Foto: © picture alliance / Andreas Gebert/dpa
Der SV Darmstadt 98 ist nach Jahren des sportlichen Höhenflugs auf dem harten Boden der Realität angekommen – und der heißt Platz 18. Trainer Norbert Meier musste ebenso bereits seine Koffer packen wie der sportlicher Leiter Holger Fach. Mit Torsten Frings übernahm in der Winterpause ein völlig unerfahrener Coach die Lilien – was mehr Chance als Nachteil ist.

Kaderwert: 10.800.000
Kaderpunkte: 115
Comunio-Platzierung: 18
Bester Spieler: Michael Esser – 60 Punkte

Die Situation: Acht Niederlagen am Stück. Tabellenplatz 18. Eigentlich müsste die Stimmung beim SV Darmstadt 98 am Boden sein, wäre da nicht eine neue Personalie. Torsten Frings wurde Anfang Januar recht überraschend als neuer Lilien-Trainer vorgestellt. Es ist Frings‘ erste Station als Cheftrainer, zuvor war er lediglich als Co-Trainer von Viktor Skripnik beim SV Werder Bremen tätig.

Norbert Meier musste Anfang Dezember seinen Hut nehmen, womit sich die Führungsebene um Präsident Rüdiger Fritsch eingestand, dass man als Schuster-Nachfolger den falschen Kandidaten ausgewählt hatte. Denn unter Meier verloren die Darmstädter ihr Gesicht, ihre Tugenden und in gewisser Weise auch ihren (wenn auch groben) Charme.

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Erst als NLZ-Leiter Ramon Bendroth das Zepter in den letzten drei Spielen vor der Winterpause übernahm, wurde zumindest die Stimmung innerhalb des Teams besser – den sportlichen Erfolg brachte aber auch Bendroth nicht. Nichtdestotrotz sieht man intern mit Frings die derzeitige Situation nicht so schwarz, wie es vielleicht viele Außenstehende tun. Im Trainingslager herrscht eine tolle Atmosphäre, der Cheftrainer-Novize lässt das Team hart arbeiten, spricht aber auch sehr viel mit seinen Jungs – das kommt bei der Mannschaft gut an.

„Wenn jeder sein Herz gibt“

Frings will bei der Truppe wieder das Lilien-Gen einpflanzen.  „Wir wollen wieder eklig sein“, versprach der 78-fache Nationalspieler bei seiner Antrittsrede. Und trotz der fünf Punkte Rückstand und der katastrophalen Serie von acht sieglosen Spielen in Folge ist Frings in Sachen Klassenerhalt optimistisch: „Die Mannschaft und ich sowie die 30 Leute auf der Geschäftsstelle und unsere Fans sind wahrscheinlich die Einzigen in ganz Deutschland, die noch an unseren Klassenerhalt glauben. Wir können ihn schaffen, wenn wir ein Team werden, wenn jeder sein Herz gibt.“

Das sagten wir vor der Saison: Jetzt könnten wir uns ja hinstellen und behaupten: Ha! Wir haben’s ja gesagt. Wir haben bereits vor der Saison vermutet, dass die Kombination Meier und Darmstadt nicht funktionieren würde – wir behielten leider Recht. Mit dem Trainerwechsel könnte jetzt allerdings zumindest wieder die Chance auf einen Relegationsplatz bestehen.

Comunio-Player to watch: Aytac Sulu. Im letzten Jahr holte der Captain sensationelle 143 Punkte und war mit sieben Treffern sogar einer der torgefährlichsten Abwehrspieler Europas. In der aktuellen Spielzeit holte Sulu lediglich zehn Punkte. Das könnte unter Frings nun anders werden. Der 31-Jährige ist wieder der verlängerte Arm des Trainers, das gibt Sulu Selbstvertrauen. Zu Saisonbeginn nicht fit, hatte er auch so seine Probleme mit Meier, nun soll er die Lilien wieder als Leader führen und könnte auch bei Comunio wieder richtig rocken.

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Prognose: Wenn Frings die Stimmung im Team weiter aufrechterhalten kann und die Jungs bei dem Herzen packt, könnten die Lilien sich wieder im Abstiegskampf zurückmelden. Entscheidend werden aber die ersten Spiele sein, wo es zum Auftakt direkt gegen die Borussia aus Mönchengladbach mit ihrem ebenfalls neuen Trainer Dieter Hecking geht. Irgendwie würde es zu den Lilien passen, wenn sie sich in letzter Sekunde in die Relegation retten würde.

Zugänge: –

Abgänge: –

Autor: Florian Schimak

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