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Das Kind ist längst in den Brunnen gefallen. In Köln rechnen nur noch die größten Träumer mit dem Klassenerhalt. Jetzt heißt es also: Befreit aufspielen und die Mannschaft schon mal für die 2. Bundesliga vorbereiten. Oder geht da etwa doch noch was?

Kaderwert: 33.480.000
Kaderpunkte: 177
Comunio-Platzierung: 18.
Bester Spieler: Timo Horn (46)

Die Situation: Zwischen größter Euphorie und blankem Entsetzen lagen in der Domstadt nur wenige Monate. Während sich die Fans nach 25 Jahren endlich mal wieder den Traum vom Europapokal erfüllen konnten und die Elf sogar den großen FC Arsenal schlug, wuchs auf den Rängen so langsam die Erkenntnis, dass die Auswärtsfahrten in der nächsten Saison wohl wieder nach Aue und Sandhausen führen werden. Am Ende kam natürlich alles zusammen: Falsche Transferpolitik, Verletzte ohne Ende, einige unglückliche Entscheidungen durch den Video-Assistenten und dann musste nach Sportdirektor Jörg Schmadtke auch noch der geliebte Peter Stöger gehen. Bisweilen ging es allenfalls noch darum, den historischen Negativrekord von Tasmania Berlin aus der Saison 1965/66 nach Punkten nicht noch zu unterbieten.

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Platz 10: Jannes Horn, Abwehr, 8 Punkte in 8 Spielen | Bildquelle: Imago

Selten stand ein Absteiger also bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison fest. Alle Planungen gehen deshalb schon in den Aufbau einer Zweitligamannschaft, die möglichst direkt wieder aufsteigen soll. Von Panik-Transfers der Kategorie Schürrle wurde deshalb schnell Abstand genommen. Rückkehrer Simon Terodde ist ein Mann, der genau in dieses Profil passt und der weiß, wie man eine Liga tiefer Tore schießt. Der in der Bundesliga noch unerfahrene Trainer Stefan Ruthenbeck soll die Geschicke zumindest bis Saisonende leiten. Mit dem Einsatz der Talente Birk Risa, Chris Führich, Filip Kusic und Yann Aurel Bisseck machte er bereits klar, dass er auf die Jugend baut.

Das sagten wir vor der Saison: Wir ahnten es bereits: „Die letzten Jahre haben gezeigt, dass es immer wieder Clubs gab, die nach dem überraschenden Einzug in Richtung Europa in der Bundesliga plötzlich um die Existenz kämpfen mussten.“ Schließlich attestierten wir dem FC aber zumindest Chancen auf einen einstelligen Tabellenplatz, sollte man das Toreschießen nach dem Abgang von Anthony Modeste auf mehrere Schultern verteilen können. Die nüchterne Bilanz: Nur zehn Treffer in 17 Spielen. Und Modeste-Nachfolger Jhon Cordoba ist in der Bundesliga noch genauso torlos wie Oldie Claudio Pizarro.

Comunio-Player to watch: Sehrou Guirassy. Der Franzose verballerte zwar auch schon mal freistehend aus zwei Metern Torentfernung, war insgesamt aber einer der wenigen Lichtblicke im Kader des FC. So richtig hatte den Dauerpatienten vor der Saison ja sowieso niemand auf der Rechnung, jetzt zeigt er erstmals, warum er vor noch nicht allzu langer Zeit als große Sturmhoffnung in Frankreich galt. Mit vier Toren in der Bundesliga, dazu noch drei weiteren in den Pokalwettbewerben, ist er nicht nur mit Abstand treffsicherster Kölner, er hat von allen Offensivakteuren auch die meisten Punkte geholt (22). 

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Prognose: Wie bereits gesagt: Das Kind ist schon in den Brunnen gefallen. Köln müsste nach Punkten schon eine Rückrunde wie der Tabellenzweite Schalke spielen, um in Regionen zu stoßen, wo man auch nur annährend an das rettende 40-Punkte-Ufer kommt. Die insgesamt aber extrem ausgeglichene Tabelle zwischen Platz zwei und 17 hält jedoch ein winziges Hintertürchen offen. Der Abstand auf den Relegationsplatz beträgt „nur“ neun Punkte. Wenn bei einer Siegesserie gleichzeitig mindestens zwei Klubs nahezu gar nicht mehr punkten, darf wieder geträumt werden. Und das macht der Kölner ja bekanntlich recht schnell.

Zugänge: Simon Terodde (VfB Stuttgart, 3 Mio.)

Abgänge: Artjoms Rudnevs (Karriereende)

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Autor: Karol Herrmann

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