SC Freiburg, Christian Streich

Foto: © imago / Heuberger
Der SC Freiburg steht vor einer schwierigen Saison. Nach dem sensationellen Erfolg mit Erreichen der Europa-League-Qualifikation gilt es nun einzig darum, in der Liga zu bleiben. Wichtige Spieler haben den Verein verlassen, die Suche nach Neuzugängen verläuft schleppend. Freiburg ist mal wieder der Underdog. Eine Rolle, die sie können. 

Kaderwert: 36,07 Mio.

Kaderpunkte im Vorjahr: 1060

Comunio-MW-Platzierung: 17.

Bester Spieler: Alexander Schwolow (116 Punkte, 2,87 Mio.)

Die Situation: Nach dem sensationellen Erreichen der Europa-League-Qualifikation verfielen die Freiburger nie in große Euphorie. Vielmehr ahnten sie bereits, dass diese frühen Pflichtspiele in der Vorbereitung, nicht leicht zu bewältigen sein werden. Und so kam es dann auch. Die Breisgauer schieden gegen NK Domzale aus. Das Abenteuer Europa ist damit schon beendet, bevor es eigentlich so richtig begann. 

Für die Bundesliga dürfte dies aber kein Nachteil sein, sind kleinere, unerfahrene Teams seit jeher der Gefahr ausgesetzt, die Doppelbelastung nicht gut zu verkraften und somit in der Liga in den Abstiegskampf zu rutschen. Auch ohne den europäischen Wettbewerb als „Balast“ wird Freiburg als eines der Teams gehandelt, die eher den Blick nach unten richten müssen.

Die vier Hochkaräter (Leverkusen, Schalke, Gladbach und Wolfsburg), die in der Vorsaison schwächelten, werden dies wohl eher nicht ein zweites Mal machen. Zudem sind mit Ingolstadt und Darmstadt die einzigen zwei Teams abgestiegen, die auch vom Budget hinter den Breisgauern anzusiedeln sind. Und auch auf dem Transfermarkt läuft es eher schleppend.

Freiburgs Neuzugang Philipp Lienhart im Comunio-Check: Chancen, Marktwert, Potenzial
Real Madrid s Philipp Lienhart during the semifinal of the playoff to second division of Spain, Liga Adelante, between Real Madrid Castilla and Lleida Esportiu. Jun 10,2016. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxPOLxDENxNORxSWExONLY (20160611026)

Ein königlicher Verteidiger für die Breisgauer. Dabei wird Freiburg nicht größenwahnsinnig, sondern holt einen hochinteressanten Mann. Der Konkurrenzkampf wird größer in der Abwehr. Comunioblog macht den Check.

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Bisher kamen lediglich mit Philipp Lienhart und Bartosz Kapustka zwei junge und in der Bundesliga nicht erprobte Talente. Dem Polen kommt dabei keine kleinere Aufgabe zu, als den Abgang von Vincenzo Grifo zu kompensieren. Lienhart ist mehr ein Vorgriff auf die nächste Saison, in der der Abgang von Marc-Oliver Kempf erwartet wird. In dieser Saison werden beide wohl gemeinsam verteidigen. Caglar Söyüncü, im Vorjahr noch Shootingstar, droht nach einigen Patzern in der Vorbereitung erst einmal die Bank.

Die Lücke, die der Abgang von Maximilian Philipp hinterlassen hat, konnte dagegen noch nicht extern geschlossen werden. Vielmehr wird nun auf Janik Haberer mehr Verantwortung zukommen, auch die Zeiten des Edeljokers Nils Petersen dürften vorbei sein. Er spielte in der Vorbereitung fast immer an der Seite von Philipp Niederlechner. 

Auch sonst steht das Team erst einmal. Defensiv außen haben Pascal Stenzel und Christian Günter die Nase vorn, Alexander Ignjovski und Lukas Kübler heißen die Vertreter. Auf der Doppelsechs sind Nicolas Höfler und Mike Frantz gesetzt. Das Tor hütet weiterhin Alexander Schwolow. 

Und so wird Freiburg vornehmlich in einem 4-2-2-2 starten, ein 5-3-2 haben sie aber auch im Petto. Davon würde sicher als erstes Söyüncü profitieren, Petersen müsste dann wohl auf die Bank. 

Comunios Player to watch: Janik Haberer. Beim Titelgewinn der deutschen U21 überraschte und überzeugte er in der Rolle des Sechsers. In Freiburg wird Haberer aber offensiver gebraucht. Entweder auf dem rechten Flügel oder als hängende Spitze zwischen den Linien. Nachdem er schon in der Rückrunde einen großen Sprung machte, dürfte er nun noch eine Spur wichtiger werden. Für knapp 3,2 Millionen ist er aktuell zu haben. 

Youngster to watch: Bartosz Kapustka. In Polen gilt der Mittelfeldspieler als größtes Talent seit Robert Lewandowski. Das konnte er in der polnischen Ekstraklasa und in der Nationalmannschaft bereits andeuten. Allerdings bekam er nach seinem Wechsel nach England kein Bein auf den Boden. Nicht ein einziges Mal kam er in der Premier League für Leicester City zum Einsatz. Er muss nun beweisen, dass er den hohen Ansprüchen genügt. Eventuell braucht er aber auch in Freiburg noch Zeit. In den Europa-League-Qualifikationsspielen kam er nicht zum Einsatz. Mit 3,77 Millionen ist sein Marktwert zudem noch immer sehr hoch. 

Prognose: Es wird eine verdammt schwere Saison für Freiburg. Auch ohne die Doppelbelastung sind die Breisgauer ein Abstiegskandidat. Es fehlen noch Verstärkungen, die auf dem völlig überhitzten Markt, aber kaum zu vernünftigen Konditionen zu bekommen sind. Zudem ist die zweite Saison nach dem Aufstieg traditionell schwerer, die Euphorie fehlt nun einmal. Mit Christian Streich besitzen sie aber einen Trainer, der sich dieser Faktoren bewusst ist und es versteht, trotz der Widrigkeiten unaufgeregt seinen Job zu machen. Es wird aber definitiv kein leichter. 

Bisherige Transferaktivitäten:

Zugänge: Pascal Stenzel (Borussia Dortmund, Kauf nach Leihe), Florian Niederlechner (FSV Mainz 05, Kauf nach Leihe), Bartosz Kapustka (Leicester City, Leihe), Philipp Lienhart (Real Madrid B, Leihe), Florian Kath (1. FC Magdeburg, Rückkehr nach Leihe), Tim Kleindienst (1. FC Heidenheim, Rückkehr nach Leihe), Caleb Stanko (FC Vaduz, Rückkehr nach Leihe), Jonas Meffert (Karlsruher SC, Rückkehr nach Leihe)

Abgänge: Maximilian Philipp (Borussia Dortmund), Vincenzo Grifo (Borussia Mönchengladbach), Sebastian Kerk (1. FC Nürnberg), Havard Nielsen (Fortuna Düsseldorf), Fabian Menig (Preußen Münster), Marc Torrejon (Union Berlin), Jonas Föhrenbach (Karlsruher SC, Leihe), Fabian Schleusener (Karlsruher SC, Leihe), Amir Falahen (unbekannt)

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Autor: Marc-Oliver Robbers

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