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Mit Axel Witsel angelt sich Dortmund einen internationalen Top-Spieler, der – aber Achtung – noch nie in einer Top-Liga gespielt hat. Bringt der Belgier dem BVB die entscheidende Qualität im Mittelfeld? Der Comunio-Check.

Position:  Witsel ist ein Sechser, der als alleiniger Abfangjäger, als Teil einer Doppelsechs oder etwas offensiver als Achter agieren kann – etwa, wenn Julian Weigl dahinter absichert. In seltenen Fällen wurde er auch schon als Zehner gesichtet. Das wird bei Dortmund mit großer Wahrscheinlichkeit nicht passieren.

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Bisherige Karriere: Es ist in den letzten Wochen vieles über die bisherige Laufbahn Witsels geschrieben worden. Und bei einem sind sich alle einig: Sie war recht ungewöhnlich. Denn: Es gibt wohl keinen derart bekannten Spieler, der bislang „nur“ in Belgien, Portugal, Russland und China Fußball gespielt hat. Im Alter von 29 Jahren kommt Witsel also erstmals in einer europäischen Top-Liga an.

Doch der Reihe nach. Schon als Teenager galt er als Wunderkind in Belgien, durchlief sämtliche U-Nationalmannschaften und debütierte mit 17 Jahren bei Standard Lüttich. Als einschneidendes Erlebnis gilt ein Foul des damals 20-Jährigen an seinem Gegenspieler Marcin Wasilweski, der sich dabei das Schien- und Wadenbein brach. Das dazu gehörige Youtube-Video ist definitiv nichts für zart Besaitete.  Es folgte ein medialer Spießroutenlauf, bei dem sich Witsel, wie sein Vater sagt, stark verändert haben soll. Der aufstrebende junge Mann wurde verschlossener.

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Rein sportlich gab es aber nie Bedenken an seinen Fähigkeiten. Trotz vieler Angebote von Top-Klubs aus Spanien, England und Italien ging Witsel anschließend ungewöhnliche Wege: Benfica Lissabon, Zenit St. Petersburg und schließlich Tianjin Quanjia in China. Jedes Mal, so hieß es, sei Witsels Karriere gefährdet. Doch jedes Mal belehrte er seine Kritiker eines Besseren. Seit zehn Jahren ist er in der belgischen Nationalmannschaft nicht mehr wegzudenken, kommt in 96 Nationalspielen auf zwei WM- und eine EM-Teilnahme. Gerade bei der WM in diesem Sommer zählte er, obwohl in China unter Vertrag, zu den absoluten Leistungsträgern einer starken belgischen Elf. Und wem diese Erfahrung noch nicht reicht: Witsel kommt auf 40 Champions-League- und 22 Europa-League-Einsätze. 

Einstiegsmarktwert: 7 Mio. ist für einen Spieler mit seinem Standing durchaus moderat gewählt. Damit kommt spielt er in etwa in einer Liga mit Bayerns Javi Martinez und seinem Mannschaftskameraden Mario Götze.

Situation: Stand heute ist Axel Witsel gewiss der prominenteste Neuzugang dieses Bundesliga-Transferfensters. Und Dortmund darf sich für diesen Coup durchaus auf die Schultern klopfen lassen, zumal die Ablöse mit rund 20 Millionen Euro im äußerst preiswerten Bereich liegt.

Von Witsel verspricht man sich beim BVB  zuletzt fehlende Führungsqualitäten im Mittelfeld. Und die bringt er ohne Zweifel mit. Der Belgier besticht in erster Linie als Stratege, kluger Passgeber und robuster Abfangjäger. Die Zweifel, ob er nach anderthalb Jahren in China überhaupt noch das körperliche Niveau für eine Top-Liga besitzt, hat er spätestens mit seinen WM-Auftritten widerlegt. Dortmund kann er sofort weiterhelfen, wenngleich er nach längerem WM-Urlaub erst spät eingestiegen ist und vielleicht in den ersten beiden Pflichtspielen noch nicht zur Stammelf gehört.

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Witsel muss sich der Konkurrenz um Julian Weigl, Thomas Delaney, Mo Dahoud und Nuri Sahin stellen, hat aber beste Voraussetzungen sich hier als erster Stammplatz-Kandidat durchzusetzen. Ein Spieler, der die Liga ohne Zweifel bereichern wird.

Marktwertpotenzial: Schon nach wenigen Tagen konnte die Aktie Witsel einen Anstieg von mehr als zwei Mio. verbuchen und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Man kann hier also in jedem Fall sein Kapital erhöhen, bringt man das nötige Investitionsvolumen mit. Auch dauerhaft ist dem Belgier zuzutrauen, einen Marktwert um die 10 Mio. zu halten.

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Autor: Karol Herrmann

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