Was ist los beim Karnevalsverein?

Foto: © imago / Christian Schroedter 
Vor drei Wochen wähnte man Mainz 05 noch auf Kurs Europa, nach drei Klatschen in Serie ist längst Ernüchterung eingekehrt beim Karnevalsverein. Wir sagen, wer sich dennoch lohnen könnte – und wer nicht!

Wie ist die Lage?

1:11 Tore, null Punkte: Die letzten drei Spiele waren aus Sicht der 1.FSV Mainz 05, der mit zwei Siegen erfolgreich in die Rückrunde gestartet war, zum Vergessen. Und auch die Comuniomanager, die auf Mainzer gesetzt hatten, wurden natürlich bitter enttäuscht: 38 Zählerchen sammelt die Mannen von 05-Coach Sandro Schwarz gerade einmal ein. Zum Vergleich: Die beiden Siege über den VfB Stuttgart (3:2) und den 1.FC Nürnberg (2:1) spülten 93 Punkte auf die Comuniokonten der 05-Profis.

Wer könnte sich lohnen?

Was auch passiert: Brosi bleibt (fast immer) stabil! Rechtsverteidiger Daniel Brosinski war einer der ganz, ganz wenigen 05-Kicker, die die jüngsten Klatschen zumindest im Managerspiel nahezu unbeschadet überstanden hat. Nur beim 0:3 gegen den FC Augsburg ging der Ex-Kölner mit unter (-2), in den beiden jüngsten Partien gab es jeweils vier Zähler. Damit steht der Mentalitätsspieler bei 19 Punkten seit Rückrundenstart – trotz des Negativstrudels, in dem man sich derzeit am Bruchweg dreht. 

Robin Quaison ist ein anderer Kandidat, der bei einem übersichtlichen Kurs für Punkte gut ist: Der Schwede traf in der Rückrunde schon zweimal, in den letzten sieben Spielen stehen vier Buden auf der Habenseite des Stürmers. Für derzeit 2.770.000 ist der Sidekick von Mittelstürmer Jean-Philippe Mateta zu haben – und dürfte am Wochenende gegen den aktuell ebenfalls nur mäßig begeisternden FC Schalke eine neue Chance bekommen, Punkte zu sammeln. Was den 25-Jährigen auszeichnet, erklärte Sandro Schwarz jüngst in der Mainzer Allgemeinen Zeitung: „Robin hat jetzt fünf Tore in der Liga erzielt und zwei im Pokal. Er ist ein sehr intelligenter Spieler im Freilaufverhalten, hat gute Tiefenläufe. Und trotzdem gibt es da noch Entwicklungspotenzial in der Ballbehauptung, im Durchsetzungsvermögen. Er ist wichtig für die Mannschaft – und ja, seine Tore tun uns einfach gut.“ Und der Spieler selbst hat sich auch noch ein bisschen was vorgenommen: „Mit fünf Toren ist es noch nicht getan. Aber ich sage euch, wenn ich mein Ziel erreicht habe. Zum Glück gibt es ja noch ein paar Spiele.“

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Von wem lässt man besser die Finger?

Apropos Jean-Philippe Mateta: Der Rekordneuzugang der Mainzer (der 21-Jährige kam für rund acht Millionen Euro von Olympique Lyon) präsentiert sich in der Rückrunde bislang eher glücklos. Ein Tor (beim 3:2 gegen den VfB Stuttgart) und 13 magere Pünktchen sind sicher nicht der Anspruch, den „seine“ Manager an den Franzosen haben, zumal für den Stürmer derzeit immer noch 4.620.000 fällig sind. Diesen Kurs rechtfertigt der sechsfache Saisontorschütze derzeit nicht, zumal er auch dürftig punktet, wenn er ohne Tor bleibt.

Alexander Hack, Moussa Niakhaté, Stefan Bell: Beim 1.FSV Mainz 05 streiten drei Innenverteidiger um zwei Plätze. In der Winterpause hatte Neuzugang Niakhaté etwas überraschend seinen Stammplatz verloren und musste zum Rückrundenstart auf der Bank Platz nehmen, während Alexander Hack neben Kapitän Stefan Bell verteidigte. Zuletzt gab es die Rolle rückwärts und der Franzose durfte wieder von Beginn an ran. Auch, wenn alle drei schon ihre Punkte gesammelt haben und vergleichsweise günstig zu haben sind, sollte man zumindest von Niakhaté und Hack derzeit die Finger lassen, lediglich Stefan Bell scheint gesetzt zu sein. Wer aber ein bisschen zocken möchte, kann es mit Alexander Hack probieren. Garantien, dass der im Spielaufbau sicher stärkste der drei Verteidiger ist, wieder rein rutscht, gibt es allerdings nicht.

In der Sommerpause hatten die Mainzer Verantwortlichen noch ein England-Angebot in Höhe von 40 Millionen Euro ausgeschlagen, heute wäre man wohl froh, wenn nach der Saison noch einmal eine ähnliche Offerte eintrudeln würde: Jean-Philippe Gbamin, eigentlich zum Taktgeber und Führungsspieler auserkoren, erlebt eine schwere Saison, wirkte bereits zu Beginn der Rückrunde leicht außer Form und verlor zuletzt sogar seinen Stammplatz. Den Ivorer sollte man erstmal meiden, auch wenn seine Qualitäten unbestritten sind.

Spannender Zwischenspurt

Es ist ja nun nicht so, dass in der Tabelle dramatische Dinge passiert wären: Die sechs Punkte aus den ersten fünf Spielen der Rückrunde sind sicher die Untergrenze dessen, was man sich ausgerechnet hatte, aber alles andere als ein Fehlstart. Auch der Relegationsrang ist in ganz weiter Ferne. Doch das ist den Comuniospielern natürlich egal, denn für die zählen nur die Zähler, die ihre Jungs im Managerspiel demnächst erobern könnten. Und mit Blick auf die anstehenden Ausgaben muss man konstatieren: Die 05-Spieler müssen sich ihre Punkte in den kommenden Wochen mächtig hart erarbeiten, sowohl virtuell als auch draußen auf dem Feld. Schalke 04 (H), Hertha BSC (A), Borussia Mönchengladbach (H), Bayern München (A) und Werder Bremen (A) heißen die anstehenden Aufgaben. Da kann es auf der Habenseite ganz schnell ganz schön finster werden.

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Autor: Till Erdenberger

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