Aktuell ziemlich ratlos: Der VfB Stuttgart

Foto: © imago / Sven Simon
Noch ist alles eng beisammen im Keller, auch wenn die ersten schon die Nerven verloren haben: Wir sehen mal nach, wer nach der Pause einen Kickstart hinlegen könnte – und mit wem ihr profitieren werdet.

18. VfB Stuttgart (5 Punkte)

Die nächsten Spiele: Dortmund (H), Hoffenheim (A), Frankfurt (H), Nürnberg (A), Leverkusen (A)

Einschätzung: Schon nach sieben Spieltagen ist der Trainer weg, der die Schwaben mit einer sensationellen Rückrunde in der vergangenen Saison beinahe noch in die Europa League geführt hätte: In Stuttgart muss intern doch einiges in Scherben liegen, wenn man sich so sicher ist, dass so schnell ein neuer Coach her muss. Der erschreckend mutlose Auftritt beim seinerzeit Tabellenletzten Hannover 96, als Korkut seine Elf nur mit zwei echten Offensivkräften aufs Feld geschickt hatte, hat offensichtlich auch die letzten Zweifel daran zerstört, den vor der Saison mit Daniel Didavi, Gonzalo Castro, dem wiederverpflichteten Holger Badstuber und dem teuren Argentinier Nicolas Gonzales hochkarätig und ambitioniert verstärkten Kader weiter vom Deutsch-Türken bearbeiten lassen zu dürfen.

Nun darf also ein neuer Mann ran, den es in der Länderspielpause noch zu finden gilt. Aber egal, ob der Markus Weinzierl, Andreas Hinkel oder wie auch immer heißen wird: Mit Dortmund (H) und Hoffenheim (A) wartet ein schweres Auftaktprogramm, danach kommen mit Frankfurt und Nürnberg zwei Spiele, in denen – komme was wolle – gepunktet werden muss, will man sich nicht bis zur Winterpause ganz tief im Keller einrichten. Immerhin steht mit Didavi nach der Länderspielpause ein wichtiger Spieler wohl wieder fit parat, der zuletzt angeschlagen und unter Schmerzen auflaufen musste.

Comunio-Hoffnung: Beim teuren Neuzugang Nicolas Gonzales stimmt noch nicht viel, vor allem beim kuriosen 2:1 gegen Werder Bremen schoss der Argentinier eine ganze Reihe Fahrkarten, was sich beinahe gerächt hätte. Dabei hatte der 20-Jährige in der Vorbereitung noch alle verzückt, Fans wie Trainer. „Dank“ der langwierigen Verletzung von Anastasios Donis könnte Gonzales beim Neuanfang unter einem neuen Trainer wieder eine Rolle spielen. Platzt der Knoten, könnte der Angreifer für wichtige Momente neben Mario Gomez sorgen. „Es kommt immer darauf an, wie man mit so etwas umgeht, was man daraus lernt und mitnimmt. So wie ich ihn charakterlich einschätze, wird er einiges mitgenommen haben“, beschrieb Tayfun Korkut das Unglücksspiel seines ehemaligen Schützlings. Nun wird der geschasste Korkut nicht mehr von den neuen Erfahrungen profitieren können, wagemutige Comuniomanager aber vielleicht schon.

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17. Fortuna Düsseldorf (5 Punkte)

Die nächsten Spiele: Frankfurt (A), Wolfsburg (H), Mönchengladbach (A), Hertha BSC (H), München (A)

Einschätzung: Der Aufsteiger präsentiert sich eigentlich überraschend gut und voll konkurrenzfähig, in den bisherigen sieben Spielen war man nur einmal tatsächlich chancenlos unterlegen (beim 0:3 gegen den Mitaufsteiger aus Nürnberg). Was eigentlich ein Grund zur Freude sein müsste, lässt tatsächlich die Alarmglocken schrillen: Die Punkteausbeute ist dafür zu gering. Fünf Punkte haben die Rheinländer gesammelt, acht oder mehr hätten es sein können, fünf Tore sind die zweitschwächste Ausbeute der Liga. (Der FSV Mainz 05 hat mit vier Toren allerdings schon neun Punkte geholt.) Nur ein Punkt aus den letzten vier Spielen sind ein veritabler Abwärtsstrudel, in den der Aufsteiger geraten ist. Offensiv reiben sich Marvin Ducksch und Rouwen Hennings auf, treffen aber nicht, dasselbe gilt für Benito Raman. Der überraschend stark in die Saison gestartete Dodi Lukebakio ist inzwischen wieder untergetaucht.

