Langsam, aber sicher kommen alle Verletzten zurück ins Mannschaftstraining des FC Bayern. Mit Mario Götze, Javier Martinez und Co. hat Pep Guardiola neue Optionen – und neue Härtefälle.  

Fußballübertragungen laufen meist nach Schema-F ab. Neben den Vorberichten und der ersten Einführung durch den Kommentator ist auch immer der obligatorische Kameraschwenk über die Ersatzbank mit dabei.

Dieses Faktum mag kurz vor dem Spiel langweilig anmuten, immerhin stehen die entscheidenden Akteure bereits auf dem Feld. Beim FC Bayern ist dieses Mittel kurz vor Beginn der Partie allerdings zu einem kleinen Highlight verkommen.

Reporter rechnen in Windeseile die Marktwerte der Ersatzspieler zusammen, durchschnittlich im dreistelligen Millionenbereich – selbstverständlich. Beim Champions-League-Erfolg über Viktoria Pilsen nahmen so beispielsweise Mario Götze, Javier Martinez und Thomas Müller Platz auf den beheizbaren Sitzen.

Ein Luxusproblem – vor allem, weil sich ebenso hochkarätige Spieler wie Thiago Alcantara und Xherdan Shaqiri zurzeit in der Rekonvaleszenz befinden.

Bayern noch immer nicht vollzählig

Dieser Umstand scheint für Bayerns Coach Pep Guardiola ein guter zu sein, dirigiert der Spanier doch den in der Breite wohl besten Kader im europäischen Fußball. Doch nach über 100 Tagen „Guardiola“ in München steht immer noch nicht fest, wie der FC Bayern aussieht, wenn er endlich mit voller Kapelle antreten könnte.

Seit dem Beginn seiner Regentschaft agiert der Triple-Sieger auf dem Papier mit lediglich einem nominellen Mittelfeldspieler vor der Viererkette. Dort hat Guardiola vielzählige Möglichkeiten.

Neben Bastian Schweinsteiger und Toni Kroos zählen die bis dato verletzten Spanier zu den Anwärter für die Sechser-Position. Thiago gilt als offensivere Variante, sein Landsmann Martinez orientiert sich eher in Richtung Defensive.

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Martinez demütig

Er könne beides, Abwehr und defensives Mittelfeld, erklärte Martinez dem „Kicker“. Aber „wir sprechen von der besten Mannschaft der Welt, da muss man zufrieden sein, egal, welchen Platz man in der Startelf bekommt.“

Momentan agiert (noch) Kapitän Philipp Lahm mit traumwandlerischer Sicherheit vor der Abwehr. Rafinha übernimmt seitdem mehr als solide auf der Rechtsverteidigerposition, allerdings ließ Guardiola schon durchblicken, dass Lahm bei Rückkehr der eigentlichen Mittelfeldspieler wieder in die Abwehr beordert wird.

Götze drängt in Startelf

Der harte Konkurrenzkampf im defensiven Mittelfeld hat aber auch Auswirkungen auf Bayerns Offensive. Dort haben sich auf den Halbpositionen bislang Kroos und Schweinsteiger festgespielt. Doch der genesene Mario Götze drängt nach seinem Aufbauprogramm in die erste Elf.

Gegen Mainz und Pilsen gab Guardiola dem 21-Jährigen wichtige Minuten für seine Spielfitness – Götze dankt es ihm mit starken Leistungen. Seine Bilanz in den beiden Partien: Ein Tor und drei Vorlagen. „Mario wird jeden Tag ein bisschen besser“, sagt Bayerns Coach. „Er ist ein spezieller Spieler, der auf engem Raum die richtigen Entscheidungen trifft.“

Es wird nicht mehr lange dauern, bis der Ex-Dortmunder von Beginn an losgelassen wird. Vielleicht entscheidet sich Guardiola dann für die Variante, den technisch versierten Götze in vorderster Front einzusetzen.

In diesem Fall müsste Mario Mandzukic mit einem Platz auf der Bank des FC Bayern vorliebnehmen – und den obligatorischen Kameraschwenk über sich ergehen lassen.

Autor: Sebastian Schramm

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