Der FC Bayern geht auch wieder als großer Favorit in die Saison 2018/19.

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Der FC Bayern startet ohne viele spektakuläre Neuzugänge, aber mit einem neuen Trainer in die Saison 2018/2019. Niko Kovac übernimmt den Rekordmeister, womit sich die Frage stellt: Kann der Ex-Frankfurter FC Bayern? 

Kaderwert: 175,31 Millionen

Kaderpunkte im Vorjahr: 2570 Punkte

Comunio-Platzierung nach Gesamtwert: Platz 1

Bester Spieler: Robert Lewandowski (235 Punkte nach Sofascore, 16,950 Mio.)

Situation: Kadertechnisch hat sich beim FC Bayern relativ wenig getan, die größte Änderung fand auf der Trainerbank statt. Dort sitzt nun nicht mehr Jupp Heynckes, der Carlo Ancelotti vergangenen Herbst abgelöst hatte, sondern Niko Kovac.

Der Kroate wurde von Eintracht Frankfurt verpflichtet, wo er zum Abschluss – ausgerechnet gegen die Bayern im Endspiel – den Pokalsieg feierte. Nicht wenige Experten halten Kovac für eine 1b-Lösung, weil Uli Hoeneß am liebsten Heynckes behalten und Karl-Heinz Rummenigge großer Befürworter von Thomas Tuchel gewesen sein soll.

Am Ende wurde es Kovac, der immerhin bereits die kroatische Nationalmannschaft betreute und zuletzt ja auch bei der Eintracht wahrlich keinen schlechten Job gemacht hat. Aber kann Kovac die Bayern? Vermutlich wird das die spannendste Frage in dieser Saison sein. Denn rein sportlich thront der FC Bayern mal wieder über allem.

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Zwar verkaufte man mit Arturo Vidal einen bockstarken Mittelfeldmann, dafür holte man ablösefrei Leon Goretzka vom FC Schalke. Zudem beginnt nun auch Serge Gnabry mit einjähriger Verspätung aufgrund der Leihe zur TSG Hoffenheim sein Abenteuer in München.

Die auslaufenden Verträge mit Franck Ribery und Arjen Robben wurden nochmals um ein Jahr verlängert, auch James Rodriguez bleibt noch mindestens ein Jahr an der Säbener Straße. Wirklich Qualität hat der Rekordmeister also nicht wirklich eingebüßt – zumal Robert Lewandowski trotz aller Wechselwünsche gehalten wurde.

Jerome Boateng und Sebastian Rudy könnten den Verein noch verlassen. Boateng verhandelt aktuell mit PSG, um Rudy buhlen der FC Schalke und RB Leipzig. Beide dürften am Ende zusammen um die 70 Millionen Euro bringen.

Eine Summe, die erst kommendes Jahr in die Mannschaft investiert werden soll, wie Präsident Hoeneß zuletzt verriet. Dann wird wahrscheinlich auch erst Weltmeister Benjamin Pavard zum Team stoßen. Mit dem Abwehrmann vom VfB Stuttgart soll man sich für 2019 weitestgehend einig sein.

Eintracht Frankfurt

 

Ansonsten hat Kovac einen luxuriösen Kader zur Verfügung, jede Position ist doppelt besetzt. Im Tor ist Manuel Neuer nach fast einem Jahr Pause absolut gesetzt, Sven Ulreich rückt trotz einer starken Saison wieder ins zweite Glied.

In der Abwehr steht die Viererkette ebenfalls. Joshua Kimmich hat sich als Lahm-Nachfolger etabliert, Mats Hummels ist in seiner dritten Bayern-Saison ebenso unersetzbar, wie links David Alaba. Neben Hummels wird dann aller Voraussicht nach Niklas Süle spielen, wenn Boateng den Verein noch verlässt.

Da Kovac auf ein 4-1-4-1-System setzt, wird Javi Martinez seinen Platz auf der Sechs behalten dürfen. Hier bieten sich Renato Sanches und Thiago als spielerische Lösung und Backups an. Eine Position weiter vorne dürften James Rodriguez und Thomas Müller ihre Stärken für Raum und Ideen ausspielen.

Spannend wird die Frage auf den Flügeln zu beantworten sein. Behalten Robbery ihren Stammplatz – oder bekommt die Jugend mit Coman und Gnabry ihre Chance. Vermutlich wird’s ein Wechselspiel werden.

Im Angriff ist Lewandowski gesetzt, dahinter ist Sandro Wagner genau dann zur Stelle, wenn er gebraucht wird – und zwar dann, wenn Lewy mal eine Pause benötigt oder verletzt ist.

Comunios Player to watch: Serge Gnabry könnte bereits in dieser Saison der große Durchbruch gelingen. In der vergangenen Saison bei der TSG Hoffenheim bewies der Offensivspieler seine außergewöhnliche Klasse.

Jetzt hat er beim FC Bayern noch bessere Mitspieler und könnte davor profitieren, wenn sein Körper mitmacht. Immer wieder machten ihm in der Vergangenheit muskuläre Probleme zu schaffen.

Kovac testete ihn in der Vorbereitung auf unterschiedlichen Positionen. Mal durfte er auf dem Flügel ran, mal auf der Zehn, mal in vorderster Front – oder vereinzelt auch als Außenverteidiger. Diese Variabilität könnte das große Plus von Gnabry sein.

Youngster to watch: Renato Sanches. Bislang hat der junge Portugiese keine glückliche Zeit beim FC Bayern gehabt. Allerdings auch nur, weil kein Trainer auf ihn setzte. Mit Kovac könnte das nun anders sein – der neue Coach sprach ihm öffentlich sein Vertrauen aus. Nicht ohne Grund wurde Vidal zum FC Barcelona abgegeben – die Bayern bauen auf Sanches.

Man darf auch nicht vergessen, dass er erst 20 Jahre jung ist. Vielleicht gelingt ihm der große Durchbruch auch erst in zwei Jahren? Dass er das Zeug dazu hat, bewies er schon als 18-Jährige beim EM-Gewinn Portugals von zwei Jahren bei der EURO 2016. Die Bayern haben damals nicht ohne Grund so viel Geld für den Youngster auf den Tisch gelegt.

Bei ihm ist alles eine Frage des Selbstvertrauens. Wenn Kovac das also hinbekommt, könnte Sanches in dieser Saison explodieren.

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Prognose: Alles andere als die Meisterschaft wäre eine riesige Enttäuschung. Der FC Bayern hat in seinem Kader so viel Qualität, dass man sogar einen Ausfall von drei bis vier Leistungsträger über einen längeren Zeitraum kompensieren könnte.

Daher wird es für die Konkurrenz unfassbar schwierig werden, den Bayern über eine ganze Saison Paroli zu bieten. Vermutlich müssen sich Kovac und die Mannschaft erst finden und könnten etwas holprig in die Saison starten. Nach 34 Spieltagen wird aber wieder der FC Bayern die Meisterschale in den Händen halten.

Bisherige Transferaktivitäten:

Zugänge: Alphonse Davies (Vancouver Whitscaps, 10 Mio.), Leon Goretzka (FC Schalke 04, ablösefrei), Renato Sanches (FC Swansea, war ausgeliehen), Serge Gnabry (TSG Hoffenheim, war ausgeliehen)

Abgänge: Arturo Vidal (FC Barcelona, 18 Mio.), Niklas Dorsch (1. FC Heidenheim, ablösefrei), Felix Götze (FC Augsburg, ablösefrei), Fabian Benko (LASK, ablösefrei), Tom Starke (Karrierende)

Autor: Florian Schimak

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