Yunus Malli und Ridle Baku sind Tabellennachbarn

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Zufriedenheit über den Saisonstart dürfte in Mainz, Wolfsburg und Frankfurt herrschen, man bewegt sich – Stand: jetzt – in geordneten Verhältnissen. Ein Blick auf den Spielplan lässt erahnen: Das wird nicht ewig so bleiben.

9. VfL Wolfsburg (9 Punkte)

Die nächsten Spiele: FC Bayern München (H)Fortuna Düsseldorf (A), Borussia Dortmund (H), Hannover 96 (A), RB Leipzig (H)

Einschätzung: Nach der turbulenten Vorsaison, in der der VfL Wolfsburg den Gang in die Zweitklassigkeit erneut nur durch eine erfolgreich durchzitterte Relegation abwenden konnte, ist man dieses Jahr heilfroh, dass Bruno Labbadia offensichtlich endlich eine stabile Truppe zusammen gezimmert hat, die mit dem Abstieg erstmals seit Jahren wohl nichts zu tun haben wird. Oder etwa doch? Nach einem fulminanten Saisonstart mit sieben Punkten aus den ersten drei Spielen, kehrte sich der Trend zuletzt um – mit zwei Punkten aus den folgenden vier Spielen. Wo geht also die Reise für die Niedersachsen hin? Das entscheidet sich in den nächsten fünf Spielen, denn in diesem Block warten mit Fortuna Düsseldorf und Hannover 96 zwei Teams, die man eigentlich schlagen muss, wenn man sich komfortabel in oberen Teil des Mitteldrittels einrichten möchte, denn zuhause empfangen die Wölfe mit den wütenden Bayern, dem BVB und RB Leipzig mächtig dicke Brocken, die die Innenverteidigung mit Knoche und Brooks vor spannende Aufgaben stellen wird. 

Comunio-Hoffnung: Als einer der ersten Einwechsler wenn es haarig wird, hat sich zu Saisonbeginn Admir Mehmedi etabliert. Dreimal kam der Schweizer zu Saisonbeginn rein, beim dritten Einsatz traf er gegen Hertha BSC, durfte dann gleich in der Startelf bleiben und netzte direkt wieder ein, diesmal gegen den SC Freiburg. Diese Miniserie brachte dem 27-Jährigen zweimal einen Platz in der Managerspiel-„Elf der Woche“ ein, bevor sie dann durch Verletzung jäh gestoppt wurde. Inzwischen ist der Offensivspieler nach zweiwöchiger Pause wieder im Training und bereit, dem Angriffsspiel der Wölfe noch kurz vor knapp ein paar wichtige Impulse zu geben.

Testspiele am Donnerstag: Dreimal Ernst, einmal Spaß
Klare Tendenz in Wolfsburg: Maxi Arnold und Yannick Gerhardt könnten in der Bundesliga die Doppelsechs bilden.

Wolfsburg, Hertha und Düsseldorf testeten halbwegs bis sehr ernsthaft, Eintracht Frankfurt gönnte sich ein Schützenfest. Gerade in Wolfsburg gab es interessante Personalien zu beobachten. Wir geben den Überblick.

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8. 1. FSV Mainz 05 (9 Punkte)

Die nächsten Spiele: Borussia Mönchengladbach (A), Bayern München (H), Werder Bremen (H), SC Freiburg (A), Borussia Dortmund (H)

Einschätzung: Gleiches wie für den Tabellennachbarn aus Wolfsburg gilt auch in Mainz: Turbulente Vorsaison überstanden, jetzt erstmal in der Komfortzone eingerichtet. Der Sieben-Punkte-Start nach drei Spielen wirkt auch in Mainz noch nach, danach stellte man für die mindestens angeknockten Bayer Leverkusen und Schalke 04 (jeweils 0:1) den Aufbaugegner, was die Stimmung am Bruchweg trübte. Dabei ist die spielerische Realität eigentlich schön anzusehen, alleine mit dem Toreschießen hapert es arg bei den Rheinhessen. Zuletzt gab es ein 0:0 gegen den Bayern-Bezwinger Hertha BSC, mit einem Torverhältnis von 4:4 (!) nach sieben Spielen kann man sich aber immerhin auf eine überaus solide Defensivstruktur verlassen, entsprechend sind die Verteidiger Aaron Martin (34), Moussa Niakhaté (32) und Stefan Bell (24) – ergänzt um Stürmer Anthony Ujah (28) – die punktbesten Spieler beim „Karnevalsverein“.

Jetzt warten allerdings große Herausforderungen in Serie: Zunächst muss man sich mit den formstarken Gladbacher Offensivkräften um Thorgan Hazard und Allasane Plea auseinander setzen, dann kommen die Bayern, Werder und der BVB und dazwischen geht es noch nach Freiburg. Puh.