Das Team von Friedhelm Funkel muss die guten Spiele jetzt langsam zu Zählbarem veredeln, sonst wird es schnell finster, denn die schlechten Spiele verliert man sowieso, dafür gibt der Kader zu wenig her. Gelegenheit gibt es nach der Länderspielpause in Frankfurt und daheim gegen Wolfsburg, danach wird es in Mönchengladbach, daheim gegen Hertha BSC und in München richtig knackig, da warten selbst mit Topleistungen nicht allzu viele Punkte.

Comunio-Hoffnung: Die Defensive holt in Düsseldorf die Punkte, das gilt vor allem für Comunio. Mit Kaan Ayhan und Matthias Zimmermann stehen zwei Fortuna-Verteidiger unter den zehn besten der Liga. Vor allem Ayhan ist ein echter Punktehamster. Entsprechend ist der türkische Nationalspieler mit 4.360.000 schon lange kein Schnäppchen mehr.

Bei der Fortuna hoffen sie allerdings viel mehr darauf, dass bei einem der Stürmer endlich der Knoten platzt. Interessant für Comuniomanager: Sowohl Rouwen Hennings (19) als auch Marvin Ducksch (18) punkten solide durch, Hennings ist der Elfmeterschütze des Aufsteigers (und traf auch schon vom Punkt in dieser Saison). Geht der Knoten bei einem von beiden auf, werden Hennings (2.470.000) und Ducksch (2.810.000) im Wert steigen. Solange hamstern sie sich ihre Punkte auf niedrigerem Niveau, aber doch zuverlässig zusammen.

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16. Hannover 96 (5 Punkte)

Die nächsten Spiele: Leverkusen (A), Augsburg (H), Schalke (A), Wolfsburg (H), Mönchengladbach (A)

Einschätzung: Wären allein die erzielten Tore maßgeblich, hätte Hannover 96 keine Sorgen: Acht Tore würden zu einem gemütlichen 12. Tabellenplatz reichen, 14 Gegentore sind jedoch der zweitschlechteste Wert der Liga. Der Abgang von Abwehrchef Salif Sané gen Gelsenkirchen wiegt wie erwartet schwer und konnte noch nicht vollständig kompensiert werden. Entsprechend dauerte auch bis zum siebten Spieltag, ehe André Breitenreiter und Co. endlich den ersten Saisonsieg bejubeln durften – und nach dem desaströsen 1:4 in der Vorowche in Frankfurt schnell wieder die Rote Laterne abgeben durften.

Nun sollte man den jüngsten Aufschwung mit dem überlebenswichtigen Heimerfolg gegen den VfB Stuttgart nicht überbewerten, zu harmlos und ängstlich präsentierten sich die Schwaben. Das anstehende Programm lädt dann auch nicht so wirklich dazu ein, einen Aufwärtstrend einzuleiten. In Leverkusen und auf Schalke warten schwere Aufgaben, in Mönchengladbach kann man gut und gerne unter die Räder kommen. Und wenn der furiose Alfred Finnbogason am 9. Spieltag auf die anfällige 96-Defensive trifft, ist alles möglich. Tendenz: Hannover 96 wird sich im kommenden Fünferblock kaum freischwimmen können.

Comunio-Hoffnung: Klar, Niclas Füllkrug ist die unangefochtene, unbestrittene Nummer 1 im 96-Sturm, auch wenn beim 25-Jährigen, für den Borussia Mönchengladbach knapp 20 Millionen Euro hinlegen wollte, in dieser Runde noch Luft nach oben ist. Daneben hat sich jetzt aber mit dem seit längerem uneingelösten Versprechen Bobby Wood eine zweite Kraft etabliert. Der Neuzugang vom HSV traf zweimal im so wichtigen Heimspiel gegen den VfB Stuttgart und dürfte sich damit nach der bisherigen „On/Off-Spielzeit“ mit vielen Ein- und Auswechslungen erstmal einen Platz neben Füllkrug gesichert haben. Mit knapp 1.900.000 ist der US-Boy derzeit noch ein Schnäppchen, sollte die Entwicklung weiter nach oben gehen.

Außerdem erhoffen sie sich in Hannover jetzt wieder Großes von Ihlas Bebou. Der laufstarke Flügelmann erzielte nach ewiger Durststrecke gegen den VfB ebenfalls endlich wieder sein Tor und könnte als dynamischer Flügelflitzer vor der Dreierkette für richtig Betrieb sorgen. 

„Ich habe ihm vor dem Spiel gesagt, dass die Situationen kommen werden – und in der zweiten Halbzeit waren sie da, wo er die Räume auf den Außen-Positionen findet. Wo er durch Flankenläufe gefährlich werden kann, aber auch selbst torgefährlich wird, indem er sich einschaltet von der Position aus“, beschreibt 96-Trainer Breitenreiter die Aufgabe des Togolesen. „Er hat das in den vergangenen Spielen über die Seite schon gut gemacht, und diesmal hat er sich auch mit einem Tor belohnt.“ 

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Autor: Till Erdenberger

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