Es sollte alles besser werden, doch auch in dieser Saison steckt der Hamburger SV im Abstiegskampf. Brauchen Comunios Manager überhaupt noch Hamburger im Kader?

Die Erleichterung im Frühsommer 2014 war riesig.

Nachdem der so stolze Hamburger SV dem vorübergehenden Tod in der Relegation gegen die SpVgg Greuther Fürth noch gerade so von der Schippe gesprungen war, schien die Ausgliederung der Profifußball-Abteilung und die mit ihr einhergehende Umstrukturierung der sportlichen Führungsebene endlich die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen.

Seitdem ist nicht einmal ein Jahr vergangen. Und nüchtern lässt sich feststellen: Eigentlich ist alles beim Alten. Es scheint, als wäre der gesamte Klub von einer mittlerweile chronischen Nervosität ummantelt, die erfolgreiches Arbeiten nicht mehr richtig zulässt.

HSV wieder im Abstiegskampf

Die Fakten sind ernüchternd: Mit 25 Punkten aus 24 Partien steht der HSV auf Rang 15. Elfmal ging der einstige Europapokalsieger in dieser Spielzeit bereits als Verlierer vom Platz. Nur der VfB Stuttgart und Hertha BSC verloren öfter.

Zudem haben die Rothosen mit gerade einmal 16 erzielten Treffern die harmlosteste Offensive der Bundesliga. Übrigens: Arjen Robben hat in 20 Einsätzen 17 Tore geschossen.

Vorstandsvorsitzender Dietmar Beiersdorfer ist dennoch vom Klassenerhalt überzeugt. Unlängst sagte er in einem Interview mit der „Bild“: „Wir haben aus den ersten vier Rückrunden-Spielen sieben Punkte geholt. Ich sehe keinen Grund, warum wir nicht langsam, aber nachhaltig die benötigten Punkte erzielen sollten.“

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob Comunios Manager die gleiche Geduld aufbringen wie Beiersdorfer.

Denn ein Blick in die Comstats verrät: Viel ist mit Hamburgern nicht zu holen.

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Comstats Statistiken Comunio

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Die Mannschaftstatistiken: Wie auch in der Bundesliga steht der Hamburger SV in der Comunio-Tabelle zurzeit auf Rang 15. Insgesamt generierte der Kader in der bisherigen Spielzeit 477 Punkte.

Pro Partie holt die gesamte Mannschaft des HSV also nicht einmal 20 Zähler. Wird dieser Wert noch runtergerechnet auf einen einzelnen Spieler, so kommt das ganze Dilemma erst richtig ans Tageslicht.

Gehen wir – konservativ gerechnet – davon aus, dass Coach Joe Zinnbauer ohne Auswechslung agiert, erspielt ein HSV-Akteur im Schnitt 1,8 Punkte. Nuff said.

Etwas besser ist es bei den zugelassenen Punkten. Da bislang verhältnismäßig wenige Gegentore (33) kassiert wurden, befinden sich die Hamburger auf einem Niveau mit Borussia Dortmund oder dem FC Schalke 04. Insgesamt strichen die Gegner 798 Punkte ein. Im Schnitt lassen HW4 und Co. also 33,3 Zähler zu.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass sich die Mannschaft in den Comstats seit Beginn der Rückrunde im Tiefflug befindet. In den ersten sieben Partien in 2015 gab es pro Partie gerade einmal 11,3 Punkte. Ein absolutes Desaster. Auch ist der Durchschnittswert der zugelassenen Zähler um 6 Punkte angestiegen.

Pro Punkt eines Hamburgers müssen Comunio-Manager übrigens rund 52.000 Euro auf den Tisch packen. Ziemlich viel, wenn so gar nichts zurückkommt, oder?

Die Spieler: Schlechte Nachrichten sind sie in Hamburg ja gewohnt. Ich packe also nochmal eine mit dazu.

Schlussmann Jaroslav Drobny ist mit 72 Punkten mit Abstand der beste Spieler des gesamten Kaders. Und wenn ein Keeper diese Statistik mit großen Vorsprung anführt, kann das nichts Gutes heißen.

Eigentlich ist der gesamte Hamburger SV ein comunionistischer Offenbarungseid. Bis auf den angesprochenen Drobny und Ivica Olic hat es bis zum 24. Spieltag kein einziger Akteur geschafft, die 50-Punkte-Marke zu durchbrechen.

Bei Olic muss zudem erwähnt werden, dass er seit seinem Wechsel an die Elbe bei glorreichen -2 Zählern steht. Er generierte also all seine Punkte eigentlich im Trikot des VfL Wolfsburg.

Falls Ihr dennoch auf die Idee kommen solltet, den ein oder anderen Hamburger zu verpflichten: Nehmt wenigstens jemanden, der bei Comunio als Verteidiger gelistet ist. Immerhin holte die Verteidigung 44,4 Prozent aller Punkte dieser Saison.

Fazit: Leute, wenn wir ehrlich sind: Es lohnt zurzeit einfach überhaupt nicht, mit Spielern des HSV zusammenzuarbeiten.

Es gibt kaum Punkte, da zieht eigentlich nicht mal das Argument, sie würden durch den Sinkflug in der Liga vielleicht günstiger bei Comunio. Warum Geld ausgeben, wenn kein Ertrag in Sicht ist? Natürlich gibt es eine Ausnahme: Drobny könnt ihr Euch ohne Bedenken in die Kiste stellen. Kostenpunkt: Nur 700.000 Euro.

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Autor: Sebastian Schramm

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