Erfreulicher Test für den VfB - zumindest teilweise

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Trainingslagerzeit ist Testspielzeit: Die Bundesligisten sind inzwischen im sonnigen Süden gelandet und die ersten haben die ersten Tests schon absolviert. Stuttgart und Wolfsburg zum Beispiel – und Werder bekam nasse Füße!

Kaizer Chiefs – SV Werder Bremen 0:1 (0:1)

Tore: 1:0 J. Eggestein (43.)

Aufstellung SV Werder Bremen: Kapino – Augustinsson, Möhwald, Kruse, Rashica, Langkamp, Moisander, Sargent, Gebre Selassie, J. Eggestein, Mbom (39. Wagner)

Comunio-Check: Werder-Trainer Florian Kohfeldt war nicht besonders euphorisch nach dem Testspiel seiner Mannschaft im gewaltigen 2010er-WM-Stadion von Johannesburg gegen die Kaizer Chiefs. „Es ist natürlich sehr schade, dass das Spiel abgebrochen werden musste. Wir haben den athletischen Teil absolviert, aber kaum spielerische Erkenntnisse sammeln können. Das freut einen Trainer natürlich nie. Aber bei allem sportlichen Ehrgeiz, die Gesundheit geht vor. Jeder hat gesehen, dass es nicht möglich war, das Spiel fortzusetzen. Dennoch war es etwas Besonderes, in so einem Stadion zu Gast gewesen zu sein.“ Was war passiert? Das Spiel musste kurz nach der Halbzeit aufgrund eines aufziehenden Unwetters abgebrochen werden – und dafür reist man nach Südafrika… Bis dahin hatte der Coach immerhin eine überlegene Vorstellung seiner Mannschaft gesehen, die Johannes Eggestein mit dem Tor des Tages auch in Zählbares ummünzte. Der Erkenntnisgewinn aus dieser Partie dürfte allerdings übersichtlich gewesen sein. Immerhin wurde beobachtet: Die Langzeitverletzten Philip Bargfrede und Fin Bartels, die im Trainingslager an ihrem Comeback in der Rückrunde arbeiten, waren heute noch nicht im Aufgebot des Bundesligisten.

VfL Wolfsburg – Vitesse Arnheim 3:0 (2:0)

Tore: 1:0 Doekhi (7./Eigentor), 2:0 Ginczek (17.), 3:0 Mehmedi (80.)

Aufstellung VfL Wolfsburg: Pervan – Verhaegh (46. William), Knoche (46. Tisserand), Uduokhai (46. Brooks), G.-L. Itter (46. Roussillon) – Rexhbecaj (46. Jung), Guilavogui (46. Gerhardt) – Klaus (46. Steffen), Malli (46. Arnold), Brekalo (46. Yeboah) – Ginczek (46. Mehmedi)

Comunio-Check: „Ich bin mit dem Ergebnis und unserem Spiel insgesamt zufrieden. Allerdings hat mir die zweite Halbzeit deutlich besser gefallen als die erste, weil wir da mehr von dem umgesetzt haben, was wir uns vorgenommen hatten“, ordnet Bruno Labbadia den ersten Test seiner Mannschaft im Trainingslager in Albufeira (Portugal) ein. „Das Niveau der Partie hat mir gefallen: Vitesse war ein guter Gegner, der sehr aggressiv, aber fair zu Werke gegangen ist und uns ordentlich gefordert hat. Wichtig war für uns zudem, dass so gut wie alle Spieler 45 Minuten zum Einsatz kamen. Daher haben wir auch durchgemischt.“

Darüber hinaus gab es einige Erkenntnisse, auch für Comunio-Manager. Erstens: Yunus Malli kommt einfach nicht in Fahrt und konnte seine 45 Minuten nicht nutzen, um Werbung in eigener Sache zu betreiben. Steigert sich der türkische Nationalspieler nicht deutlich, wird die Rückserie mindestens ähnlich frustrierend verlaufen, wie die Hinrunde. 2.: Sebastian Jung, in den letzten Jahren immer wieder von Verletzungen gebeutelt, ist wieder fit und bereitete als Achter in der zweiten Hälfte den Schlusspunkt durch Admir Mehmedi vor. Und: Während Labbadia insgesamt 20 Feldspieler aufs Feld schickte, durften Paul-Georges Ntep, Jeffrey Bruma und Marvin Stefaniak nicht mitmischen, alle drei haben keine sportliche Zukunft bei den Wölfen, die eine so überraschend starke Hinrunde hingelegt haben.

VfB Stuttgart – FC Utrecht 2:3 (0:0)

Tore: 1:0 Castro (48., FE), 1:1 Venema (52.), 2:1 Thommy (54.), 2:2 Venema (59.), 2:3 Venema (84.)

Aufstellung VfB Stuttgart 1. Halbzeit: Zieler – Ascacibar, Baumgartl, Kempf, Insua – Gentner, Aogo – Esswein, Didavi, Sosa – Gómez

Aufstellung VfB Stuttgart 2. Halbzeit: Kastenmeier – Maffeo, Aidonis, Badstuber, Insua – Ascacibar, Castro – Esswein, Thommy – Gonzalez, Kopacz

Comunio-Check: Immerhin: Mit Holger Badstuber meldete sich beim ersten Test im Trainingslager im spanischen La Manga ein Langzeitverletzter wieder wettkampffähig und Daniel Didavi, das Immer-wieder-Sorgenkind der Hinrunde, konnte seine 45 Minuten problemlos absolvieren. Nicht nur deswegen war VfB-Coach Markus Weinzierl trotz der Niederlage, die Utrechts 19-jähriger Stürmer Nick Venema nach der Halbzeit beinahe im Alleingang besiegelte, hinterher nicht kreuzunglücklich. „Das Ergebnis gefällt uns natürlich nicht. Dennoch habe ich viele Dinge gesehen, die mir gefallen haben. Wir haben einige gute Aktionen nach vorne gehabt und hätten nach einer schwierigen Anfangsphase auch schon in der ersten Hälfte treffen können. Insgesamt haben wir heute einige Dinge ausprobiert, dementsprechend hat auch noch nicht alles gepasst.“ 

Unter anderem der Auftritt von Alexander Esswein dürfte dem Trainer Freude gemacht haben. Der Neuzugang von Hertha BSC brachte eine Menge Tempo auf den Schwaben-Flügel und hatte auch zwei gute Gelegenheiten, ein eigener Treffer sprang jedoch (noch) nicht heraus. Der 90-Minuten-Auftritt Essweins war aber ein deutlicher Hinweis nicht nur an den eigenen Vorgesetzten, sondern auch an die Comunio-Manager: Bitte im Auge behalten, hier hat jemand das Potenzial, in der Rückrunde für gute Laune zu sorgen.

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Autor: Till Erdenberger

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