Robert Bauer, Florian Kainz

Foto: © imago/DeFodi
Werder Bremen hat wieder mal wichtige Stützen verloren und sucht noch nach Verstärkungen. Dennoch ist auf vielen Positionen schon ein Konkurrenzkampf entbrannt. Comunioblog schaut sich mal die einzelnen Duelle an.

Innenverteidigung: Veljkovic vs. Caldirola vs. Verlaat vs. Neuzugang

Aktuell ist Niklas Moisander mit einem Muskelfaserriss außer Gefecht, aber der linke Innenverteidiger der Dreierkette ist nach aktuellem Stand genauso gesetzt wie Lamine Sane in der Mitte. Das führt dazu, dass es um den dritten Platz in der Kette einen Dreikampf gibt. 

Luca Caldirola ist aus dem Trio um Milos Veljkovic und Jesper Verlaat der erfahrenste und wohl auch der stärkste, aber hat als Linksfuß dennoch nur Außenseiterchancen auf einen Stammplatz. Trainer Alexander Nouri legt Wert darauf, dass hinten ein Linksfuß auch links spielt und ein Rechtsfuß eben rechts. Daher steht Caldirola eher in Konkurrenz mit Moisander und Sane. 

Bleiben noch Veljkovic und Verlaat. Der Serbe erkämpfte sich in der Rückrunde einen Stammplatz und machte seine Sache meist ordentlich, auch wenn er häufig noch ein wenig ungestüm daherkommt. Verlaat war dagegen im Vorjahr Leistungsträger in der U23 und soll nun immer näher an den Profikader herangeführt werden. 

Am Ende werden wohl beide auf der Bank sitzen, da Werder weiterhin auf der Suche nach einem Innenverteidiger ist. Auch wenn Werder auf der Position nicht Unmengen an Geld in die Hand nehmen wird, dürfte der Neue so viel Qualität haben, um die beiden Youngster auf die Bank zu verdrängen. 

Eine weitere Option, die sich im Trainingslager abzeichnet, ist die Versetzung von Robert Bauer nach innen. Der Außenverteidiger wurde zum Beispiel im Test gegen die Wolverhampton Wanderers als rechter Innenverteidiger getestet. 

Die zehn besten Bremer der Saison 16/17

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Platz 10: Lamine Sane, Abwehr, 53 Punkte in 27 Spielen, Bildquelle: Imago

Rechtsverteidiger: Bauer vs. Gebre Selassie vs. Kainz

Eine Umschulung Bauers würde Gebre Selassie sicher freuen, denn der Tscheche kämpft eigentlich mit dem Ex-Ingolstädter um die Position auf rechts. Im Vorjahr gingen sich beide noch häufig aus dem Weg, weil einer der beiden auf der linken Seite gebraucht wurde, aber mit der Verpflichtung von Ludwig Augustinsson haben die Bremer diese Lücke geschlossen. 

Bauer ist mehr der zuverlässige Abräumer, der mit seiner Mentalität die anderen mitreißen kann und defensive Stabilität ins Team bringt. Gebre Selassie hat gezeigt, dass er als Außenspieler in einem System mit Dreier- bzw. Fünferkette wertvoller ist als in der Viererkette. Hier kann der 30-Jährige, der unlängst seinen Vertrag verlängerte, mit seinen Flankenläufen Torgefahr erzeugen und auch selbst mit in die Spitze stoßen. Das führte immerhin zu drei Saisontoren. 

Ein weiterer Spieler, der von einer Umschulung Bauers profitieren würde, wäre Kainz. Der Österreicher, der erst im Laufe der Rückrunde ein Faktor bei Werder wurde, wurde zuletzt ebenfalls als Schienenspieler getestet. Dabei ist Kainz eigentlich eine Position weiter vorne zuhause. Diese gibt es aber im aktuellen Bremer System gar nicht. Daher spielte er schon im Vorjahr häufig einen verkappten Achter. Jetzt  darf er sich wieder auf einer neuen Position beweisen. 

Die besten Comunio-Österreicher aller Zeiten

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Platz 10: Markus Weissenberger (Arminia Bielefeld, Eintracht Frankfurt, 1860 München), 109 Punkte, Bildquelle: Imago

Defensives Mittelfeld: Bargfrede vs. M. Eggestein vs. Gondorf

Die dritte umkämpfte Position ist das defensive Mittelfeld. Wir gehen mal davon aus, dass Zlatko Junuzovic bleibt und als Kapitän gesetzt ist. Gleiches gilt für Thomas Delaney. Bleibt im 3-1-4-2 noch eine zentrale Position im Mittelfeld übrig und um die kämpfen in erster Linie Urgestein Philipp Bargfrede, Youngster Maxi Eggestein und Neuzugang Jerome Gondorf. 

Werders Ex-Trainer Viktor Skripnik sagte mal „Werder mit Bargfrede oder ohne Bargfrede – das ist schon ein Unterschied.“ Das Ganze lässt sich durchaus an Zahlen belegen, aber die überquellende Verletztenakte ist nun mal auch nicht wegzudiskutieren und so lässt sich mit dem 28-Jährigen nicht so wirklich planen. 

Ob Nouri die Meinung seines Vorgängers in der Form teilt, ist auch nicht bekannt, aber in Bestform ist Bargfrede definitiv eine Hilfe. Einen ausschließlich defensiv denkenden Sechser hat Werder sonst nicht. Eggestein dagegen gehört auch zu den Gewinnern der Rückrunde. Er will sich nun endgültig als Stammkraft etablieren und besitzt von allen Kandidaten wohl das beste Passspiel. 

Einer, der schon jetzt unterschätzt wird, ist Gondorf. In Darmstadt war er absoluter Führungsspieler und unermüdlicher Antreiber. Weil er aber kein Spieler aus einer deutschen Hochglanz-Akademie ist und dazu noch von einem Absteiger kommt, trauen ihm viele den Sprung zu einem etablierten Bundesligisten nicht zu. Sportchef Frank Baumann sagte schon bei der Vorstellung, dass er einer ist, „der mehr Einsatzzeiten bekommt als vielleicht der ein oder andere vermutet.“

Bei diesem Dreikampf sollte man aber auch Kainz nicht abschreiben. Der Österreicher kommt zwar nicht als Sechser in Frage, aber wenn Delaney defensiver agiert, könnte Kainz auch einer der beiden Achter sein. 

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Autor: Marc-Oliver Robbers

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