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Mainz holt sich im Abstiegskampf einen alt bekannten Routinier ins Haus, der obendrein als Raubein gilt. Kann der 33-Jährige Niederländer den Rheinhessen aber überhaupt weiterhelfen?

Position: „Ich würde gerne im Sturm spielen“, scherzte de Jong bei seiner offiziellen Vorstellung in Mainz, fügte aber noch hinzu: „Ich glaube aber, der Trainer sieht das anders“. Scherz beiseite: Der 33-Jährige ist ein Sechser, wie er im Buche steht. Und daran wird sich auch im Herbst seiner Karriere nichts mehr ändern. 

Bisherige Karriere: Hierzulande ist De Jong vor allem noch aus seiner Zeit beim Hamburger SV bekannt. In 66 Bundesliga-Spielen für den HSV hat er sich vor ziemlich genau zehn Jahren vom holländischen Talent zum internationalen Top-Profi entwickelt. Manchester City legte deshalb für ihn 2009 18 Millionen Euro auf den Tisch, das war für die damalige Zeit nicht gerade wenig. In England hatte De Jong seine besten Jahre, wurde Meister, Pokalsieger und stand mit den Niederlanden, für die er insgesamt 81 Mal spielte, im WM-Finale 2010. Dort sorgte sein krasses Foul gegen Xabi Alonso für größere internationale Aufmerksamkeit. Nach vier weiteren Jahren beim AC Mailand ließ er die Karriere bei LA Galaxy und Galatasaray langsam ausklingen. Bei Galatasaray überwarf er sich zuletzt mit Trainer Fatih Terim und wurde zu Beginn der Saison aussortiert. Seit Mai hat er keine Wettkampfpraxis mehr. Trotzdem hat De Jong die Erfahrung von 46 Champions-League-Spielen sowie jeweils zwei Teilnahmen an Welt- und Europameisterschaften in seiner Vita stehen.

Einstiegsmarktwert: Mit 2 Mio. wurde De Jong für einen Mann mit seiner Historie verhältnismäßig gering eingestuft. Inzwischen steuert er aber schon auf die 3 Mio. zu. 

Situation: Wie fit De Jong nach einem halben Jahr auf dem Abstellgleis wirklich ist, lässt sich schwer vorausahnen. Laut eigenen Angaben ist er aber „voll im Saft“ und „noch lange nicht am Ende“. Aber was soll er dauch anderes sagen, auf seiner offiziellen Pressekonferenz? Beim ersten Test gegen Gladbach konnte er zumindest mit einigen Balleroberungen nach seiner Einwechslung zur Halbzeit andeuten, dass er noch gut mithalten kann.

Rein vom Kader her soll der Neuzugang zwar die Lücke des abgewanderten Fabian Frei schließen, doch hat man ihn vornehmlich wegen anderer Qualitäten geholt. Gerade im Abstiegskampf braucht Sandro Schwarz einen, der mal dazwischen haut. Bislang muss Giulio Donato diese Rolle alleine ausfüllen. De Jong passt perfekt in dieses Profil. Mit ihm ist nicht unbedingt gut Kirschen zu essen. In seiner Profilaufbahn hat er stolze 84 Gelbe Karten gesammelt. Gemeinsam mit Danny Latza könnte er eine Doppelsechs bilden, die von jedem Gegner gefürchtet sein sollte.

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Marktwertpotenzial: Alles wird davon abhängen, ob er den Mainzern direkt weiterhelfen kann. Bei aktuell rund drei Millionen würden wir den Holländer aber auch in den kommenden Wochen durchaus einordnen. 

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Autor: Karol Herrmann

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