Klare Tendenz in Wolfsburg: Maxi Arnold und Yannick Gerhardt könnten in der Bundesliga die Doppelsechs bilden.

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Wolfsburg, Hertha und Düsseldorf testeten halbwegs bis sehr ernsthaft, Eintracht Frankfurt gönnte sich ein Schützenfest. Gerade in Wolfsburg gab es interessante Personalien zu beobachten. Wir geben den Überblick.

VfL Wolfsburg – 1.FC Magdeburg 1:1 (1:0)

Tore: 1:0 Knoche (22.), 1:1 Beck (84.)

Aufstellung VfL Wolfsburg: Pervan – Verhaegh, Knoche, Franke (46. Ziegele), William (46. Jung) – Arnold (46. Seguin), Rexhbecaj – Stefaniak (64. Tachie), Gerhardt – Ginczek, Weghorst (79. May)

Comunio-Check: Das war mal ein echtes Testspiel im engeren Sinne. Durch die Verletzung seiner beiden Sechser Ignacio Camacho und Joshua Guilavogui muss sich Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia für seine Zentrale im kommenden Spiel etwas einfallen lassen. Dumm: Es kommen ausgerechnet die angeschossenen Bayern, der Versuch sollte also besser sitzen, sonst kann es schnell ungemütlich werden – und schon zu spät sein, ehe man regulierend eingreifen kann. Unter der Woche hatte Labbadia bereits die Doppelsechs als mögliche Option ins Spiel gebracht, gestern testete er gegen den Zweitligisten aus Magdeburg das Duo Yannick Gerhardt und Maximilian Arnold, das seine Sache überaus solide erledigte. Arnold, der in Abwesenheit von Guilavogui und Camacho die Kapitänsbinde trug, bereitete dazu auch noch per Freistoß den Führungstreffer durch Innenverteidiger Robin Knoche vor (22.). Der Coach dürfte zumindest kein Vertrauen in diese Lösung eingebüßt haben.

Im Sturm durfte Königstransfer Daniel Ginczek neben Wout Weghorst Werbung für sich machen, konnte dies aber nur bedingt tun. Der Stürmer arbeitete viel, war unterwegs und präsent und kam zu zahlreichen Chancen, ein Tor gelang jedoch nicht. „Es sollte heute nicht sein, normalerweise mache ich von den Dingern drei. Das ist bitter für mich und extrem ärgerlich. Gefühlt hätte ich noch zwei Stunden spielen können und hätte nicht getroffen. Es gibt solche Tage“, zeigte sich der 27-Jährige, der in dieser Saison erst einmal in der Startelf stand zerknirscht. „Es ist gut, wenn ein Stürmer Chancen hat“, war Labbadia einerseits angetan von seinem Schützling, schränkte aber auch gleich ein: „Schade, dass er sich nicht belohnt hat.“

SV Babelsberg 03 – Hertha BSC 1:4 (1:1)

Tore: 0:1 Selke (3.), 1:1 Dombrowa (30.), 1:2 Covic (72.), 1:3 Selke (86.), 1:4 Köpke (89.)

Aufstellung Hertha BSC: Klinsmann – Klünter, Luckassen, Lustenberger (70. Ernesto), Plattenhardt – Darida (70. Storm) – Esswein, Friede – Kiprit (70. Covic) – Selke, Köpke

Gute Nachrichten für Hertha-Trainer Pal Dardai: In der Offensive sitzt auch der zweite Anzug und scharrt ordentlich mit den Hufen. In Abwesenheit der beiden pausierenden Routiniers Salomon Kalou und Vedad Ibisevic konnte Davie Selke mit einem Doppelpack nachhaltig an sich erinnern. „Es ist schön für uns, dass er jetzt wie Vedad Ibisevic topfit ist. Dadurch können wir ein bisschen variabler spielen“, freute sich Dardai nach dem Spiel über seine neue Option, nachdem Selke aufgrund seiner schweren Lungenverletzung am Ende der Vorbereitung bisher in der Bundesliga noch nicht wirklich zum Zuge gekommen ist.

