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Der FC Schalke 04 wechselte nach einer verkorksten Saison abermals den Trainer. Jetzt muss es endlich passen, sonst wird es auch für Sportvorstand Christian Heidel eng. Doch die Vorbereitung nährt die Hoffnung, dass der Umbruch dieses Mal gelingt. Und das liegt vor allem am neuen Coach. 

Kaderwert: 75,16 Mio.

Kaderpunkte im Vorjahr: 1083 Punkte

Comunio-Platzierung nach Gesamtwert: Platz 5

Bester Spieler: Ralf Fährmann (116 Punkte, 3,26 Mio.)

Die Situation: Die letzte Saison lief nicht so, wie sich das alle auf Schalke vorgestellt haben – mal wieder. Sie lief sogar so schlecht, dass das internationale Geschäft deutlich verfehlt wurde. Also wurde der Trainer entlassen – mal wieder. Alles auf Null – mal wieder. 

Doch so bot sich Schalke die Gelegenheit, sich den wohl spannendsten Trainer nach Julian Nagelsmann zu angeln. Domenico Tedesco, Jahrgangsbester beim Trainerlehrgang noch vor Nagelsmann, soll es nun richten. Der 31-Jährige hat kaum Erfahrung im Profibereich, rettete aber in der Vorsaison das schon abgeschlagene Erzgebirge Aue in beeindruckender Manier vor dem Abstieg. 

Und auch der Start auf Schalke bestätigt diesen Eindruck. Trotz seines jungen Alter wirkt Tedesco sehr aufgeräumt mit einem klaren Plan. Das registrieren auch die Spieler. Die Zeiten der kritischen Untertöne sind erst einmal vorbei. 

Und auch taktisch wird sich auf Schalke einiges ändern. Spielte die Mannschaft unter Ex-Trainer Markus Weinzierl vornehmlich in einem 3-4-1-2 oder einem 4-2-3-1 gilt jetzt ein recht offensiv und auf Pressing ausgerichtetes 3-4-3 als Grundformation. Das sorgt auch personell für einige Überraschungen. 

So musste Benedikt Höwedes nicht nur die Kapitänsbinde an Keeper Ralf Fährmann abgeben, dem Nationalspieler droht sogar ein Platz auf der Bank. U21-Europameister Thilo Kehrer scheint das Rennen rechts in der Dreierkette zu machen. Auch Benjamin Stambouli lieferte auf ungewohnter Position Argumente für Einsätze. Allerdings ist der Franzose die ersten beiden Spieltage gesperrt.

Die zehn besten Schalker der Saison 16/17

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Platz 10: Daniel Caligiuri, Mittelfeld, 56 Punkte in 32 Spielen, Bildquelle: Imago

Die anderen beiden Plätze in der Kette belegen Naldo und Matija Nastasic. Höwedes und Neuzugang Pablo Insua müssen sich wohl erst einmal hinten anstellen. Auf rechts hat Daniel Caligiuri die Nase vorn. Routinier Coke ist für das neue Schalker System auf der Position wohl nicht schnell genug. Gegen BFC Dynamo im Pokal fehlte er gänzlich im Kader. 

Links ist Bastian Oczipka gesetzt und aktuell auch so ziemlich konkurrenzlos. Caligiuri, der auch links spielen kann, wurde dort in der Vorbereitung nur selten getestet. Gut möglich, dass Schalke dort noch nachbessern wird. Innen geht kein Weg an Nabil Bentaleb und Leon Goretzka vorbei. Allerdings bewies der 18 Jahre alte Weston McKennie, dass er eine ernsthafte Alternative sein kann. Johannes Geis bleibt nur die Reservistenrolle. Tedesco ließ ihn zudem auch häufig in der Dreierkette auflaufen. Dort sind die Positionen aber noch umkämpfter. 

In vorderster Front spielt weiter Guido Burgstaller, zumindest so lange, bis Breel Embolo nach seiner langen Verletzungspause wieder bei 100 Prozent ist. Flankiert wird der Österreicher von Amine Harit rechts und Evgen Konoplyanka links. Der Ukrainer, der immer Sommer eigentlich verkauft werden sollte, hat seine zweite Chance eindrucksvoll genutzt. 

Für Max Meyer bleibt also auch unter Tedesco vorerst kein Platz übrig. Die Lieblingsposition des U21-Europameisters gibt es im neuen System nicht. Die Wechselgerüchte um ihn reißen daher auch nicht ab. Gut möglich, dass Meyer den Verein noch verlassen wird. Eine Vertragsverlängerung schloss er unlängst aus. 

Comunios Player to watch: Evgen Konoplyanka. Die Chemie zwischen ihm und Ex-Coach Weinzierl stimmte von Beginn an nicht und endete in einem ziemlich deutlichen Interview in der Ukraine. Danach war eigentlich klar, dass Kono keine Zukunft mehr auf Schalke haben wird. Es kam der Trainerwechsel, ein Gespräch mit Tedesco und die neue Chance. Stand jetzt hat der Flügelspieler diese genutzt. Er ist erst einmal gesetzt und damit auch bei Comunio wieder ein interessanter Spieler. 

Youngster to watch: Thilo Kehrer. Die Allzweckwaffe in der Defensive hat auch Tedesco beeindruckt. Trotz der hochkarätigen Konkurrenz scheint sich Kehrer einen Platz in der Dreierkette erkämpft zu haben. Es könnte der endgültige Durchbruch für den U21-Europameister werden. Mit einem Marktwert von 1,42 Millionen ist er zudem noch recht günstig.  

Prognose: Schalke steht vor einer elementar wichtigen Saison. Eine weitere Spielzeit ohne internationalen Wettbewerb ist nicht vorgesehen. Dieser Umbruch muss nun sitzen. Sonst wird es auch für Sportvorstand Christian Heidel bereits wieder eng. Aktuell sieht es aber so aus, als wäre Schalke auf dem richtigen Weg. Der neue Trainer beeindruckt mit seiner Klarheit und die fehlende Doppelbelastung wird den Königsblauen in die Karten spielen. Schalke wird sich am Ende der Saison irgendwo zwischen Platz 3 und 6 einfinden und auch bei Comunio durchaus interessant sein. 

Bisherige Transferaktivitäten:

Zugänge: Amine Harit (FC Nantes), Bastian Oczipka (Eintracht Frankfurt), Pablo Insua (Deportivo La Coruna), Michael Langer (Norrköping), Luke Hemmerich (eigene U19), Weston McKennie (eigene U19), Fabian Reese (Karlsruher SC, Rückkehr nach Leihe), Felix Platte (Rückkehr nach Leihe), Sidney Sam (Rückkehr nach Leihe)

Abgänge: Dennis Aogo (VfB Stuttgart), Phil Neumann (FC Ingolstadt), Klaas-Jan Huntelaar (Ajax Amsterdam), Eric-Maxim Choupo-Moting (Stoke City), Timon Wellenreuther (Willem II), Sead Kolasinac (Arsenal FC), Sascha Riether (unbekannt), Abdul Rahman Baba (FC Chelsea, Leih-Ende), Holger Badstuber (Bayern München, Leih-Ende), 

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Autor: Marc-Oliver Robbers

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