Jean-Kevin Augustin

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Mit dem Transfer von Jean-Kevin Augustin hat RB Leipzig die Transferaktivitäten abgeschlossen. Kann sich das Talent von Paris Saint-Germain in Leipzig und der Bundesliga durchsetzen? Comunioblog macht den Check. 

Position: Stürmer. Augustin fühlt sich im Zentrum am wohlsten, kann aber auch hängend agieren oder über den Flügel kommen. Als Zentrumsstürmer ist der 20-Jährige aber am gefährlichsten. In Leipzig soll er folglich auch den Kaderplatz des nach Berlin gewechselten Davie Selke einnehmen, auch wenn beide sich in ihrer Spielweise schon unterscheiden. Das verrät allein die Körpergröße von 1,77 Metern. 

Bisherige Karriere: Der U20-Nationalspieler durchlief seit 2009 alle Jugendmannschaften der Akadamie von Paris Saint-Germain. Sein Profidebüt feierte er im April 2015 als der damalige PSG-Trainer Laurent Blanc ihn im französischen Pokal einsetzte. Wenige Monate später folgte der erste Einsatz in der Ligue 1. In der abgelaufenen Saison wollte Augustin dann den Sprung zu einem vollwertigen Kadermitglied schaffen und lehnte daher auch Offerten von Hertha BSC und Borussia Dortmund ab. Das gelang nicht. Er kam nur auf zehn Einsätze für die Profimannschaft. 

Einstiegsmarktwert: Sechs Millionen. Das ist sicher ein happiger Einstiegswert, aber in erster Linie der Tatsache geschuldet, dass Leipzigs Offensivspieler alle unverhältnismäßig teuer sind. Timo Werner (14,7 Mio.), Bruma (13 Mio.) und Yusuf Poulsen (8,97 Mio.) sind noch teurer. Bruma, der sicher auch erst mal eine Herausforderer-Rolle innerhalb des Teams haben wird, startete auch mit sechs Millionen. Die Erwartungen nach der erfolgreichen ersten Saison führen halt zu diesen dramatischen Marktwertanstiegen. 

Die zehn besten Leipziger der Saison 16/17

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Platz 10: Marvin Compper, Abwehr, 76 Punkte in 25 Spielen, Bildquelle: Imago

Situation: Wie bereits kurz angerissen, wird Augustin eher die Rolle des Herausforderers inne haben. Schließlich haben Poulsen und Werner in der vergangenen Saison hervorragend harmoniert. Auf dem Flügel gibt es mit Marcel Sabitzer und Oliver Burke auf links und Emil Forsberg und eben Bruma ebenfalls große Konkurrenz. 

Dazu kommt noch, dass viele Spieler eine Weile brauchen, um das intensive Umschaltspiel, das frühe Attackieren und das schwarmhafte Verteidigen zu verinnerlichen. Bestes Beispiel für diese Schwierigkeiten ist Burke, der als Supertalent aus Schottland kommend, in seiner ersten Saison kaum Akzente setzen konnte. 

Auf der anderen Seite werden die Leipziger in der kommenden Saison die volle Breite des Kaders nutzen, da die Belastung durch die Champions League um einiges höher sein wird und die wenigsten Spieler Erfahrung damit haben. Zudem ist die Belastungssteuerung immer ein großes Thema in Leipzig. Kein Verein nimmt es bei der Kontrolle seiner Spieler genauer als RB. 

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Läuft es optimal, wird Augustin mehr Einsätze als Selke in der vergangenen Saison haben. Dann sind auch durchaus ein paar Comunio-Punkte drin. Wenn die Probleme überwiegen, kann es aber auch eine Ausbildungs- und Lehrjahr wie bei Burke werden. Zumindest weitere Konkurrenz muss der Franzose nicht fürchten. Die Transferaktivitäten sollen mit dem Transfer abgeschlossen sein. Das sagte Sportdirektor Ralf Rangnick. 

Marktwertpotenzial: Da dürfte erst einmal reichlich Potenzial vorhanden sein. Ob es in die Sphären von Bruma gehen kann, ist eher unwahrscheinlich. Da spielte auch der Zeitpunkt eine Rolle. Jetzt ist längst nicht mehr so viel Geld im Umlauf, wie vor ein paar Wochen. Dennoch könnte er an der 10-Millionen-Marke kratzen. Mit Richtung Saisonstart sollte der Wert dann aber deutlich einbrechen. Völlig unabhängig davon, welches von uns skizzierte Szenario letztlich eintreffen wird. 

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Autor: Marc-Oliver Robbers

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