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Gleich sechs Spieler haben am 19. Spieltag zum ersten Mal Bundesliga-Luft geschnuppert. Welche Perspektiven haben die Neuen und wie stehen die Chancen auf einen Einsatz in der Startelf? Comunio macht den Debütanten-Check.

Stand der Marktwerte: 6. Februar 2017

Federico Palacios Martinez (RB Leipzig, 170.000, Sturm)

Beinahe wäre er der große Held in Dortmund gewesen, doch vor seinem Beinahe-Ausgleich in der Nachspielzeit stand der Deutsch-Spanier knapp im Abseits. Palacios galt einmal als eines der größten Stürmer-Talente des Landes, erzielte vor seinem Wechsel zu RB Leipzig 2014 in 14 Spielen für die Wolfsburger U19 in der A-Jugend Bundesliga stolze 29 Tore. Auf den Durchbruch wartet der 21-Jährige bis heute jedoch vergebens.

Zuletzt zeigte sich Palacios in der Leipziger Reserve in der Regionalliga wieder äußerst treffsicher und wurde deshalb mit einem zehnminütigen Einsatz gegen den BVB belohnt, den Trainer Ralf Hasenhüttl als „sehr frech“ bezeichnete. In der stark besetzten Offensive der Sachsen wird es für ihn schwer, einen Platz zu finden. Mit seinen 1,70 Metern Körpergröße ist Palacios der Gegenentwurf zu den bulligen Yussuf Poulsen und Davie Selke und steht deshalb eher in Konkurrenz zum gesetzten Timo Werner. Dennoch dürften ihm nach dem Auftritt in Dortmund weitere Einsatzminuten winken.

Dayot Upamecano (RB Leipzig, 3.520.000, Abwehr)

Gegen Dortmund wurde er nach gut einer Stunde ins kalte Wasser geworfen und nach einer ersten Unsicherheit, bei der er sich prompt die Gelbe Karte abholte, zeigte der gelernte Innenverteidiger eine solide Vorstellung. Der Neuzugang von Red Bull Salzburg, der alle U-Nationalmannschaften Frankreichs durchlaufen hat, sollte in den kommenden Spielen beste Einsatzchancen haben.

Wundertüte für Mainz: Wie gut ist Bojan Krkic?
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Um den schmerzlichen Abgang von Yunus Malli zu kompensieren hat der FSV Mainz 05 Bojan Krkic verpflichtet. Aber kann das einstige Jahrhunderttalent seinen hohen Ansprüchen gerecht werden?

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Zunächst vielleicht als Vertreter des gelbgesperrten Marvin Compper gegen den HSV, könnte er im Laufe der Rückrunde diesem durchaus den Stammplatz streitig machen, schließlich lief Compper den schnellen Dortmundern das ein- oder andere Mal nur hinterher. Der Trend zeigt bei Upamecano deshalb klar nach oben, doch ist er mit einem satten Marktwert von 3.520.000 aktuell höher eingestuft als etwa Andreas Christensen oder Ömer Toprak. Zu viel für einen 18-jährigen Neuling.

Jordan Torunarigha (Hertha BSC, 330.000, Abwehr)

Nicht zuletzt, weil er als Innenverteidiger gerne mit langen Bällen in die Spitze operiert, wird der 19-Jährige schon mal als der nächste Jerome Boateng gefeiert. Im Dezember von den Amateuren in Herthas Profikader befördert, gab es für Torunarigha als Belohnung noch die ersten Bundesliga-Minuten gegen Ingolstadt.

Es ist kein Geheimnis, dass dem U20-Nationalspieler die Zukunft gehört. In Herthas Hintermannschaft muss er sich jetzt aber erstmal hinter John Brooks, Niklas Stark und Sebastian Langkamp einreihen. Prognose: Längere Einsatzzeiten sind wohl nur bei einem Ausfall der drei Platzhirsche möglich.

Max Besuschkow (Eintracht Frankfurt, 430.000, Mittelfeld)

Als einer der Leistungsträger der DFB-Elf bei der U19-EM im Sommer, sollte Besuschkow eigentlich beim VfB Stuttgart durchstarten. Dort wurde der zentrale Mittelfeldspieler aber nicht gebraucht und schließlich im Winter nach Frankfurt verkauft. Sehr zum Ärger vieler VfB-Fans, die glaubten ein Jahrhunderttalent verloren zu haben. Nach dem Bundesliga-Debüt beim Hessenderby in der 88. Minute stellt sich nun die Frage, ob sich der 19-Jährige bei den Frankfurtern durchsetzen kann.

Doch wo soll er spielen? Für die offensive Rolle fehlt Besuschkow schlicht die Geschwindigkeit, hier hat hinter Marco Fabian derzeit ohnehin Senkrechtstarter Aymen Barkok die Nase vorn. Auf der Sechser-Position müsste er sich mit Makoto Hasebe und Omar Mascarell, beide unter Kovac eigentlich unantastbar, streiten. Fazit: Mehr als ein paar Einwechslungen sind nicht drin und bald kehrt dann auch noch mit Marc Stendera ein sehr ähnlicher Spielertyp zurück.

Bojan Krkic (1. FSV Mainz 05, 5.590.000, Sturm)

Die Wundertüte Bojan haben wir an dieser Stelle schon ausführlich beleuchtet. Beim Bundesliga-Debüt in Hoffenheim machte das einstige Jahrhunderttalent in erster Linie mit einem schlampigen Fehlpass auf sich aufmerksam. Die resoluten Hoffenheimer Verteidiger schienen für den kleingewachsenen Spanier doch eine Hausnummer zu rustikal zu sein.

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Und zumindest für die Anfangsformation scheint er in der Elf von Martin Schmidt auch kurzfristig keine Option zu sein. Zwar ist der Marktwert der Stoke-Leihgabe rasant gestiegen, doch hier dürfte der Peak sehr zeitnah erreicht sein. Prognose: Den großen Durchbruch wird Bojan auch in der Bundesliga nicht schaffen.

Leon Bailey (Bayer 04 Leverkusen, 6.390.000, Sturm)

Dass der Werkself mit dem Jamaikaner ein Transfer-Coup gelungen ist, steht außer Frage. Und nach der Sperre von Hakan Calhanoglu dürfte Bailey wohl etwas früher als geplant eine Rolle spielen. Zumal potenzielle Startelf-Konkurrenten wie Kevin Volland oder Admir Mehmedi gegen den HSV erschreckend harmlos agierten.

In den bisherigen acht Einsatzminuten konnte der 19-Jährige noch nicht allzu viel zeigen, doch gemeinsam mit Julian Brandt oder Karim Bellarabi könnte er schon bald zu einer hoch explosiven Flügelzange werden. Wer sich Bailey leisten will, braucht aber das nötige Kleingeld, schließlich ist der junge Mann vom Marktwert her ähnlich eingestuft wie Brandt und Bellarabi und zählt somit zu den teuersten Spielern der Werkself.

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Autor: Karol Herrmann

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