Lucas Ribeiro ist ein Vorgriff auf die Zukunft

Foto: imago/ Fotoarena
In Hoffenheim sehen sie ihren neuen Verteidiger ganz offiziell als Vorgriff auf die Zukunft. Ob der Brasilianer auch in dieser Saison schon eine Rolle spielen wird? Wir schauen uns den Transfer mal ganz genau an.

Position: Vier Millionen Euro soll die TSG Hoffenheim für die Dienste von Lucas Ribeiro an EC Vitoria bezahlt haben. Der 20-Jährigen spielt als Innenverteidiger ohne auf eine der beiden Positionen in der Viererkette festgelegt zu sein. Dort hatten die Kraichgauer in der Winterpause Kevin Akpoguma abgegeben, sind aber personell grundsätzlich gut aufgestellt.

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Bisherige Karriere: Lucas Ribeiro macht mit seinem Wechsel nach Hoffenheim den ersten ganz großen Schritt in seiner bisher so kurzen Karriere im Profibereich: Erst zur laufenden Saison gelang dem U20-Nationalspieler Brasiliens der Sprung in den Profikader von EC Victoria, für den brasilianischen Erstligisten absolvierte der Verteidiger bisher 16 Ligaspiele.

Einstiegsmarktwert: Aktuell wird der junge Brasilianer im Managerspiel für gut 2.600.000 gehandelt – und das ist mehr, als aktuell für Ermin Bicakcic (2.500.000) fällig werden würde. Und der Bosnier ist mit 51 Zählern der erfolgreichste Punktesammler unter den Hoffenheimer Verteidigern.

Situation: „Wir versuchen bei unserer strategischen Kaderplanung nicht nur an das Heute zu denken, sondern auch ans Morgen.“ Das erklärte Hoffenheims Sportdirektor Alexander Rosen im Rahmen der Bestätigung des Transfers von Lucas Ribeiro, der „über spannende Anlagen verfügt, die wir behutsam weiterentwickeln wollen“. Klarer Fall: Ribeiro ist eine Investition in die Zukunft. Auch, weil der Brasilianer aktuell noch mit der U20-Nationalmannschaft seines Landes bei der U20-Südamerikameisterschaft in Chile weilt und erst danach zu seiner neuen Mannschaft stoßen wird. Wie der kicker die Situation einschätzt, wird man den 1,90 Meter großen Verteidiger in der Rückrunde dahingehend testen, ob er schon im Sommer ernsthaft in den Konkurrenzkampf in der TSG-Defensive wird eingreifen können, oder aber ob man den Neuzugang in der Saison 2019/20 erstmal verleihen wird. Ähnlich hatten es die Kraichgauer schon mit Joelinton gemacht. Der Ribeiro-Landsmann „musste“ erstmal eine Ehrenrunde bei Rapid Wien drehen, ehe er vor der laufenden Runde wieder nach Hoffenheim zurück kehrte – um dann in der Bundesliga ordentlich durchzustarten. Aktuell stehen für den 22-Jährigen in 18 Saisonspielen schon fünf Treffer und fünf Assists zu Buche.

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Marktwertpotenzial: Bei allem Vertrauen in die Kompetenz von Alexander Rosen und Co., aber es ist schwer vorstellbar, dass Ribeiro schon in dieser Saison zu nennenswerten Einsatzzeiten kommen wird – sollte nicht wieder die große Verletzungsseuche unter den TSG-Verteidigern ausbrechen, wie es zu Saisonbeginn passiert ist. Posch, Bicakcic, Vogt, Hübner, Adams – auf der Innenverteidigerposition hat Julian Nagelsmann auch nach dem Last-Minute-Abgang von Havard Nordtveit eigentlich auch ohne Ribeiro eine große Auswahl. Das wird sich natürlich auch schnell negativ auf den Marktwert des Neuzugangs auswirken.

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Autor: Till Erdenberger

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