Hannover 96 geht als Aufsteiger in sein zweites Jahr - das ist bekanntlich schwierig.

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Als Aufsteiger hielt Hannover 96 in der vergangenen Saison ohne Probleme die Klasse. Nicht einmal war die Breitenreiter-Elf in den Abstiegskampf verwickelt. Nun verließen einige Leistungsträger die Niedersachsen – kann man den Verlust kompensieren oder ist man etwa noch besser geworden? 

Kaderwert: 30,54 Millionen

Kaderpunkte im Vorjahr: 728 Punkte

Comunio-Platzierung nach Gesamtwert: Platz 14

Bester Spieler: Niclas Füllkrug (179 Punkte nach Sofascore, 5,39 Mio.)

Situation: Wie wir wissen, ist das zweite Jahr als Aufsteiger immer das schwerste. Lebt man im ersten Jahr nach dem Aufstieg noch von der Euphorie, so kehrt in der darauffolgenden Saison meist der große Kater ein. Die besten Spieler wurden weggekauft, die Neuzugänge passen nicht – und schon steckt man mitten im Abstiegskampf.

Dass Hannover 96 an diesem Horrorszenario nicht teilnimmt, dafür haben Manager Horst Heldt und Coach Andre Breitenreiter alles getan. Der Vertrag mit dem Trainer wurde bis 2021 verlängert – und das mit besten Gewissen.

„Ich identifiziere mich voll und ganz mit 96 und der Region, in der meine Familie und ich uns sehr wohlfühlen“, so Breitenreiter. „Bei meiner Entscheidung, den Vertrag vorzeitig um zwei weitere Jahre zu verlängern, hat das aber nicht die entscheidende Rolle gespielt. Es geht um die Weiterentwicklung der Mannschaft, um die Möglichkeit, dass wir den nächsten Schritt machen können.“

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Die zweitbeste Rückrunden-Mannschaft, aber gleichzeitig auch im zweiten Jahr nach dem Aufstieg. So mancher könnte schon wieder Richtung Europa schielen, doch die Schwaben drücken auf die Euphoriebremse.

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Trotz der Abgänge von Salif Sane, Martin Harnik und Felix Klaus will die sportliche Leitung an die starke vergangene Saison anknüpfen. „Wir haben Qualität verloren, die Neuen müssen sich erst integrieren. Da sind wir noch nicht am Ende“, beschreibt Breitenreiter den Status quo.

Im Tor hatte man zwar mit Philipp Tschauner einen soliden Rückhalt (64), aber der Coach rief das Duell zwischen den Pfosten neu aus – mit dem besseren Ende für den letztjährigen Ersatzkeeper Michael Esser. In der Abwehr hinterlässt der Sane-Abgang aber ein großes Loch (150). Ob der Ex-Kölner Kevin Wimmer das füllen kann?  

Im Mittelfeld und Angriff werden der Dynamik und die Torgefahr von Harnik und Klaus den Niedersachen definitiv abgehen. Allerdings wird vor allem der Österreicher Harnik auch als Typ in der Truppe fehlen. Rein sportlich spielte er am Saisonende gar nicht mehr die große Rolle.

Mit Genki Haraguchi und Takuma Asano haben die 96er vor allem in Sachen Tempo ein Upgrade erhalten. Inwieweit Bobby Wood seine Bundesligatauglichkeit bei Hannover beweisen kann, muss man abwarten. Sportlich könnte er Harnik durchaus adäquat ersetzen, beide sind ähnliche Spielertypen

Auch in der kommenden Saison wird Breitenreiter seinem Team – ja nach Gegner – taktische variabel aufstellen. Mal eine Dreierkette mit zwei Spitzen, mal eine Viererkette in einem 4-3-3-System, Hannover beherrscht viele Systeme. Allerdings bleibt abzuwarten, ob die Neuzugänge schon so weit sind – möglich, dass Breitenreiter zu Saisonbeginn erst einmal taktisch etwas starrer agiert.

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In Sachen Kapitänamt hat sich der Coach auf Waldemar Anton festgelegt. Edgar Prib, der seit August 2017 zwei Kreuzbandrisse erlitten hat und seitdem kein Spiel mehr bestritten hat, hat die Binde abgegeben. Vertreter Tschauner wird sie auch nicht bekommen.