In der Defensive feierte derweil Vladimir Darida ein 70-Minuten-Comeback im Dress der Profimannschaft. Der Tscheche, der in Folge eines Knochenmarködems im Knie drei Monate lang ausgefallen war, kam vor der Abwehr zum Einsatz, ganz kurzfristig ist der Routinier aber noch keine Option. „Bei Vladi müssen wir erst mal abwarten, wie das Knie reagiert. Wenn alles okay ist, können wir langsam mit ihm planen, aber noch fehlt ein bisschen Spritzigkeit“, ordnete Dardai die Situation des Mittelfeldspielers ein.

 

VfB Hilden – Fortuna Düsseldorf 1:5 (0:3)

Tore: 0:1 Hennings (10.), 0:2 Ducksch (31.), 0:3 Stöger (35.), 0:4 Usami (51.), 1:4 Hellenkamp (64.), 1:5 Galle (68.)

Aufstellung Fortuna Düsseldorf: Theißen – Zimmermann (46. Bezerra Ehret), Bormuth, Bodzek, Kwadwo – Usami, Barkok, Stöger, Galle – Ducksch, Hennings (46. Kujovic) 

Comunio-Check: Naja… Für Begeisterungsstürme dürfte dieser Test bei Friedhelm Funkel nicht gesorgt haben. Der Fortuna-Coach hat sicher registriert, dass seine Stürmer die Gelegenheit nicht nutzen konnten, sich mit ordentlich Toren für den beginnenden Abstiegskampf warm zu schießen – die Gelegenheiten wären da gewesen. Zwar trafen sowohl Rouwen Hennings als auch Marvin Ducksch, vor allem letzterer ließ aber auch wieder Chancen liegen, die in der Bundesliga einfach sitzen müssen. Zu gut, zu konkurrenzfähig präsentiert man sich in der Liga, nur ist das am Ende wertlos, wenn dann die heraus gespielten Chancen nicht konsequenter genutzt werden.

Immerhin: Mit Aymen Barkok meldete sich ein Akteur wieder fit, der in dieser Saison verletzungsbedingt noch nicht zum Zuge gekommen ist.

FC Hanau 93 – Eintracht Frankfurt 0:13 (0:3)

Tore: 0:1 Knothe (31.), 0:2 Stendera (36.), 0:3 Hrgota (42., Foulelfmeter), 0:4 Hrgota (58.), 0:5 Hrgota (66.), 0:6 Hrgota (68.), 0:7 Haller (72.), 0:8 Hrgota (76.), 0:9 Hrgota (82.), 0:10 Willems (84.), 0:11 Willems (87.), 0:12 Hrgota (88.), 0:13 Hrgota (90.)

Aufstellung: Zimmermann (46. Wiedwald) – Müller, Knothe, Falette, Beyreuther – De Guzman (46. Haller), Fernandes – Stendera, Willems, Allan – Hrgota

Comunio-Check: Ein 13:0 ist natürlich ein Muster ohne Wert – oder? Branimir Hrgota würde da wohl heftig widersprechen, denn der in die „Trainingsgruppe zwei“ abgeordnete Stürmer, der hinter Rebic, Jovic und Haller keine Rolle mehr im Eintracht-Angriff spielt, ballerte sich ordentlich den Frust von der Seele. Achtmal traf der Schwede gegen den unterklassigen Nachbarn. Weniger Freude dürfte Adi Hütter an Jetro Willems gehabt haben: Hütter hatte den Holländer, gelernter Außenverteidiger, in der ersten Halbzeit probeweise auf die Zehn gestellt. Immerhin weiß man in Frankfurt jetzt: Jetro Willems ist kein Zehner, auch wenn der 24-Jährige das 2:0 durch Stendera mustergültig per tödlichem Pass vorbereitete.

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Autor: Till Erdenberger

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