Rückrundenvorschau: Borussia Dortmund geht mit sechs Punkten Vorsprung auf den FC Bayern in die Rückrunde.

Foto: © imago / Belga

Bei Borussia Dortmund hatte man im Sommer eigentlich zunächst das Ziel, sich mit Lucien Favre sportlich einigermaßen zu stabilisieren. Nun steht man nach einer teils überraschenden Hinrunde auf Platz eins und hat sechs Punkte Vorsprung auf den FC Bayern. Kann das junge und talentierte Team am Ende tatsächlich deutscher Meister werden?

Kaderwert: 107.700.000 (Stand 16. Januar)

Kaderpunkte: 902

Comunio-Platzierung: 2. Platz

Bester Spieler: Marco Reus (111 Punkte)

Die Situation: Bei sechs Punkten Vorsprung auf die Bayern und einer bemerkenswerten Hinrunde müsste die Stimmung beim BVB eigentlich herausragend sein. Allerdings trüben einige kleine Verletzungen und Wehwehchen das Dortmunder Stimmungsbild. Vor allem in der Abwehr hat Coach Lucien Favre aktuell personelle Probleme.

Mit Ömer Toprak steht ihm nur ein wirklich fitter Innenverteidiger zur Verfügung. Manuel Akanji fällt mit Hüftproblemen noch länger aus, Dan-Axel Zagadou kehrte im Trainingslager nach über einem Monat Pause erst wieder ins Mannschaftstraining zurück und auch Abou Diallo absolvierte nach Verletzungspause erst ein 45-minütigen Testspiel. Neuzugang Leonardo Balerdi dürfte in den kurzfristigen Überlegungen bei Favre noch keine Rolle spielen.

Auch in der Offensive gab es einige Probleme. So konnte Marco Reus fünf Tage lang auf Marbella wegen eines Magen-Darm-Infekts nicht trainieren und auch Paco Alcacer trainierte im Trainingslager noch mit angezogener Handbremse.

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Alles keine gravierenden Probleme, doch von der gigantischen Euphorie zum Ende der Hinrunde ist aktuell nicht viel übrig. Das kann freilich nach dem Auftakt gegen Leipzig wieder ganz anders aussehen, aktuell scheint es aber so, als würde der BVB anfangen nachzudenken.

Genau davor aber warnt einer der überragenden Akteure der Hinrunde. „Du musst dein Ding durchziehen und zu jeder Zeit und in jeder Situation cool bleiben. Probleme entstehen erst, wenn du sie in deinem Kopf zum Thema machst. Das dürfen wir gar nicht erst zulassen“, sagte Axel Witsel im „kicker“.

„In der Hinrunde ist uns das gut gelungen. Wenn wir uns dann noch immer wieder bewusst machen, dass wir noch rein gar nichts gewonnen haben, dann sind wir auf einem guten Weg.“

Die Kampfansagen aus München hat der 30-Jährige auch vernommen, weiß diese aber auch einzuschätzen: „Das ist ein Spiel, nichts Anderes“, sagt der Belgier. „Was sollen die Bayern in ihrer Situation auch sonst sagen? Wir sind gut beraten, uns nur auf uns zu konzentrieren.“

Natürlich lief in der Hinrunde vieles gut für den BVB, allerdings ist immer nur Glück auch irgendwo Können.

Wichtig wird sein, dass die Leistungsträger wie Reus, Witsel, Thomas Delaney und Co. fit bleiben und der Abstand auf die Bayern nicht direkt zum Auftakt kleiner wird.

Das sagten wir vor der Saison: „Ein echter Konkurrent zu den Bayern ist der BVB trotz der deutlich verbesserten Vorzeichen nicht. Vielmehr möchten die Verantwortlichen eine Konstanz in Form eines wiedererkennbaren Spielstils mit weniger Gegentoren herbeiführen. Das wieder gefestigt wirkende Gerüst sollte dabei auch bei erwartbaren sportlichen Rückschlägen nicht ins Wanken geraten. Mit diesem Kader ist eine erneute Qualifikation für die Königsklasse äußerst wahrscheinlich.“

Gut, auch wir können einmal falsch liegen. Aber sind wir ehrlich, wer hätte vor der Saison gedacht, dass der BVB unter Favre solch eine Hinrunde abliefert? Dass Reus unter seinem Lieblingscoach noch einmal einen Schritt machen würde, das durfte man erwarten. Dass Alcacer, Wiesel und Delaney derart einschlagen, war aber so nicht absehbar. Umso mehr dürfte dies aber die BVB-Fans freuen.

Comunio-Player to watch: Wenn einer enttäuscht hat, dann war das vermutlich Christian Pulisic. Doch nun kann der US-Boy befreit aufspielen, wechselt er doch kommenden Sommer sicher zum FC Chelsea und erfüllt sich somit seinen großen Traum von der Premier League. Vielleicht kann der 20-Jährige ja nun befreiter aufspielen.

Aufgrund der Verletzungsprobleme in der Innenverteidigung dürfte auch Neuzugang Leonardo Balerdi interessant sein zu beobachten. Jedoch ist der 19-jährige Argentinier aktuell noch sehr teuer (4,59 Mio.) und eigentlich auch nur ein Vorgriff auf die neue Spielzeit gewesen, wie Manager Michael Zorn verriet. Deshalb könnte Julian Weigl durchaus wieder eine Rolle spielen.

Der eigentliche Sechser agierte schon am 17. Spieltag gegen Gladbach in der Innenverteidigung und machte seine Sache mehr als ordentlich. Auch im Trainingslager gab’s Lob von Favre: „Gemeinsam mit Ömer Toprak hat Julian Weigl sehr gut in der Innenverteidigung gespielt. Sie haben sich gut verstanden.“ Ein Projekt für die Zukunft?

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Prognose: Wie so häufig spielt sich alles im Kopf ab. Wenn der BVB sich wirklich nur auf sich konzentriert und keine Störfeuer von außen zulässt, führt auf dem Weg zur Meisterschaft an der Favre-Elf kein Weg vorbei. Allerdings sind die Sanchos, Pulisic’ und Hakimis noch sehr jung – umso mehr kommt es dann auf die erfahrenen Reus, Witsel und Delaney an. 

Zugänge: Leonardo Balerdi (Boca Juniors, 15,5 Mio.)

Abgänge: Sebastian Rode (Eintracht Frankfurt, Leihe)

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Autor: Florian Schimak

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