Local Player Götze und Hummels:

Foto: © imago /Action Pictures
Ein Hoch auf die „Local Player“: Jeder Bundesligist muss mindestens vier dieser im Club ausgebildeten Spieler im Kader haben, sonst gibt es Ärger.

„Ein vom Verein ausgebildeter Spieler ist ein Spieler, der – unabhängig von Staatsangehörigkeit und Alter – zwischen seinem 15. und seinem 21. Lebensjahr für drei vollständige Spielzeiten bei seinem aktuellen Verein registriert war.“ So lautet die „Local Player“-Regelung der UEFA im Wortlaut – und sie treibt bisweilen eigenartige Früchte: So sitzen auf einmal altgediente Masseure oder Betreuer im Leibchen auf der Bank, die mal vor Urzeiten in der Jugend des jeweiligen Clubs gekickt haben. Und selbst wenn hochambitionierte Jungs die Local Player stellen, gehen die Vereine durchaus unterschiedlich mit diesem durch die Regel vorgeschriebenen Talentepool um: RB Leipzig schickte seine „lokal ausgebildeten Spieler“ in dieser Saison für exakt null Minuten auf den Rasen. Dass es auch anders geht, zeigen zum Beispiel ausgerechnet die Bayern. Die stellen mit David Alaba, Thomas Müller und Mats Hummels gleich drei „Local Player“ von internationalem Format. Wir sagen, welche Investitionen aus dem eigenen Nachwuchs in dieser Saison die mächtigste Rendite einfahren.

Mario Götze (Borussia Dortmund, 60 Punkte)

Glücklich, wer die Local Player-Regelung nicht mit kaum wettbewerbsfähigen Karteileichen mit Leben füllen muss, sondern die entsprechenden Positionen auf dem Spielberichtsbogen mit regelgerechten Leistungsträgern besetzen kann – und das dann auch noch mit vollem Recht. Mario Götze war neun Jahre alt, als er in die Jugend des BVB wechselte und mit 17 wechselte der gebürtige Bayer dann schon in den Profikader. Vorbildlicher kann man der Regel nicht gerecht werden. Und nach dem unglücklichen Intermezzo beim FC Bayern, stürmt der WM-Held inzwischen wieder erfolgreicher für seinen Ausbildungsverein. Ein bisschen romantisch…

Max Kruse (SV Werder Bremen, 65 Punkte)

Ja, Max Kruse ist tatsächlich einer der Local Player von Werder Bremen, auch wenn er im für die Anerkennung des Status relevanten Zeitraum an der Weser keine Bäume ausgerissen hat und man sich angesichts der wechselvollen Karriere des Stürmers kaum mehr an die Anfänge erinnern kann.. Als 16-Jähriger wechselte das Talent dereinst zu den Grün-Weißen, spielte später immerhin 68 Mal für die zweite Mannschaft und einmal auch in der Bundesliga, bevor es auf Wanderschaft ging. St. Pauli, Freiburg, Gladbach, Wolfsburg hießen die Stationen, bevor der verlorene Sohn wieder in den Schoß der viel beschworenen Werder-Familie zurück fand. Jetzt schießt der Wandervogel seine Tore ganz offiziell als Local Player. Kann man sich auch nicht ausdenken.

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Nuri Sahin (Borussia Dortmund, 66 Punkte)

Mit 13 in die Jugendabteilung gewechselt, mit 16 für die Profis debütiert und mit 17 Jahren, zwei Monaten und 21 Tagen der jüngste Torschütze der Bundesligageschichte: Der frühe Werdegang des Nuri Sahin ist eine schwarz-gelbe Erfolgsgeschichte. Und offensichtlicher kann man die drei entscheidenden Jahre zur Erlangung des Local Player-Stempels kaum erfüllen. Erst mit 23 Jahren wechselte der Mittelfeldspieler zu Real Madrid, wurde jedoch weder dort noch später beim FC Liverpool glücklich, geschweige denn erfolgreich. Seit 2013 steht Sahin nun wieder bei „seinem“ BVB unter Vertrag – und ist inzwischen nach schwächeren Spielzeiten wieder auf dem Weg zu alter Stärke. Auch wenn es in dieser Saison erst zu elf Einsätzen von Beginn an reichte, hat sich Sahin wieder in der Zentrale etabliert. 

Julian Brandt (Bayer Leverkusen, 70 Punkte)

Unter dem Bayer-Kreuz sieht man es offensichtlich nicht ein, die Local Player-Regelung nur mit gutem Willen oder traurigen Tricks zu erfüllen und schickt stattdessen lieber eine ganze Reihe selbst ausgebildeter Akteure in den Kampf. Dominik Kohr (34 Punkte), Kai Havertz (34) und Benjamin Henrichs kommen auf reichlich Spielzeit und Julian Brandt (70) steht über allem. Der 21-Jährige ist nicht nur inzwischen schon ein etablierter Kandidat für Jogis WM-Kader, sondern steht natürlich auch beim FC Bayern schon auf dem Zettel – ein Wechsel in diesem Sommer schien nur noch auf seine finale Verkündung zu warten. Doch denkste. Im Winter erklärte Vater und Berater Jürgen Brandt, dass der Rekordmeister noch warten müsse, denn die Mission des Juniors bei seinem Ausbildungsverein sei noch nicht beendet. „Julians Ziel ist es, nächste Saison mit Bayer wieder international zu spielen. Julian fühlt sich Bayer nicht entwachsen.“ Ein echter Local Player eben…

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Mats Hummels (FC Bayern München, 93 Punkte)

Denkt man beim FC Bayern an DEN Local Player, wird wohl neun von zehn Fußballfreunden sofort der Name Thomas Müller in den Sinn kommen. Der „Raumdeuter“ steht wie kein zweiter Spieler dieser Generation für den Rekordmeister. Und doch ist ein anderer in dieser Saison der Musterschüler aus dem eigenen Nachwuchs, an den man vielleicht erst mit kurzer Verzögerung denkt: Mats Hummels durchlief bei den Bayern alle Nachwuchsteams, „groß“ wurde er dann jedoch beim BVB. Der Verteidiger sammelte bisher 93 Comunio-Punkte und stellt damit nicht nur seinen Mannschaftskameraden Müller (65 Punkte) deutlich in den Schatten, sondern ist gleichzeitig der erfolgreichste Local Player der gesamten Liga.

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Autor: Till Erdenberger

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