hertha bsc training pal dardai

Foto: © imago / Andreas Gora
Hertha BSC hat mit Davie Selke einen vielversprechenden Stürmer verpflichtet. Der Konkurrenzkampf im Angriff der Berliner ist damit eröffnet. Trainer Pal Dardai weiß immerhin schon, in welcher Formation er seine Mannschaft demnächst auf den Rasen schicken wird.

Beim Trainingsauftakt der Hertha ließ sich Trainer Pal Dardai schon ein bisschen in die Karten schauen. Den Reportern der Tageszeitung „B.Z.“ verriet er, welches System er in der kommenden Saison am liebsten spielen lassen möchte: „Ziel ist es, immer mit zwei Angreifern zu spielen, also in einem 3-5-2- oder 4-4-2-System. Wir wollen selber Spiel und Tempo bestimmen, sind so schwerer auszurechnen.“

In der vergangenen Saison, in der die Hertha Sechster wurde und sich so für die Europa League qualifiziert hat, schickte Dardai seine Männer noch bevorzugt im 4-2-3-1 aufs Feld – genauer gesagt in 27 von 34 Bundesliga-Spielen. Speerspitze war dabei stets Mittelstürmer Vedad Ibisevic. Der Kapitän bestritt 32 Spiele, nur zwei Begegnungen verpasste er aufgrund von Sperren. Mit zwölf Toren und sechs Vorlagen trug Ibisevic maßgeblich zum Erfolg der Hertha bei – bei Comunio sammelte er 85 Punkte.

Ibisevic und Selke als Doppelspitze?

Aber mit Neuzugang Davie Selke ist im Sommer ein weiterer, waschechter Mittelstürmer zur Mannschaft gestoßen. In der vergangenen Saison war der 22-Jährige bei seinem Ex-Klub RB Leipzig nur noch Reservist, bei der Hertha will er sich jetzt wieder in den Vordergrund spielen. Wie auch Ibisevic, ist Selke ein großer, wuchtiger Stürmer. Zusammen könnten die beiden ein gefährliches Duo bilden.

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Mit der deutschen U21-Nationalmannschaft ist Selke gerade Europameister geworden. Er selbst leistete seinen Beitrag dazu mit zwei Toren und einer Vorlage. Schon in der EM-Qualifikation war Selke mit sieben Toren in sieben Einsätzen aufgefallen. DFB-Coach Stefan Kuntz sagte im Vorfeld des Turniers über den Stürmer: „Davie schießt das 1:0, nimmt den Ball wieder aus dem Tor und legt ihn auf den Mittelpunkt, weil er noch ein zweites schießen will. Das ist das, was du als Trainer haben willst.“

Und auch Pal Dardai scheint sich schon darauf zu freuen, seinen Neueinkauf endlich auszuprobieren: „Davie ist jung, hungrig, macht auch mal verrückte Sachen vor dem Tor – das ist gut für uns.“ Insgesamt stehen dem Trainer nun noch mehr taktische Optionen zur Verfügung. Das Spiel der Hertha dürfte dadurch unvorhersehbarer werden.

Rotation auf den Flügeln

Schon in der Vorsaison hatte Dardai auf den Positionen hinter bzw. neben Ibisevic gerne variiert. So spielte etwa Salomon Kalou zwar zumeist als Linksaußen, er kam aber auch in einer Handvoll Spiele als hängende Spitze zum Einsatz. Mit Erfolg: Kalou schoss sieben Tore und bereitete fünf weitere vor; bei Comunio sammelte er 53 Punkte.

Der Japaner Genki Haraguchi (60 Comunio-Punkte, könnte noch wechseln) bestritt für die Hertha 31 von 34 Bundesliga-Spielen und kam dabei ebenso oft über links wie über rechts – am 27. Spieltag vertrat er den gesperrten Ibisevic im Sturmzentrum. Alexander Esswein (22 Comunio-Punkte) kam in 29 teils kurzen Einsätzen fast ausschließlich auf der rechten Angriffsseite zum Einsatz, wurde aber auch für zwei Spiele auf den linken Flügel geschoben.

Ein Allrounder und ein Rückkehrer

Mit Mathew Leckie kommt zudem noch ein weiterer, flexibel einsetzbarer Angreifer zur Hertha. Für den FC Ingolstadt war der Australier in der Vorsaison auf sämtlichen Offensiv-Positionen eingesetzt worden (31 Comunio-Punkte). Über ihn sagte Dardai der „B.Z.“: „Er gibt unserem Angriffsspiel mehr Schnelligkeit, mehr Gefahr über die Außenpositionen. Außerdem soll er den Stürmern gute Pässe auflegen. Was wir ihm noch beibringen müssen, ist das Toreschießen. Im Abschluss hat er Steigerungsbedarf.“ Kritik gab es vom Trainer auch für Reservist Sinan Kurt, der mit deutlichem Übergewicht aus dem Urlaub gekommen sein soll.

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Mit dem derzeit noch verletzten Julian Schieber wird Dardai spätestens im Verlauf der Hinrunde aller Voraussicht nach ein weiterer Angreifer zur Verfügung stehen. Der 28-Jährige kämpft seit Februar mit einem Knorpelschaden im linken Knie, gab sich in der „Bild“-Zeitung zuletzt aber kämpferisch. Er sei kein Spieler, der Phrasen wie „Ich komme stärker zurück“ verwende. „Ich will einfach als der alte Schieber zurückkommen. Und ich bin mir hundertprozentig sicher, dass es klappt.“

Es wäre ihm und der Hertha zu wünschen. Denn mit Blick auf die Mehrfachbelastung aus Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League kann Dardai jeden fitten Mann gebrauchen.

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Autor: Marcus Erberich

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