Neuzugang Coke wird dem FC Schalke 04 fehlen

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Mit Europa-League-Sieger Coke und Abdul Rahman Baba hat Christian Heidel zwei weitere Clous gelandet. Das Team nimmt langsam Formen an, doch noch soll die Transformation des FC Schalke 04 nicht abgeschlossen sein, auch weil Coke zunächst einmal fehlen wird. Mit den Sane-Millionen hat man nun noch mehr Handlungsspielraum. Ein Sechser und ein Offensivmann stehen noch auf der Wunschliste.

Als im Mai mit großem Tamtam Christian Heidel als Nachfolger für Horst Heldt beim FC Schalke 04 verpflichtet wurde, dachten wohl nicht wenige Experten: Heidel und Schalke? Passt das überhaupt?

Nach zehn Wochen muss man sagen: Schalke und Heidel – das passt verdammt gut! Zunächst einmal trennte sich der neue Manager von Trainer Andre Breitenreiter auf faire und respektvolle Art und Weise und verpflichtete seinen Wunsch-Coach Markus Weinzierl. Kurz darauf nutzte Heidel seine Insider-Informationen und schnappte dem VfL Wolfsburg Naldo weg, der den Verein ablösefrei verlassen durfte, weil die Wölfe das internationale Geschäft verpasst hatten.

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Dann tätigte Königsblau ohne großes Aufsehen bislang seinen Königstransfer. Trotz der Interessenten aus Manchester und London entschied sich mit Breel Embolo einer der begehrtesten Youngster in Europa für den FC Schalke. Ausschlaggebend: Manager Heidel und Trainer Weinzierl.

Auf der anderen Seite ließ man Leroy Sane zu Manchester City ziehen. Der Spieler hatten den Wunsch unter Pep Guardiola zu spielen, Heidel respektierte dies, bewies in den Verhandlungen mit City aber, dass er knallhart sein kann. „Manchester und wir lagen anfangs sehr weit auseinander“, sagte Heidel im kicker.

Heidel zeigt sein Verhandlungsgeschick

Am Ende zahlten die Engländer doch die geforderten 50 Millionen plus Boni, so dass man sich in Gelsenkirchen auf einen warmen Geldregen freuen darf. Die Summe soll zwar nicht komplett für Neuverpflichtungen reinvestiert werden, aber zu großen Teilen: „Fakt, dass wir Willens sind, in die Mannschaft zu investieren. Die Idee dabei ist, nicht einen Spieler für x Millionen zu verkaufen und gleich den nächsten für x Millionen zu holen, sondern eventuell auch in die Breite zu investieren und die Qualität der Mannschaft Schritt für Schritt zu steigern“, so Heidel.

Mit der Verpflichtung von Coke und Abdul Rahman Baba haben die Knappen ihrem Kader zudem noch einmal ein Upgrade verpasst – und das zu überschaubaren Konditionen. Die 4 Millionen für den dreifachen Europa-League-Sieger Coke sind fast schon lächerlich, zumal der Spanier neben seiner fußballerischen Qualität auch absolute Leader-Skills mit sich bringt. Umso bitterer, dass der Rechtsverteidiger mit einer Kreuzbandverletzung wohl für längere Zeit ausfallen wird.

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Mit Junior Caicara, Sascha Riether und dem allerdings langzeitverletzten Atsuto Ushida hat man zumindest quantitativ auf dieser Position keine Probleme, auch wenn Coke natürlich noch einmal eine andere Kragenweite ist.

Auf der gegenüberliegenden Seite, wird sich Baba mit Sead Kolasinac einen erbitterten Kampf um die Linksverteidigerposition liefern wird. Kolasinac wäre die defensivere Variante, Baba dagegen verkörpert einen Linksverteidiger mit gesundem Offensivdrang. Für Dennis Aogo ist kein Platz mehr, ihn sieht Weinzierl außerdem eher im defensiven Mittelfeld.

Wie plant Weinzierl: Dreier- oder Viererkette? 

Mit Naldo, Kapitän Benedikt Höwedes und dem nach langer Verletzungspause zurückgekehrten Matija Nastasic zeigt sich Königsblau in der gesamten Defensive also bestens aufgestellt. Möglich ist, dass Weinzierl mit Naldo, Höwedes und Nastasic eine Dreierkette spielen lässt. Baba und Coke würden auf den Außenbahnen agieren.

Außerdem sucht man bei S04 noch nach einem defensiven Mittelfeldspieler. Heiß gehandelt wird dabei Benjamin Stambouli von Paris St.-Germain. Der 25-Jährige lief vergangene Saison insgesamt 27 Mal für den französischen Champion auf, strebt nun aber angeblich eine Luftveränderung an. Allerdings mischt auch Real Betis mit.

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Es wäre aber der nächste Transfer von Heidel, der absolut Sinn ergeben und das Team alles in allem noch einmal nach vorne bringen würde. Dass man nach dem Abgang von Sane zudem einen Offensivmann sucht, ist auch klar.

Allerdings könnte man den in den eigenen Reihen findet. Der erst 18-jährige Bernard Tekptey überzeugt bislang in der Vorbereitung vollends und traf zuletzt gegen den FC Bologna zum Sieg (2:1). Trainer Weinzierl aber will den Druck auf den Ghanaer nicht all zu groß werden lassen: „Bernard ist ein super Spieler, doch wir werden ihn behutsam aufbauen.“

Das wird man wohl auch können, denn so wie Heidel bislang gehandelt hat, hat man beim FC Schalke wohl schon den einen oder anderen Kandidaten auf dem Zettel – ohne, dass die Öffentlichkeit informiert ist. Ein weiteres Indiz dafür, dass auf Schalke neue Zeiten angebrochen sind.

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Autor: Florian Schimak

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