach Hereingaben von außen – erlaubte. Aber dann war da ja noch Claudio Pizarro, der sich in der Schlussphase noch einmal der Sache annahm.

Dukla Prag – 1.FC Nürnberg 0:4 (0:2)

Tore: 0:1 Knöll (15.), 0:2 Kubo (18.), 0:3 Palacios (56.), 0:4 Rhein (86.)

Aufstellung: Bredlow (46. Mathenia) – Valentini (73. Goden), Margreitter (79. Medic), Mühl, Leibold (59. Bauer) – Erras (79. Jäger) – Kubo (46. Pereira), Behrens (59. Rhein), Fuchs (79. Tillman), Misidjan (46. Palacios) – Knöll (73. Engelhardt)

Comunio-Check: Das 17:1 im ersten Testspiel der Länderspielpause beim Bezirksligisten TSG 08 Roth war noch ein Muster ohne Wert, der zweite Vergleich brachte da schon mehr: Beim 4:0 gegen den tschechischen Erstligisten Dukla Prag präsentierte sich der Aufsteiger stark, Ersatzkeeper Christian Mathenia, der den Zweikampf um den Platz zwischen den Pfosten vor der Saison knapp verloren hatte, parierte einen Elfmeter.

„Wir haben ein starkes Spiel gezeigt. Wir hatten den Gegner im Griff und haben den Zuschauern schönen Angriffsfußball geboten. Die Tore waren schön herausgespielt“, resümierte Trainer Michael Köllner nach der Partie. „Die Mannschaft hat die Aufgabe hochkonzentriert angenommen. Ich bin sehr zufrieden.“ Im 4-1-4-1 angetreten, spielte sich die Mannschaft tatsächlich häufig aussichtsreich vor das Tor der Tschechen, Kubo und Knöll nutzten früh zwei Chancen zur Halbzeitführung, die auch noch deutlich höher hätte ausfallen können.

Und auch wenn es offensiv so schön anzusehen war und es schließlich auch noch zwei weitere Treffer zu bestaunen gab, stand der Gewinner des Tages aus Nürnberger Sicht in der zweiten Halbzeit zwischen den Pfosten: Christian Mathenia, vom HSV eigentlich mit dem Anspruch gekommen, als Nummer 1 zu spielen, vereitelte nicht nur eine Großchance der Prager, sondern hielt auch noch einen Elfmeter. Gute Eigenwerbung, sollte sich Konkurrent Fabian Bredlow im Ligaverlauf Schwächen erlauben.

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Autor: Till Erdenberger

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