Kyriakos Papadopoulos

Foto: © imago/Michael Schwarz
Der Hamburger SV rettete sich mal wieder am letzten Spieltag vor dem Abstieg, aber es gibt Anzeichen, dass es in Zukunft besser werden könnte. Bleibt es so ruhig im Umfeld, könnte es eine sorgenfreie Saison werden. Aber wir sprechen immer noch vom HSV.

Kaderwert: 38,7 Mio. 

Kaderpunkte letzte Saison: 486

Comunio-Platzierung nach Gesamtmarktwert: 16

Bester Spieler: Mergim Mavraj (78 Punkte, 2,4 Mio.)

Die Situation: Die Rückrunde beendete der HSV als siebtbestes Team, da es in den ersten zehn Spielen aber keinen Sieg gab, mussten die Rothosen dennoch bis zur 88. Minute am letzten Spieltag bangen, ehe der Klassenerhalt eingetütet war. Luca Waldschmidt erlöste Hamburg mit seinem ersten Bundesligator. 

Doch die Richtung ist klar, Trainer Markus Gisdol hat Struktur in die Mannschaft gebracht und auch das Zusammenspiel mit Manager Jens Todt und Vorstandsboss Heribert Bruchhagen funktioniert einwandfrei. Da sollte man ja meinen, dass es eine Vorbereitung ohne Störgeräusche gab. Das geht in Hamburg natürlich nicht. Der Aufsichtsrat forderte einen Konsolidierungskurs. Es sollten erst Spieler verkauft werden, bevor neue verpflichtet werden.

Natürlich grundsätzlich ein löblicher Ansatz, allerdings kam dieser zu einer Unzeit. Der HSV war handlungsunfähig und musste so einige Absagen auf dem Transfermarkt hinnehmen. Erst durch leichten medialen Druck des Investors Klaus-Michael Kühne kam Bewegung auf der Zugangsseite. Diesen Zusammenhang verneinen die beteiligten Personen zwar, aber diese Eindruck entstand zwangsläufig. Es gab allerdings schon weitaus größere Dramen in der jüngeren Vereinsgeschichte. 

Inzwischen haben die Hamburger den Großteil ihrer To-Do-Liste abgearbeitet – zumindest in Sachen Neuzugängen. Kyriakos Papadopoulos wurde nach der letztjährigen Leihe nun fest verpflichtet. Zudem kamen als Backups für die Innenverteidigung Bjarne Thoelke (Karlsruher SC) und Rick van Drongelen (Sparta Rotterdam). 

Die zehn besten Hamburger der Saison 16/17

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Platz 10: Lewis Holtby, Mittelfeld, 34 Punkte in 29 Spielen, Bildquelle: Imago

Als Ersatz für Rene Adler wurde U21-Europameister-Keeper Julian Pollersbeck verpflichtet, nach einer unglücklichen Vorbereitung wird er sich allerdings zu erst auf der Bank wiederfinden. Christian Mathenia ist die neue Nummer 1 und wird hinter dem eingespielten Duo Papadopoulos und Mergim Mavraj agieren.

Auf der rechten Seite soll eigentlich Kapitän Gotoku Sakai verteidigen, aber der Deutsch-Japaner wird wohl vorerst auf links gebraucht, wo einzig Douglas Santos verblieben ist und der drängt vehement auf einen Wechsel zur PSV Eindhoven. Hier besteht in jedem Fall noch Bedarf und solange wird Sakai dort wohl aushelfen. Auf rechts ist damit Dennis Diekmeier erst mal gesetzt. 

Im defensiven Mittelfeld läuft es auf das Duo Gideon Jung und Albin Ekdal hinaus. Allerdings plagt sich der Schwede schon wieder mit Verletzungsproblemen herum, sodass zum Start eventuell wieder Youngster Vasilije Janjicic einspringen muss. Walace, der zweite Brasilianer im Team, kann bei einem entsprechenden Angebot den Verein verlassen. 

Das galt und gilt eigentlich auch für Aaron Hunt und Lewis Holtby. Beide gehören, wie auch der chancenlose Pierre-Michel Lasogga, zu den Großverdienern im Team und könnten somit bei einem Abgang für Entlastung im Etat sorgen. Das „Problem“ ist allerdings, dass beide zuletzt gute Leistungen zeigten. Hunt hat sich vorerst den Platz auf der Zehn geschnappt – zumindest so lange Filip Kostic nicht einsatzbereit ist. Der wird von Neuzugang Andre Hahn vertreten, der eigentlich zentral eingeplant war.

Rechts agiert Nicolai Müller, der trotz abgebrochenen Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung bleiben soll. Als Sturmspitze agiert Bobby Wood. Es ist aber weiterhin noch eine Menge Bewegung möglich. Santos dürfte in jedem Fall noch abgegeben werden, wenn entsprechend Ersatz (Konstantionos Stafylidis) verpflichtet werden kann. Leeds United zeigt Interesse an Lasogga und sollten Anfragen für Hunt, Holtby oder Walace hereinkommen, wird sich der HSV ernsthaft damit beschäftigen. 

.Comunios Player to watch: Andre Hahn. Der Neuzugang ist der Spieler, den Gisdol für sein Pressing-intensives Spiel unbedingt haben wollte und Hahn hat noch eine offene Rechnung in der Hansestadt. Der Ex-Nationalspieler spielte einst für die U23, schaffte dort aber nicht den Sprung in den Profibereich. Nun kommt ihm eine elementar wichtige Rolle zu und es wird gespannt sein, ob er diese ausfüllen kann, nachdem es in Gladbach nur noch zum Reservistendasein reichte. 

Youngster to watch: Gideon Jung. Der Defensivallrounder wurde für viele überraschend ins Aufgebot der U21-EM berufen, noch überraschender war es dann, dass er auch noch relativ viel Einsatzzeit bekam. Doch auch Gisdol schätzt Jung und hofft in ihn eine Dauerlösung auf der Sechs gefunden zu haben. Dafür verzichtete er auch auf einen Neuzugang und sicherte sich lieber in der Innenverteidigung ab, wo Jung in der letzten Spielzeit (zu) oft aushelfen musste. 

Prognose: Irgendwie kann man es sich ja nur schwer vorstellen, aber den Hamburgern könnte wirklich eine sorgenfreie Saison winken. Im Verein arbeiten erstmals seit Jahren alle Beteiligten Hand in Hand und selbst im Umfeld ist es auffallend ruhig. Das wird nicht die ganze Saison so bleiben, es ist eben der HSV, aber es ist wirklich mal ein Plan erkennbar. Bleibt es also halbwegs ruhig, dürfte Hamburg dieses Mal eher im Niemandsland einlaufen. Vielleicht lohnen sich HSV-Spieler dann sogar dauerhaft bei Comunio. 

Bisherige Transferaktivitäten:

Zugänge: Sven Schipplock (Darmstadt 98, Rückkehr nach Leihe), Mohamed Gouaida (FC St. Gallen, Rückkehr nach Leihe), Kyriakos Papadopoulos (Bayer Leverkusen), Rick van Drongelen (Sparta Rotterdam), Bjarne Thoelke (Karlsruher SC), Andre Hahn (Borussia Mönchengladbach), Julian Pollersbeck (1.FC Kaiserslautern), Batuhan Altintas (Kasimpasa SK, Rückkehr nach Leihe)

Abgänge: Johan Djourou (Antalyaspor), Rene Adler (FSV Mainz 05), Matthias Ostzrolek (Hannover 96), Michael Gregoritsch (FC Augsburg), Ashton Götz (unbekannt), Dren Feka (FC Luzern)

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Autor: Marc-Oliver Robbers

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