Der Mann des Tages: Claudio Pizarro

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Das Spiel zwischen Hertha BSC und dem SV Werder war gleich in mehrfacher Hinsicht ein ganz außergewöhnliches. Aber auch sonst gibt der 22. Spieltag einige interessante Statistiken her. Und wir haben sie.

Es gibt auf den Kreisligaplätzen bisweilen Ausrufe wie „Lass dich von dem nicht so nass machen, der könnte dein Vater sein!“, wenn der routinierte Dorfstürmer im 25. Jahr unterstklassig mal wieder dem ambitionierten aber noch grünen A-Jugendlichen auf Aktivitätsausflug schlecht hat aussehen lassen. Ob es derlei Sprüche auch zwischen Bundesligakickern gibt, ist nicht bekannt, am Samstag Abend wäre es allerdings mal wieder angebracht gewesen. Denn da schrieb ein Senior seinen Teil der Bundesligageschichte fort: Claudio Pizarro ist nun mit 40 Jahren und 136 Tagen der älteste Torschütze in 56 Jahren Bundesliga. Davie Selke wiederum, der für Hertha BSC das 1:0 erzielt hatte, ist gerade erst 25 Jahre alt geworden. Damit liegen mehr als 16 Jahre Unterschied zwischen den beiden Torschützen in diesem Spiel, Eheleute mit dieser Altersdifferenz würde man skeptisch beäugen – so staunt man einfach. Unnötig zu erwähnen, dass Pizza mit seinem Treffer auch weiter an seiner Comunioausnahmestellung arbeitet. 37 Punkte sammelte der Peruaner schon seit seinem 40. Geburtstag. Zumindest unter den Feldspielern dürfte das ein Rekord für die Ewigkeit sein. Seinen Spruch bekam der Routinier übrigens schon vor dem Freistoß, der zum Ausgleich führte – vom eigenen Mitspieler: „So viel Kraft hast du nicht mehr“, sagte Werder-Kapitän Max Kruse zu Pizzas ursprünglichem Plan, das Leder in die Torwartecke zu treten. Nach 20 Profijahren eben ein Mann für wenige Minuten für die Ewigkeit: Comunio verneigt sich vor Claudio Pizarro!

Senkrechtstarter Selke

Nun aber genug der Ehrfurcht, denn dem letztendlich zum Nebendarsteller degradierten zweiten Torschützen des Spiels gebührt seinerseits die volle Anerkennung: Davie Selke ist unter den Stürmern so etwas wie der Mann der Stunde, der 24-Jährige holte seit dem Start der Rückrunde starke 36 Punkte und verdoppelte seinen Marktwert aus der Winterpause mal eben. Für spiegel.de ist Selke denn auch aktuell „der beste deutsche Stürmer“, untermauert wird das anhand der offensichtlichen Zahlen: Sechs Scorerpunkte stehen schon für den Ex-Bremer in den Büchern (zwei Tore, vier Assists), dazu rühmen die Kollegen das Timing beim Sprint hinter die Abwehr. Im Managerspiel bedeutet das Rang vier unter den Bundesligastürmern seit dem 18. Spieltag.

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Geschichte wiederholt sich

Ein unheimlich aufgeweckter Typ muss Herthas Ondrej Duda sein. Anders ist es kaum zu erklären, dass der Slowake seinem Blitzstart vom Saisonbeginn (40 Punkte aus den ersten sechs Spielen) nun schon wieder 46 Zähler aus den ersten fünf Partien der Rückrunde hat folgen lassen. Es ist allen Comuniomanagern, die dem 24-Jährigen (wieder) das Vertrauen geschenkt haben, zu wünschen, dass Duda sich diesmal auf höherem Niveau stabilisiert. Denn nach dem formidablen Auftakt folgte ein grauer Herbst und ein trauriger Winteranfang: 26 Punkte aus den elf Spielen bis zur Winterpause trübten den schönen Start schnell wieder ein.

Furiose Werkself

Der Bosz-Fußball kommt bei den Spielern von Bayer Leverkusen gut an, besonders die Offensivspieler dürfen sich naturgemäß über den konsequenten Offensivstil des Holländers freuen. Und das findet seinen Niederschlag nicht nur (weitestgehend) in den Ergebnissen der Rheinländer, sondern auch in den Comuniopunkten: Mit Julian Brandt, Kai Havertz und Kevin Volland tummeln sich gleich drei Leverkusener unter den eifrigsten acht Punktesammlern der Rückrunde, mit Leon Bailey und Karim Bellarabi tummeln sich zwei weitere unter den Top18. Nicht so überraschend: Mit Wendell und Jonathan Tah finden sich dagegen nur zwei Vertreter der Werkself unter den Top30 der Verteidiger.

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Autor: Till Erdenberger

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