Alte Liebe, alte Magie? Gómez und der VfB

Hinten hui, vorne pfui! Im Ländle gibt man sich gewohnt sparsam: in der Abwehr haben die Stuttgarter ein solides Häusle vor die eigene Hütte gebaut, vorne geizt der Aufsteiger aber auch mit Toren. Reicht das für den Klassenerhalt?

Kaderwert: 37.430.000
Kaderpunkte: 400
Comunio-Platzierung: 12
Bester Spieler: Pavard (Abwehr, 53)

Die Situation: 13 Spiele, 17 Punkte: Nach zwei Dritteln der Hinrunde deutete beim Aufsteiger alles auf eine relativ entspannte Bundesligasaison hin. Sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang, neun auf den direkten Abstiegsplatz. So kann man arbeiten. Aber dann kam der Dezember: Mit vier Niederlagen am Stück und nur einem Punkt aus den letzten fünf Spielen vor der Winterpause, haben sich die Schwaben da selbst um eine bessere Ausgangsposition für die Rückrunde gebracht. So steht der VfB am Ende der Hinrunde doch da, wo man sich Ende November noch weit entfernt von wähnte: Mitten im Abstiegskampf. Und das, obwohl beim VfB mehrere Spieler positiv überraschten, allen voran der junge Innenverteidiger Benjamin Pavard. Der 21-jährige Franzose spielt auf der rechten Abwehrseite in der Dreierkette eine hervorragende Saison an der Seite vom endlich wieder fitten Holger Badstuber. Dem gelang das Kunststück, in jedem seiner zwölf benoteten Spiele auch zu punkten. Keine Nuller, kein Minus, 49 Punkte. Stark!

Die zehn besten Stuttgarter der Hinrunde 17/18

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Platz 10: Dennis Aogo, Abwehr, 20 Punkte in 12 Spielen | Bildquelle: Imago

Für mächtig Rückenwind dürfte jetzt die spektakuläre Rückkehr des „verlorenen Sohnes“ sorgen: Völlig überraschend heuerte Mario Gómez – Stuttgarter Eigengewächs und Meisterspieler – noch vor Weihnachten wieder beim VfB an, um einerseits seine WM-Chancen zu steigern und andererseits „seine“ Stuttgarter in der Liga zu halten. Zum Glück führt ein Weg an beide Ziele: Tore, Tore, Tore!

Das sagten wir vor der Saison: „Stand jetzt ist die Defensive des Teams nur bedingt abwehrbereit“, prognostizierten wir vor Saisonstart und lagen damit ganz offensichtlich falsch: Nur 21 Gegentore bedeuten in dieser Statistik einen Europa League-Platz. Auch der optimistische Hinweis auf die stärkste Offensive der zweiten Liga, wo man mit Ginczek und Terodde zwei Ausnahmespieler für diese Klasse aufbieten konnte, hat sich inzwischen als deutlich zu wohlwollend heraus gestellt: Terodde hat den VfB schon verlassen, mit schlappen 13 Toren entfacht man vorne nicht mal ein laues Lüftchen. Beide Fehleinschätzungen zusammen ergeben aber dennoch die passende Analyse: Für den VfB ging es seit Saisonstart nur um den Klassenerhalt.

Comunio-Player to watch: Es wird spannend sein zu sehen, wie schnell Mario Gómez wieder in den Torjäger-Modus findet. Dass der Stürmer in der Lage ist, einen Verein beinahe ganz alleine zum Klassenerhalt schießen zu können, werden sie in Wolfsburg sicher gerne jederzeit bestätigen. Nach einer mauen Hinserie wird der Rückkehrer jedenfalls schnell anfangen müssen, Tore zu schießen – sonst setzt sich der WM-Zug ohne ihn in Bewegung. Dafür wartet dann die Abwärtsspirale – und in der will auch in der Bundesliga keiner landen.

Rückrundenvorschau 1.FSV Mainz 05: Viel Luft nach oben, wenig nach unten
Jubelnde Mainzer: In der Rückrunde öfter?

In Mainz wissen sie nicht zu richtig etwas anzufangen, mit dieser ersten Saison nach einem bei den 05ern so seltenen Trainerwechsel. Gerade zu Saisonbeginn zeigten sich die guten Ideen von Bundesliganeuling Sandro Schwarz, doch nach zwei unverdienten Auftaktniederlagen stand man von Beginn an unter Druck.

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Prognose: Dass der VfB mit seiner starken Defensive Punkte holen kann, hat man in der Hinrunde mit vier „Zu null“-Spielen und insgesamt nur 21 Gegentoren bewiesen. Demgegenüber stehen acht Spiele ohne eigenen Torerfolg.Trifft Gómez, hat der VfB gute Karten, die Liga zu erhalten. Bleibt man aber im Angriff weiter so harmlos, wird es immer enger werden. 

Zugänge: Gómez (Sturm, VfL Wolfsburg)

Abgänge: Terodde (Sturm, 1. FC Köln), Brekalo (Mittelfeld, VfL Wolfsburg, vorzeitiges Ende der Ausleihe)

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Autor: Till Erdenberger

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