Auch in diesem Jahr noch gegeneinander: Werder und Mainz 05

Foto: © imago /Sven Simon
Dreimal wird bis zur Winterpause noch angepfiffen in der Bundesliga, dreimal noch haben die Kellerkinder die Chance, Punkte zu sammeln. Wir zeigen, gegen wen ihnen was gelingen könnte – und für welches Team es bis Weihnachten noch finsterer werden wird.

1. FSV Mainz 05 (Platz 14, 15 Punkte)

Richtig eng wird es ab Platz 14, den aktuell das Team von Trainer Sandro Schwarz besetzt hält. Natürlich, eine Momentaufnahme, den bis zu Platz 11 sind es gerade mal zwei Punkte. Aber andererseits: Bis zu Platz 17 sind es eben auch nur vier und sowohl der Trend, als auch das Restprogramm bis Weihnachten lassen befürchten, dass es eher noch ein Stückchen nach unten geht, denn nach oben.

Die letzten beiden Spiele verloren die Mainzer gegen Teams, die eigentlich als schlagbar oder wenigstens auf Augenhöhe verortet wurden, von den letzten fünf Spielen wurde nur eines gewonnen und auswärts gab es überhaupt erst zwei Punkte. Und jetzt geht es nach Leipzig, wo die Trauben bekanntermaßen hoch hängen. Dort könnte der in den letzten beiden Spielen jeweils eingewechselte und durchaus belebende Emil Berggreen für den glücklosen Kenan Kodro sein Startelfdebüt feiern.

Danach warten noch Borussia Dortmund (vielleicht mit neuem Trainer und frischem Schwung?) und zum Hinrundenausklang der – bei aller Vorsicht – wiedererstarkte SV Werder Bremen. Im Moment wäre es eher überraschend, wenn aus diesem satten Dreierpack mehr als zwei Punkte heraus springen würden.

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Hamburger SV (Platz 15, 14 Punkte)

Sorgen, die man in Hamburg derzeit nicht hat. Man möchte sich beinahe auf die Zunge beißen, aber: Die Hamburger sind derzeit so etwas wie die Mannschaft der Stunde unter den Kellerkindern. Immerhin sammelte man sieben Punkte in den letzten vier Spielen, auch wenn man mit dem eigenen Verständnis von Auswärtstaktik nicht alle TV-Experten nachhaltig beeindrucken konnte.

Den Norddeutschen ist es egal, sie hamstern sich derzeit ihre Punkte zusammen und die TSG Hoffenheim muss man eben auch erstmal 3:0 schlagen. Und bis Weihnachten könnte man tatsächlich noch ein paar Punkte einfahren, denn in zwei Heimspielen hintereinander (gegen den VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt) ist es nicht ausgeschlossen, dass die kleine Serie mit zuletzt zwei Heimsiegen noch eine Weile Bestand hat.

Wird in diesen Spielen gepunktet, ist der abschließende Auftritt bei Borussia Mönchengladbach beinahe eine Küraufgabe. Denn wie wir seit dem Wochenende und der Klatsche in Wolfsburg wissen: „Unschlagbar“ ist anders.

SC Freiburg (Platz 16, 12 Punkte)

Na also, es geht doch: Der SC Freiburg weißt derzeit nachhaltig nach, dass er am Leben ist und im Kampf um den Klassenerhalt voll mitmischen will. Zunächst schlug man den 1. FSV Mainz 05, dann holte man einen Punkt gegen völlig destruktive Hamburger. Für Ekstase sorgte spielerisch keiner der beiden Auftritte, aber das dürfte ihnen im Schwarzwald völlig egal sein.

Und das zurecht, denn wenn die bis dahin schwächste Defensive der Liga in zwei Spielen nur ein Gegentor zulässt, dann spricht das für eine lange verloren gewesene Stabilität und vor allem Kontinuität in der Hintermannschaft. In Köln, gegen Gladbach und in Augsburg liegen durchaus noch ein paar Punkte auf der Straße, die man liebend gerne einsammeln würde.

Apropos Punkte: In den ersten 14 Saisonspielen holten die Freiburger Kicker nur 10,3 Punkte im Schnitt pro Spiel. Alle eingesetzten Spieler zusammen, wohlgemerkt. Diesen Wert sollten die Jungs von Trainer Christian Streich deutlich verbessern, sonst wird es in Kürze wieder finster. Denn rechnerisch steht man zumindest bei Comunio nicht auf dem Relegationsrang, sondern müsste stattdessen direkt den Gang in Liga Zwei antreten.

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SV Werder Bremen (Platz 17, 11 Punkte)

Der Trainerwechsel von Alexander Nouri zu Florian Kohfeldt hat ihnen in Bremen offensichtlich Flügel verliehen. Kleine Flügel zwar, aber es reicht zu einem gar nicht so unspektakulären Höhenflug: Sechs Punkte holten die Grün-Weißen in den vier Spielen unter dem neuen Übungsleiter und sind damit längst wieder voll drin im Rennen um den Klassenerhalt.

Mit 17,7 Punkten im Schnitt pro Spiel steht man bei Comunio sogar auf Platz 15 und damit über dem Strich, solange sich dieser Wert auch in „echten“ Punkten niederschlägt, könnte sich die anfangs verkorkste Hinrunde hinten raus noch ganz wohlig anfühlen.

Und in den letzten drei Spielen warten spannende Aufgaben: Am kommenden Wochenende könnte man in Dortmund wohl nicht nur weiteren Boden gut machen, sondern auch BVB-Trainer Peter Bosz aus dem Amt schießen, danach warten wechselhafte Leverkusener. Und zum Abschluss reist der 1. FSV Mainz 05 an die Weser, der dann schon mächtig unter Druck stehen dürfte.

1.FC Köln (Platz 18, 3 Punkte)

Man könnte sagen: Ist es nicht eigentlich egal, gegen wen der 1.FC Köln noch spielt? Wer in 14 Spielen drei Punkte holt, der steht nicht im Verdacht, daran in drei weiteren Spielen noch entscheidend etwas zu verändern. Und das Bittere ist ja: Erhamstert man sich dann doch mal mit Moral ein Pünktchen, holen die Konkurrenten am rettenden Ufer auch mindestens eines – oder wie der SV Werder Bremen gleich drei.

Aber sich von der Runde abzumelden, ist ja auch keine Option. Also immer weiter und vielleicht durchbricht ja dieser bizarr abgelaufene Trainerwechsel die Dynamik aus Pleiten, Pech und Pannen. Immerhin: Mit dem SC Freiburg und dem VfL Wolfsburg empfängt man noch zwei Teams aus der Kategorie „Gegen wen, wenn nicht gegen die?“. Unschön könnte es dagegen in der verbleibenden Auswärtspartie werden: Da geht es nach München. Aua.

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Autor: Till Erdenberger

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