Comunio-Hoffnung: Neuzugang Jean-Philippe Mateta macht es eigentlich gar nicht schlecht: Der Franzose rackert viel, zeigt viel Präsenz und ist meistens da, wo es im Strafraum gefährlich wird. Alleine: Der Ertrag für den gewaltigen Aufwand ist noch zu gering, erst ein Saisontor steht für den dynamischen Stürmer im Arbeitsnachweis. Dennoch ist Mateta gesetzt, denn in Mainz zweifelt niemand an den Qualitäten des teuersten Spieler der Vereinsgeschichten. Stattdessen setzen Sandro Schwarz und Co. darauf, dass der Entwicklungsprozess ihres Neuen nicht abgeschlossen ist. „Er ist ein junger Kerl, ein total und absolut entwicklungsfähiger Spieler, ein offener Typ, dem wir auch die Entwicklungszeit bei uns geben müssen. Das muss allen klar sein“, sagte Schwarz vor der Saison. „Er geht mit großer Offenheit und Zielstrebigkeit rein in jeden Zweikampf. Er marschiert trotz seiner Größe voll in die Tiefe rein. Ein Stürmer, der nicht nur mit dem Rücken zum Tor steht, sondern vorne sehr variabel und aktiv ist. Und er hat einen sehr guten Abschluss mit viel Ruhe am Ball.“ Soll heißen: Mateta wird noch seine Tore schießen. Ganz sicher.

Der Sofascore-Musterprofi: Aaron Martin

Wer in dieser Saison bei Comunio was reißen will, sollte sich schleunigst den Mainzer Linksverteidiger besorgen. Zu gut sind seine Werte, um an ihm vorbeizukommen.

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7. Eintracht Frankfurt (10 Punkte)

Die nächsten Spiele: Fortuna Düsseldorf (H), 1. FC Nürnberg (A), VfB Stuttgart (A), FC Schalke 04 (H), FC Augsburg (A)

Einschätzung: Eine turbulente Saison mit reichlich Sorgen hatten viele Experten Eintracht Frankfurt vorhergesagt. Wichtige Spieler verließen den Verein (z.B. Kevin-Prince Boateng oderTorwart Lukas Hradecky), dazu gab es in der jüngeren Vergangenheit zu viele Beispiele für Teams, die eine rauschhafte Vorsaison mit einem schweren Kater bezahlen mussten. Man frage nach in Mainz, Freiburg oder Augsburg. Die Erstrundenniederlage des Pokalsiegers beim Viertligisten aus Ulm schien die schlimmsten Befürchtungen zu bestätigen. Aber: Denkste! Die Hessen haben sich unter dem neuen Trainer Adi Hütter schnell wieder zu einem stabilen Gefüge arrangiert, mit Sebastien Haller hatte man zum Saisonstart den Topstürmer der Liga in den eigenen Reihen, der das verletzungsbedingte Fehlen von Pokalheld Ante Rebic effektiv überbrücken konnte – und sich angeblich auf den Zettel beim BVB gestürmt haben soll. Spätestens mit der überraschenden Verpflichtung von Eintracht-Held und Nationaltorwart Kevin Trapp hat man auch auf der Torhüterposition wieder viel, viel Qualität. Und auch  Rebic ist inzwischen wieder fit, traf auch schon wieder, ist jetzt allerdings am kommenden Wochenende wegen einer Gelb-Roten Karte gesperrt. Die Experten beißen sich aktuell auf die Zungen, kommt nicht der große Einbruch, könnte die Eintracht eine solide Saison, angereichert um europäische Highlights spielen. In den kommenden Spielen liegen auf alle Fälle reichlich Punkte auf der Straße. Können Trapp, Rebic und Co. gegen Düsseldorf, Nürnberg, Stuttgart, Schalke und AUgsburg sieben oder mehr davon aufsammeln, kann man schon tiefenentspannt in die Winterpause gehen.

Comunio-Hoffnung: Kein Eintracht-Fan wird jemals die Sekunden vergessen, als Mijat Gacinovic an einem lauen Maiabend in Berlin in der eigenen Hälfte an den Ball kam, in der Nachspielzeit des Pokalfinals gegen den FC Bayern lossprintete und das Leder schließlich im verwaisten Tor des Rekordpokalsiegers unterbrachte. 3:1 für den krassen Außenseiter, der Jubel war grenzenlos – und hallte so weit, dass sich im Sommer sogar Juventus Turin nach dem serbischen Mittelfeldspieler erkundigt haben soll. In dieser Saison läuft Gacinovic seiner Galaform noch etwas hinterher, erst zehn Punkte hat der 23-Jährige erspielt. Zuletzt hat der eigentlich als Führungsspieler gehandelte Gacinovic sogar seinen Stammplatz verloren. Dennoch gehört der Pokalheld zum engsten Kreis des Vertrauens von Adi Hütter, kam in jedem Spiel in dieser Saison zum Einsatz. Vereint der Mann für die großen Momente die eigenen Ansprüche an sich selbst mit der Realität auf dem Platz, wird er noch viele schöne Augenblicke für die Eintrachtfans kreieren.

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Autor: Till Erdenberger

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