Starke Vorstellung: Denis Zakaria

Foto: © imago / Pius Koller
Zwei Bundesligaprofis reisen verletzt von ihrem Nationalteam ab, zwei werden von ihrem Coach aus dem Kader geworfen: International war einiges los. Wir fassen zusammen, was am Wochenende passiert ist.

Stark war wieder die Bundesligafraktion im Kader der Schweiz – und das nicht nur zahlenmäßig. Gefeiert wurde in der Heimat vor allem Denis Zakaria. Der Gladbacher schoss beim 6:0 gegen Island (ohne Alfred Finnbogason) nicht nur ein Tor, sondern lieferte als Sechser neben Granit Xhaka auch darüber hinaus eine starke Vorstellung ab. Frisches Selbstvertrauen für den 21-Jährigen, der unter Dieter Hecking keinen Stammplatz inne hat. Neben Zakaria durften auch Manuel Akanji (Borussia Dortmund), Breel Embolo (Schalke 04), Yann Sommer (Borussia Dortmund) und Hoffenheims Steven Zuber von Beginn an ran, der auch noch traf. Admir Mehmedi (VfL Wolfsburg) kam von der Bank und markierte den Endstand.

Für Frankreich erlebte Benjamin Pavard einen eher durchwachsenen Abend. Beim zwischenzeitlichen Ausgleich der Elftal konnte der umworbene Verteidiger dem Torschützen Ryan Babel nicht folgen, später trat der Stuttgarter Babel dann auch noch etwas unmotiviert um und war mit einer Gelben Karte noch gut bedient.

Nicht getroffen, aber dennoch erfolgreich: Dortmunds Thomas Delaney feierte mit seinen Dänen drei Tage nach der Farce gegen die Slowakei einen 2:0-Sieg gegen Wales. Dänemark, das diesmal nach dem Ende des Spielerstreiks tatsächlich mit seiner „echten“ Nationalmannschaft antrat, dominierte die Partie gegen Gareth Bales Waliser und hätte auch höher gewinnen können, alleine Delaney fehlten bei zwei hochkarätigen Chancen Glück oder Genauigkeit.

Ebenfalls leer ausgegangen ist Hoffenheims Adam Szalai. Der in der Bundesliga so glänzend aufgelegte Stürmer verlor mit seinen Ungarn 0:1 in Finnland (mit Leverkusens Lukas Hradecky im Tor). Freiburgs Neuzugang Roland Sallai durfte 72 Minuten ran, auch der Offensivkraft aus dem Breisgau gelang nichts Zählbares. Ungarns Torwart Peter Gulasci (RB Leipzig) war beim frühen Siegtreffer des Ex-Schalkers Teemu Pukki chancenlos.

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Szalais Mannscaftskollege Havard Nordveidt erlebte dagegen einen bitteren Abend: Nicht nur verloren seine Norweger 0:1 in Bulgarien, der Verteidiger flog auch noch in der 88. Minute vom Platz. 

Für sein Kosovo durfte Bremens Milot Rashica nach gut einer Stunde in Aserbaidschan ran, konnte am 0:0 aber auch nichts mehr ändern, Stuttgarts Anastasios Donis saß beim 1:0 Griechenlands in Estland 90 Minuten auf der Bank. 

Erfolgreiche 80 Minuten absolvierte Bayerns Thiago Alcantara in Wembley: Spanien schlug England in seinem Wohnzimmer bekanntlich 2:1, der Bayern-Akteur lieferte ein Spiel, wie man es von ihm kennt: Passsicher und präsent.

Einen bitteren Ausflug zu ihren Nationalteams erlebten die Dortmund-Profis Ömer Toprak (Türkei) und der Portugiese Raphael Guerreiro.  Während bei Innenverteidiger Toprak – bei BVB-Coach Lucien Favre bisher außen vor – ein Muskelfaserriss diagnostiziert wurde, steht bei Außenverteidiger Guerreiro eine genauere Diagnose noch aus. Klar scheint bisher nur, dass es sich auch beim Portugiesen um eine Muskelverletzung handelt. „Unser Arzt war mit den Portugiesen in Kontakt, und er wird sich jetzt ein genaues Bild machen“, sagte BVB-Manager Michael Zorc dem kicker.

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Probleme ganz anderer Art haben die beiden Marokkaner Amine Harit und Hamza Mendyl: Deren Nationaltrainer Herve Renard schmiss die beiden Schalker kurzfristig aus dem Kader für das Qualifikationsspiel für den Afrika Cup gegen Malawi (3:0). Die Spieler hatten – neben anderen – die Abfahrt zum Training verpasst.

Überschattet wurde die Qualifikationsparte von Salif Sanés (FC Schalke 04) Senegal in Madagaskar. Vor Spielbeginn kam es zu einer Massenpanik, bei der ein Mensch ums Leben kam und 37 weitere verletzt wurden. Das Spiel wurde dennoch angepfiffen, der Außenseiter kam zu einem 2:2.

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Autor: Till Erdenberger

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