2. Runde im DFB-Pokal! Kaiserslautern empfängt Bundesliga-Aufsteiger Hertha BSC, in Freiburg kommt es zur Wiederauflage des letztjährigen Halbfinals. Und: Hannover will in München eine Sensation.  

FC Bayern München – Hannover 96 (Anstoß 20.30 Uhr)

Sollten die Münchner den Niedersachsen eigentlich einen Strauß Blumen, Pralinen und eine Danksagung schicken? Seit dem 2:0-Heimerfolg über Hannover am 5. Spieltag scheint die Bayern-Maschine ins Rollen zu kommen.

In der Champions League hatte ZSKA Moskau nicht den Hauch einer Chance, am vergangenen Wochenende watschte der deutsche Rekordmeister den FC Schalke mit vier Toren ab. „Da hat die Mannschaft gut gespielt, mit Hunger“, sagt Trainer Pep Guardiola.

Bayern anfällig für Konter?

Dass die Hannoveraner aber ein extrem unangenehmer Gegner sein können, weiß auch Bayerns Coach. Die Gegenstöße der Niedersachsen sind schnell und schnörkellos – ein Problem für die Münchner, die beim Umschaltspiel immer noch nicht perfekt abgestimmt sind?

„Wir haben die Konter gegen Schalke gut kontrolliert, obwohl sie zu Beginn über Farfan zwei Konter hatten“, erklärt der Spanier. „Wir dürfen diese Aktionen nicht zulassen.“

Große Veränderungen in Guardiolas Startelf sind gegen Hannover kaum zu erwarten. Die Verletzungen von Javier Martinez und Thiago Alcantara stellen das Mittelfeld fast von selbst auf. Eine neue Option kommt aber hinzu: Mario Götze könnte wieder im Kader stehen.

Bayerns Gegner aus Niedersachsen plagen ähnliche Verletzungssorgen. Stürmer Mame Diouf fällt ebenso aus wie Christian Pander, Steven Cherundolo und Felipe. Dennoch: 96 hat Lust auf Pokal.

„Es ist das schwierigste Pokalspiel, das man bekommen kann. Aber das macht es besonders reizvoll“, sagt 96-Sportdirektor Dirk Dufner, „wenn es nicht klappt, wollen wir wenigstens alles versucht haben – das muss die Herangehensweise sein.“

SC Freiburg – VfB Stuttgart (Anstoß 20.30 Uhr)

Noch im April kreuzten beide Mannschaften aus Baden-Württemberg die Klingen im DFB-Pokal-Halbfinale. Ein unglaublich intensives Spiel mit dem besseren Ende für den VfB.

Knapp fünf Monate später treffen beide wieder im Pokal aufeinander – allerdings unter neuen Voraussetzungen.

Die Stuttgarter haben bereits zu Beginn der Saison den Übungsleiter ausgetauscht und agieren seitdem wesentlich stabiler. Thomas Schneider hat der Mannschaft Selbstvertrauen eingeimpft: Seit seinem Engagement haben die Schwaben sieben von neun möglichen Punkten gesammelt.

Entsprechend optimistisch geht der neue Trainer in das Spiel: „Es wäre sicher eine Überraschung, wenn wir rausfliegen würden.“

Freiburg will Befreiungsschlag

Anders sieht es beim SC Freiburg aus. Nach der überragenden letzten Saison verkaufen sich die Breisgauer häufig unter Wert, in der Bundesliga gab es bislang noch keinen Sieg. Selbst auf europäischer Ebene hat der Sportclub nach einer 2:0-Führung gegen Liberec (Endstand 2:2) ein erstes Erfolgserlebnis der Spielzeit noch leichtfertig verspielt.

„Im Moment geht es nicht um einen Stellenwert bei unseren Spielen. Sondern darum, uns einzuspielen, stabiler zu werden und uns Selbstvertrauen zu holen“, sagt Freiburgs Coach Christian Streich.

Verletzungssorgen plagen beide Klubs. Dem VfB Stuttgart fehlt neben Mittelfeldmann Moritz Leitner auch Keeper Sven Ulreich. Für ihn wird Thorsten Kirschbaum sein Pflichtspiel-Debüt für die Schwaben geben. Bei den Freiburger setzen Mensur Mujdza, Vegar Eggen Hedenstad und Vladimir Darida aus.

1. FC Kaiserslautern – Hertha BSC (Anstoß 19.00 Uhr)

Mittwoch, Flutlicht, Betzenberg: Rein von den äußeren Umständen könnte in Kaiserlautern auch Champions League angepfiffen werden. Doch anstatt der alten Dame aus Turin kommt ihr Namensvetter aus der Bundeshauptstadt.

Die Hertha ist nach sechs Spieltag bester Aufsteiger, acht Punkte und Platz zehn in der Liga spiegeln den Verein momentan ganz gut wider. Dabei haben die Berliner gute Erinnerungen an Kaiserslautern im Pokal: Vor zwei Jahren gewann Hertha mit 3:1 im heimischen Olympiastadion und zog damit ins Viertelfinale ein.

Mit Runjaic zum Sieg?

Dennoch: Aus den letzten drei Spielen holten die Berliner nur einen Punkt, Trainer Jos Luhukay wirkte vor allem nach den Spiel gegen den SC Freiburg extrem angefressen. Die Chance für Kaiserslautern?

Der neue Coach Kosta Runjaic verbuchte bei seinem Debüt gegen den 1. FC Köln gleich ein Erfolgserlebnis. Ansprechende Leistung, viele Chancen – ein Unentschieden beim Aufstiegskandidaten soll für nötigen Schwung sorgen. Zwar verfüge Hertha über eine „hohe Qualität“, seine Elf will aber mit „Macht dagegen halten.“

Wichtig für die Pfälzer: Angreifer Mohamadou Idrissou ist wieder mit an Bord. Torrejon und Alushi sind ebenfalls einsatzbereit. Bei Hertha fehlen neben dem Langzeitverletzten Alexander Baumjohann auch John Anthony Brooks, Per Kluge und Marcel Ndjeng.

Autor: Sebastian Schramm

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