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Fast aus dem Nichts kam die News am Wochenende um die Ecke. Sowohl Sebastian Rudy als auch Niklas Süle wechseln aller Voraussicht von der TSG Hoffenheim zum FC Bayer München. Vor allem der Rudy-Transfer dürfte ein eindeutiges Zeichen bei einer brisanten Personalie sein.

Als Karl-Heinz Rummenigge am Sonntag in Darmstadt in den Katakomben des Böllenfalltors auf die Transfers von Niklas Süle und Sebastian Rudy angesprochen wurde, wich er in gewohnter Manier aus. „Wir beim FC Bayern kommentieren keine Gerüchte, das wissen Sie doch“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Rekordmeisters. Dann huschte ihm ein verräterisches Lächeln über das Gesicht. Als der Reporter ihn darauf ansprach, konterte Rummenigge gekonnt und erklärte, dass er nach Siegen immer lächele.

Da auch Mats Hummels zu diesen Gerüchten kein vehementes Dementi durch die Mixed Zone in Darmstadt warf, sondern eher sogar befürwortete, dass des FC Bayern ja noch mehr deutschsprachige Spieler in seinem Kader haben müsste, kann man getrost davon ausgehen, dass die beiden Hoffenheimer im kommenden Sommer an die Säbener Straße wechseln werden.

Nun stellt sich die Frage nach dem Sinn. Denn gerade die Personalie Rudy überrascht doch auf den ersten Blick. Bei Süle hingegen scheint die Lage klarer, wollte der FC Bayern doch nur schneller sein als die Konkurrenz und den Olympiazweiten aus Rio für sich gewinnen, ehe die womöglich internationale Konkurrenz zuschlägt.

Martinez, Hummels, Boateng, Badstuber – und Süle?

Denn gerade auf der Innenverteidigerposition ist der amtierende Meister ja eigentlich bestens aufgestellt. Mit Hummels, Javier Martinez und Jerome Boateng ist man dort auf den ersten Blick hochkarätig besetzt. Mit Holger Badstuber schickt sich ein ebenfalls renommierter Abwehrmann nach vielen Verletzungen an, wieder zur alten Stärke zurück zu finden.

Warum also Süle holen? Und warum wechselt der Youngster aller Voraussicht nach ausgerechnet dort hin, wo die Konkurrenz am größten ist? Ein Grund könnte sein, dass Carlo Ancelotti Martinez im kommenden Jahr nicht mehr als Innenverteidiger einsetzen wird, sondern als alleinigen Sechser. Das hatte der Italiener in der Vergangenheit immer mal wieder angedeutet. Außerdem ist einer der bajuwarischen Abwehrrecken – so wie jetzt Boateng – immer mal für längere Zeit verletzt.

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Insofern ergibt dieser Transfer aus beider Sicht durchaus Sinn und die kolportierten 25 Millionen Ablöse sind zudem absolut marktgerecht. Eigentlich kann man den Bayern zu dem Transfer nur gratulieren, da man einen der wohl talentiertesten Innenverteidiger des Landes bekommt. Möglich ist zudem, dass Ancelotti kommenden Saison des Öfteren eine Dreierkette aufbieten möchte, womit in Süle den idealen Spielertypen dafür erhält.

Betrachten wir die Personalie Rudy, so wird sich der eine oder andere Fan des FC Bayern doch arg gewundert haben. Doch die Verpflichtung Rudys lässt darauf schließen, dass Kapitän Philipp Lahm seine aktive Karriere doch schon im kommenden Sommer beenden und auf den Posten des Sportdirektors wechseln wird. Ursprünglich war dieser Wechsel erst nach Ablaufen seines Vertrag 2018 angedacht.

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Der Ex-Stuttgarter Rudy ist vom Spielertyp nämlich eine Art Blaupause von Lahm. Zwar hat er nicht die Qualitäten des Weltmeister-Kapitäns, doch kann Rudy ebenso wie Lahm auf der Sechs, der Acht oder als Rechtsverteidiger eingesetzt werden und gilt ebenfalls als ballsicherer Akteur, der auf engstem Raum immer ein Lösung findet. Ähnlich wie Joshua Kimmich, der wohl Platz 1 in der Lahm-Nachfolge-Rangliste einnimmt. Außerdem kommt Rudy ablösefrei.

Ein weiterer Punkt, warum die Transfers für die Bayern so wichtig sind, ist die Rückkehr von Uli Hoeneß auf den Präsidentenstuhl. Dessen Wunsch war es schon jeher, dass die besten deutschen Fußballer beim FC Bayern spielen müssen.

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Mit Manuel Neuer, Kimmich, Boateng, Hummels und Thomas Müller stehen immerhin fünf Stammkräfte von Löw beim Rekordmeister unter Vertrag. Hoeneß‘ Traum vom FC Bayern Deutschland wird zwar wohl nie in Erfüllung gehen, aber dennoch werden wohl nun wieder vermehrt einheimische Spieler unter Vertrag genommen, nachdem man in Zeiten von Pep Guardiola die Hispanisierung beim FC Bayern immer mal wieder kritisierte.

Auch aus Comunio-Sicht ergeben beide Deal durchaus Sinn. So ist Süle nach Willi Orban und Hummels der drittbeste deutsche Abwehrspieler. Zudem schickt der Youngster sich an, seine beste Comunio-Runde zu spielen (bislang 88, nun schon 61).

Auch Rudy könnte seine beste Spielzeit ever hinlegen. 50 Zähler hat er bislang gesammelt, das sind fast doppelt so viele, wie im vergangenen Jahr insgesamt. Damit hat er genauso viele Punkte wie Kimmich und einen mehr als Lahm – wenn das man kein geeigneter Nachfolger/Backup im kommenden Jahr ist.

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Autor: Florian Schimak

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