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Foto: © imago / Eibner
Nach einer miserablen Saison will Bayer 04 Leverkusen jetzt wieder oben angreifen. Dazu braucht es vor allem Tore. An Angriffspersonal mangelt es dem Klub nicht – aber wie wird Heiko Herrlich seine Mannschaft zu Saisonbeginn aufstellen?

Das Ziel ist schon jetzt klar: Bayer 04 Leverkusen will in die Champions League. Kadermanager Jonas Boldt sagte der Kölner Boulevardzeitung „Express“: „Wir wollen unter die ersten Vier kommen. Da gehört Bayer Leverkusen hin.“ Sollte die Mannschaft das schaffen, müsse man das als „Riesenerfolg“ bewerten, denn „von den wirtschaftlichen Möglichkeiten sind wir irgendwo zwischen fünf und acht.“

Ohnehin klingt das Ziel ambitioniert, wenn man bedenkt, dass Leverkusen die vergangene Saison auf Platz zwölf beendete. Mit Heiko Herrlich hat dort seit dem Sommer zudem ein neuer Trainer das Sagen. Auch muss die Mannschaft die Verluste von Schlüsselspielern wie Ömer Toprak und Hakan Calhanoglu kompensieren. Ihrerseits haben sich die Leverkusener auf dem Transfermarkt bislang vornehm zurückgehalten.

System-Umstellung unter Herrlich

Einen Hinweis darauf, in welcher Formation Herrlich seine Mannschaft auf den Platz schicken wird, lieferte der Trainer beim ersten Testspiel im Rahmen der Saisonvorbereitung: Gegen den Oberligisten VfB Speldorf (6:0) spielte Leverkusen mit der von Herrlich bevorzugten 4-2-3-1-Formation.

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Die beiden Ex-Trainer Roger Schmidt und Tayfun Korkut, der das Amt nach Schmidts Entlassung im März übernommen hatte, ließen die Mannschaft in der vergangenen Saison in 26 von 34 Bundesliga-Spielen in einem 4-4-2 antreten – nur ausnahmsweise mal im 4-2-3-1. Vor allem die Stürmer im Bayer-Kader müssen sich also auf eine Umstellung gefasst machen.

Etliche Varianten sind denkbar

Comunio führt aktuell neun Leverkusener als Stürmer: Brandt, Chicharito, Volland, Bellarabi, Kießling, Pohjanpalo, Bailey, Mehmedi und Brasnic. (Bis einschließlich Dienstag außerdem noch Seung-Woo Ryu, doch der wechselt nach Südkorea.) Gegen Speldorf, als Herrlich in der Pause die komplette Mannschaft austauschte, spielte in der ersten Halbzeit Stefan Kießling als Mittelstürmer, in der zweiten dann Joel Pohjanpalo.

In der Reihe hinter der Spitze wuselten zuerst Bellarabi, Kampl (könnte noch wechseln!) und Schreck (U19); nach dem Seitenwechsel durften Havertz, Volland und Mehmedi ran. Man darf wohl annehmen, dass Herrlich in den kommenden Testspielen noch weitere Alternativen ausprobieren wird. An Personal mangelt es ihm schließlich nicht: Die Confed-Cup-Teilnehmer Brandt und Chicharito waren beim Test noch gar nicht mit dabei, Youngster Bailey fehlte angeschlagen.

Schwierige Lage für Comunio-Manager

Was heißt das für Comunio-Manager? Nun, vor allem, dass man beim Kauf von Leverkusener Angriffspersonal genau hinschauen sollte, bevor man auf dem Transfermarkt ein Gebot abgibt. Es ist schwierig vorherzusagen, welchen Spielern Herrlich am meisten vertrauen wird, wenn seine Mannschaft in gut einem Monat beim FC Bayern München die Saison eröffnet.

Stefan Kießling zum Beispiel könnte in seiner letzten Profi-Saison wieder mehr Spielzeit kriegen als im vergangenen Jahr, als er bei Comunio nur auf elf bewertete Einsätze kam (40 Punkte). Heiko Herrlich hat ihn immerhin davon überzeugt, seinen Vertrag in Leverkusen zu erfüllen – und im Testspiel gegen Speldorf brachte er ihn von Beginn an. Überbewerten sollte man das zwar nicht, immerhin ist Kießling jetzt 33 Jahre alt. Aber vielleicht dreht er ja zum Abschied noch mal so richtig auf.

Gedränge um die Stammplätze

Kevin Volland wird darauf brennen, seine starke Rückrundenform aus der Vorsaison unter Herrlich zu bestätigen. In den ersten Wochen nach seinem Wechsel von Hoffenheim nach Leverkusen hatte der flexibel einsetzbare Angreifer sich schwergetan, hinzu kamen in der Hinrunde eine Rotsperre und ein Muskelfaserriss. In der Rückrunde schoss er dann aber sechs Tore; bei Comunio sammelte er insgesamt 54 Punkte. Wenn es gut läuft, könnte er diese Marke um Längen übertreffen: Seine Bestmarke von 163 Punkten stammt aus der Saison 2013/14.

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Chicharito, sofern er denn bleibt, ist ebenfalls immer ein Kandidat für die Startelf. In der vergangenen Saison wurde er ausschließlich im Sturmzentrum eingesetzt – dort also, wo es unter Herrlich voraussichtlich nur noch einen Startplatz geben wird. Und Julian Brandt geht mit einer Kampfansage in die neue Saison: Er müsse etwas „wieder gerade biegen“, hatte er dem „Kicker“ gesagt, als er einem möglichen Wechsel in diesem Sommer eine Absage erteilte. In der Vorsaison war er mit 115 Comunio-Punkten der beste Spieler im Kader der Leverkusener, trotzdem fühlt er sich offenbar dafür verantwortlich, den Klub nach Platz zwölf wieder weiter nach oben zu führen.

Und was ist mit den Anderen?

Karim Bellarabi hatte in der vergangenen Saison wegen eines Muskelbündelrisses rund die Hälfte aller Spiele verpasst. Überhaupt lief das Jahr für ihn nicht nach Plan. Er wird nun aber zurück ins Team drängen, nachdem ein Wechsel in seinem Fall vom Tisch zu sein scheint. Bei Comunio wird er derzeit immerhin bei 6,5 Millionen Euro gehandelt. Hinzu kommt noch der junge Finne Joel Pohjanpalo, der aus seiner Joker-Rolle ausbrechen will – auch, wenn er sie mit sechs Toren in nur 182 Bundesliga-Minuten exzellent zu nutzen verstand.

Admir Mehmedi kann theoretisch jede Offensiv-Position spielen, in der Vorsaison kam er aber nur auf fünf Comunio-Punkte in 18 bewerteten Einsätzen und kann daher nur bedingt als Kauftipp gelten. Winterneuzugang Leon Bailey ist eine weitere Option für den linken Flügel, mit seinen knapp 20 Jahren ist er aber wohl eher ein Perspektivspieler bzw. ein Fall für Comunio-Spekulanten. Und der Leih-Rückkehrer Marc Brasnic wird bei Comunio zwar als Teil des Leverkusener Kaders gelistet, er befindet sich aber nicht im Trainingsbetrieb der Profis.

Bis zum Saisonbeginn testet Leverkusen noch gegen Würzburg, Bonn, Sandhausen, Antalyaspor und Celta Vigo. Comunio-Manager sollten dabei genau hinsehen, welche Angreifer auf welchen Positionen zum Einsatz kommen.

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Autor: Marcus Erberich

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