„Es wichtig, dass wir einen Feldspieler als Kapitän auf dem Platz haben. Ein Torwart ist im Spiel zu weit weg vom Geschehen“, sagte Breitenreiter vor der Ernennung.

Auch wenn bei Hannover 96 noch nichts richtig abgeschlossen ist, bereiten sich die Roten gewissenhaft und ordentlich auf ihr zweites Bundesliga-Jahr seit dem Abstieg vor und man scheint auf einem gute Weg zu sein.

„Es gibt viele Ansätze, die einen zu dieser Meinung führen“, sagt Heldt. „Es wird trotzdem eine intensive Saison, aber wir sind konkurrenzfähig.“

Das lassen wir dann mal so stehen.

Comunios Player to watch: Waldemar Anton. Dass der erst 22-Jährige der große Favorit auf das Amt als Kapitän ist, sollte Wertschätzung genug sein. Der U21-Nationalspieler kann auf der Sechs oder der Innenverteidigung auflaufen, wird bei Comunio in der Abwehr geführt. Das könnte ihm ordentlich Punkte bringen, wenn ihn Breitenreiten im Mittelfeld aufbietet. Anton hat die Akzeptanz in der Mannschaft und bewies schon in der vergangenen Saison, dass mit ihm zu rechnen ist (96). Möglich, dass er in der kommenden Spielzeit dreistellig punktet.

Youngster to watch: Noah Sarenren Bazee. Wenn einer das Verletzungspech gepachtet hat, dann der 21-jährige Youngster. So dynamisch und fußballerisch begabt der Junge ist, so zerbrechlich ist auch sein Körper. Nach einem furiosen Auftakt in der vergangenen Spielzeit und drei Assists in den ersten fünf Partien, zog sich Sarenren Bazee zunächst einen Sehnenriss zu – das Jahr 2017 war damit fast beendet. Nachdem er kurz vor dem Jahreswechsel doch wieder fit wurde, verletzte er sich in der Vorbereitung in der Rückrunde am Knie – wodurch es in am Ende nur zu ein paar Kurzeinsätzen am Ende der Spielzeit reichte. Nun soll aber alles besser werden. Drücken wir mal die Daumen.

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Prognose: Tatsächlich sehr schwierig. Lebte Hannover in der vergangenen Spielzeit von der Homogenität der Truppe, so müssen nun etliche Neuzugänge integrierte werden. Gelingt dies, könnte man eine ähnlich solide Saison wie die vergangene abliefern. Gelingt es Breitenreiter aber nicht aus dem neuen Team eine Einheit zu formen, könnte es ganz eng werden für 96. Ein weiterer wichtiger Punkt: Der Streit mit den Fans ist ausgeräumt – die Anhänger, die sich letzte Saison nicht immer hinter ihr Team stellten (wegen 50+1 und Kind), wollen die Truppe nun wieder voll und ganz unterstützen. Das könnte am Ende vielleicht tatsächlich nochmal den einen oder anderen Punkt rausholen.

Bisherige Transferaktivitäten:

Zugänge: Walace (Hamburger SV, 6,0 Mio.), Genki Haraguci (Hertha BSC (4,5 Mio.), Josip Elez (HNK Riejka, 2,5 Mio., war bereits ausgeliehen), Kevin Wimmer (Stoky City, Leihe), Bobby Wood (Hamburger SV Leihe), Takuma Asato (FC Arsenal, Leihe), Leo Weinkauf (FC Bayern II, ablösefrei), Linton Maina (eigene U19), Samuel Sahin-Radlinger, Mike-Steve Bähre, Babacar Gueye, Effe Bech (alle zurück von Leihe)

Abgänge: Salif Sane (FC Schalke, 7,0 Mio.), Felix Klaus (VfL Wolfsburg, 3, Mio.), Martin Harnik (SV Werder Bremen, 2,25 Mio.), Florain Hübner (Union Berlin, 0,5 Mio.), Jonathas (Corinthians, Leihe), Charlison Benshop (FC Ingolstadt, ablösefrei), Manuel Schmiedebach (Union Berlin, Leihe), Kenan Karaman (Fortuna Düsseldorf, ablösefrei), Elias Huth (1. FC Kaiserslautern, ablösefrei), Sebastian Maier (VfL Bochum, ablösefrei), Marlon Sündermann (eigene U23)

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Autor: Florian Schimak

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