Konstantin Rausch steht im vorläufigen Kader der russischen Nationalmannschaft.

Foto: © imago / ITAR-TASS
In gut zwei Wochen geht es los! Die Fußball-WM 2018 in Russland beginnt am 14. Juni. Mit dabei sein könnte auch Konstantin Rausch, der in der Bundesliga unter anderem für den VfB Stuttgart, Hannover 96 und den 1. FC Köln spielte. Der 28-Jährige steht im vorläufigen Kader der russischen Nationalmannschaft. Comunioblog hat sich im Vorfeld der Weltmeisterschaft mit „Kocka“ unterhalten und mit ihm über das anstehenden Turnier im eigenen Land, die Erwartungshaltung in Russland und seine Definition von Heimat unterhalten. Heute gibt’s Teil I des exklusiven Interviews.

Comunioblog: Per Mertesacker sprach vor einigen Wochen über die WM 2006 im eigenen Land und berichtete von einem immensen Druck, sodass er am Ende sogar froh war, dass es vorbei war. Können Sie das nun ein Stück weit nachvollziehen?

Rausch: Aktuell herrscht mehr die Vorfreude, bei so einem Turnier hoffentlich dabei sein zu dürfen. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, wie es sein wird, wenn das Turnier dann los geht. Der Druck wird dann unglaublich sein, zumal von uns hier auch sehr viel erwartet wird. Die russische Mentalität ist dahingehend noch etwas härter und strenger. Insofern kann ich mich sehr gut in Per hineinversetzen, da geht man dann nicht einfach raus und spielt Fußball. Auch wenn das unser Job ist, aber so einfach ist das eben manchmal nicht, wir sind auch nur Menschen. Doch Druck gehört zu diesem Geschäft dazu und letztlich will man sein Land auch Stolz machen.

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Comunioblog: Sie sind in Russland geboren, aber schon als Kleinkind mit ihren Eltern nach Hannover ausgewandert und letztlich dort aufgewachsen und zur Schule gegangen. Wäre es für Sie trotzdem eine WM im eigenen Land?

Rausch: Auf jeden Fall! Es war schon immer mein Traum, für die russische Nationalmannschaft zu spielen, das habe ich auch offen so kommuniziert. Es macht mich ungeheuer stolz, wenn ich das Trikot der Nationalmannschaft trage. Natürlich habe ich die meiste Zeit meines Lebens und meiner Karriere in Deutschland verbracht, dennoch ist Russland einfach mein Zuhause.

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Comunioblog: Und was ist für Sie Heimat?

Rausch: (überlegt lange) Heimat ist natürlich für mich Hannover, dort wo meine Familie und meine Freunde sind. Allerdings muss man Heimat und Zuhause unterscheiden. Russland ist aktuell für mich Zuhause, dort lebe ich, dort spiele ich Fußball und es macht mich glücklich, das Trikot von Dynamo Moskau und der russischen Nationalelf zu tragen. Daher entsteht in diesem Zusammenhang natürlich auch so etwas wie Heimatgefühle. Ich bin froh, dass ich den Schritt im Winter gewagt habe und nun auch den zweiten Teil meines Lebens kennenlerne.

Comunioblog: Zuletzt sorgten Ilkay Gündogan und Mesut Özil mit ihrem Foto gemeinsam mit Recep Tayyip Erdogan für Aufsehen. Sie haben ebenfalls einen Migrationshintergrund. Können Sie die Aktion verstehen oder nachvollziehen?

Rausch: Das ist natürlich ein sehr sensibles Thema, das letztlich extrem hohe Welle geschlagen hat. Ich denke aber, dass Ilkay und Mesut nicht bewusst war, dass das solche Reaktionen nach sich ziehen könnte. Ich gehe davon aus, dass sich beide dabei nichts gedacht haben. Wir Profis wissen zwar, dass wir ständig im Fokus stehen und Handlungen von uns oft negativ ausgelegt werden, aber das war am Ende nur ein Foto und fertig.

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Comunioblog: Kommen wir zurück zum Sportlichen. Die letzten Auftritte der Sbornaja waren eher von überschaubarer Natur. Was ist dem russischen Team bei der WM zuzutrauen?

Rausch: Seit ich jetzt dabei bin hatten wir mit Argentinien und Spanien zwei Kracher als Gegner, von daher sollte man die letzten Ergebnisse nicht überbewerten. Gegen diese beiden Top-Nationen haben wir wirklich gut gespielt und man hat gesehen, dass in der Mannschaft eine Menge Potenzial schlummert. Ein Turnier bleibt ein Turnier, das ist immer etwas Spezielles. Am Beispiel von Island bei der EURO 2016 sieht man, was möglich ist, wenn man einen ganz besonderen Spirit entwickelt. Wir haben nun endlich einmal vier gemeinsame Wochen, wo wir eine Einheit bilden können und uns das Trainerteam perfekt vorbereiten kann. Wenn wir als Truppe zusammenwachsen und eine gewisse Euphorie entwickeln, dann können wir richtig was bewegen.

Hier geht’s zum Anfang des Interviews: „Mit Fähnchen am Auto fährt hier noch niemand rum“

Hier geht’s zu Teil 2 des Interviews: Rausch über seinen Abgang beim EffZeh und sein Comunio-Trauma

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Autor: Florian Schimak

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