Bisher läuft es noch nicht: Leverkusen und Jonathan Tah sind noch am Boden

Foto: © imago / Action Pictures
Drei benotete Spiele und noch null Punkte oder weniger: Einige Kandidaten haben den Saisonstart ordentlich verpennt. Wir sagen, wo sich Geduld lohnt – und wo eine Trennung schnellstens angebracht erscheint.

Vier Feldspieler stehen nach drei (benoteten) Partien derzeit ganz persönlich mit null Punkten im Tabellenkeller, ein Nationalspieler hat sogar ein Minus stehen. Lasst sie uns gemeinsam durchgehen und checken, wie es weiter gehen könnte.

Havard Nordveidt (TSG Hoffenheim, Abwehr, -2 Punkte)

Was für ein Debakel zum Saisonauftakt: 15 Minuten durfte Havard Nordveidt in München ran und kassierte für seine Vorstellung -8 Punkte. Das ist ohne Platzverweis normalerweise (fast) nicht zu schaffen. Der Norweger verursachte einen (wenn auch höchst zweifelhaften) Foulelfmeter und wirkte auch sonst alles andere als sattelfest. Es sah schon früh so aus, als würde sich der Innenverteidiger auf eine lange Hinrunde mit wenigen Einsätzen einstellen dürfen – und dann kam der zweite Spieltag, an dem sich die halbe Hoffenheimer Defensive verletzte. Nordveidt kam zur Halbzeit für den mit einer Kopfverletzung ausscheidenden Akpoguma und erledigte seine Sache so stark (4 Punkte), dass Julian Nagelsmann ihm – auch in anhaltender Ermangelung einsatzbereiter Alternativen – jüngst wieder das Vertrauen gegen Fortuna Düsseldorf schenkte. Die Niederlage beim Aufsteiger konnte der Nationalspieler zwar auch nicht verhindern, trug aber weiter sein persönliches Minus ab. Da die Personallage im Kraichgau weiter angespannt ist, dürfte der 28-Jährige auch am Samstag gegen den BVB erste Wahl sein. Unser Tipp: Behalten!

Jonathan Tah (Bayer Leverkusen, Abwehr, -2 Punkte)

Vor der Saison hatte Jonathan noch angekündigt, mit Bayer Leverkusen Titel gewinnen zu wollen – und zwar „so schnell es geht“, verriet der Abwehrhüne auf eurosport.com. „Klar ist, dass viel Potenzial in unserer Mannschaft steckt. Deswegen: Warum nicht schon nächste Saison?“. Danach sieht es nach drei Niederlagen in den ersten drei Spielen nun kurzfristig nicht aus. Und auch der Abwehrspieler selbst konnte der Bayer-Defensive noch keine Stabilität verleihen, acht Tore fing man sich in den ersten drei Spielen, Tah sammelte zweimal Minuspunkte. Aber: Tah hat Klasse, die 104 Punkte aus der Vorsaison waren keine Eintagsfliege. Dazu liegt der Nationalspieler derzeit mit 3.600.000 auch marktwerttechnisch auf einem Langzeittief. Empfehlung: Halten. Und darauf vertrauen, dass sich der selbsternannte Champions League-Aspirant während des Zwischensprints gegen Mainz 05 und Fortuna Düsseldorf wieder sortieren kann. Personelle Alternativen zu Tah sind ohnehin derzeit nicht vorhanden.

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Aleksandar Dragovic (Bayer Leverkusen, Abwehr, 0 Punkte)

Konstanz ist eine gern gesehene Qualität, aber dann doch bitte schön auch auf einem soliden Niveau. Aleksandar Dragovic hat es zwar immerhin geschafft, sich gegen alle Erwartungen in der Vorbereitung in die erste Elf zu spielen, doch für den Österreicher gilt dasselbe wie für seinen Kollegen Jonathan Tah: Das ist (noch) zu wenig. Der Innenverteidiger, vor der Saison ein sicherer Wechselkandidat, dürfte jedoch das erste Opfer sein, sollte sich Heiko Herrlich für eines seiner anstehenden „Endspiele“ einen personellen Wechsel im Innenblock seiner Verteidigung vornehmen. Gut möglich, dass der Österreicher am Wochenende wieder „nullt“ – von der Bank aus.

Christian Günter (SC Freiburg, Abwehr, 0 Punkte)

Zunächst einmal die gute Nachricht für alle Fans von Christian Günter: Im Freiburger Kader gibt es schlicht keine Alternative zum Dauerbrenner, der in der vergangenen Saison keine Bundesligaminute seines Teams von außen zuschauen musste. Günter-Manager haben also bei Bedarf jede Zeit der Welt, auf Punkte zu warten ohne sich sorgen zu müssen, dass der Linksverteidiger mal aussetzen wird. Was der SC Freiburg jedoch in dieser Saison bisher gezeigt hat, sollte Anlass zur Sorge geben. Denn eigentlich sprach nur wenig dafür, dass die Breisgauer sich in den ersten drei Spielen acht Kisten einfangen würden. Erstmals seit Jahren war man personell einigermaßen ungerupft aus der Sommerpause gekommen, mit Dominique Heintz für Caglar Söyüncü hatte man sich in der Innenverteidigung auch zumindest kaum verschlechtert. Und doch: Es passt noch nicht beim SC, auf den in Wolfsburg und gegen den FC Schalke eine anspruchsvolle englische Woche wartet. Also verkaufen? Sollte man zumindest drüber nachdenken, denn mit aktuell 1.230.000 liegt der Freiburger Kapitän auch ungefähr im Rahmen seiner Möglichkeiten.

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Autor: Till Erdenberger

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