Leon Bailey ist einer der Spieler der Hinrunde.

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Kaum ein Spieler hat in der Hinrunde für so viel Entertainment und Aufregung gesorgt, wie Leon Bailey. Der 20-Jährige Offensivmann von Bayer Leverkusen begeisterte mit seinen Dribblings, Toren und Aktionen. Für nicht wenige Experten war der Jamaikaner der Akteur der Hinrunde. Dabei hat Bailey ein durchaus seltsame Vergangenheit.

Beginn wir mit dem rein sportlichen Aspekt. Leon Bailey hat in der Liga 14 Spiele absolviert, dabei sechs Tore geschossen und vier Assists erzielt. In seinen letzten fünf Bundesligapartien war er an fünf Toren direkt beteiligt (drei Treffer, zwei Assists). Zudem waren kein anderr Spieler der Werkself in der Hinrunde an so vielen Torschüssen direkt beteiligt, wie Bailey (63). Zum Vergleich: Robert Lewandowski war an 87, Thorgan Hazard an 78, Pierre-Emerick Aubameyang und Alfred Finnbogason an 64 beteiligt.

Der nächste Mega-Wert von Bailey gefällig? In den fünf großen Ligen Europas war einzig Kylian Mbappé von Paris St. Germain jünger und an ebenso vielen Ligatoren direkt beteiligt (14) wie Bailey (10). Außerdem ist der 20-jährige Jamaikaner gemeinsam mit Niklas Füllkrug der Top-Joker der Liga. Und mit 96 Punkten zählt er auch bei Comunio zu den punktbesten Akteuren der Liga.

Im letzten Winter schnappte sich Bayer Leverkusen den spektakulär aufspielenden Bailey für 13,5 Millionen Euro vom KRC Genk. Gerade noch rechtzeitig, bevor die ganzen großen Klubs aus England beim pfeilschnellen Youngster zuschlugen. So war der FC Chelsea im vergangenen Winter ebenfalls drauf und dran Bailey zu holen.

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Die Hinrunde ist rum, jetzt wird es ernst: Wer in der zweiten Saisonhälfte was vor hat, muss jetzt gut arbeiten: Kaderleichen loswerden und dann vielleicht noch das Juwel angeln, das die Wende zum Guten bringt. Wir sagen, wo Bewegung drin ist!

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Vielleicht hat aber auch Baileys Vergangenheit die Blues letztlich noch abgeschreckt. Denn eine Karriere auf dem Reißbrett sieht definitiv anders aus. Zwar sorgte der kleine Bailey bereits als Teenager in seiner Heimat für Schlagzeilen und wurde in seiner High School mit diversen Titeln ausgezeichnet, unter anderem als MVP in der Kategorie U13, U15 und U17.

Sein Stiefvater, ein seichter Spielerberater brachte ihn und drei Teamkolgen im Sommer 2011 nach Österreich, wo er zunächst in der U15 des Regionalligisten USK Anif in 16 Meisterschaftsspielen angeblich 75 Tore geschossen haben soll, was ihm ein Probetraining bei Rapid Wien einbrachte, was allerdings erfolglos verlief.

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Sein erster Vertrag in Genk musste annulliert werde, weil sein Stiefvater eine erst kurz zuvor abgelaufene sechsjährige Sperre abgesessen hatte, zudem in eine Entführung in Mexiko verwickelt war und Bailey sich in Belgien bisweilen als ungemeldete Minderjährige aufgehalen hatten. Daraufhin verließen er und sein Vater das Land – wo Bailey seine Karriere beim slowakischen Klub FK AS Trencin fortsetzte.

Erst 2015 klappte es mit dem Wechsel nach Genk – und von da an verlief Bailey Entwicklung grandios. In den anderthalb Jahren sorgte er fast wöchentlich für Aufsehen, vor allem in der Europa League konnte er überzeugen und brachte sich so immer mehr in den Fokus diverser europäischer Topverein.

Leverkusens Manager Jonas Bold setzte sich dann vergangenen Winter selbst ins Auto und überzeugte Bailey von einem Wechsel nach Leverkusen, weil eben auch der FC Chelsea um den Offensivmann warb. Ob es Bailey der Nachname überzeugte (Ex-Sprintstar Usain Bolt ist ein guter Freund von Bailey), oder ob der Bayern-Manager tatsächlich mit der sportlichen Entwicklungsfähigkeit seiner Mannschaft den Jungen überzeugen konnte, weiß man nicht.

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Nach einem halben Jahr Eingewöhnungsphase trumpft Bailey nun richtig auf. „Es macht richtig Spaß mit ihm“, sagte Leverkusens Torjäger Lucas Alario: „Wenn er den Ball hat, suche ich schon Räume, in die ich laufen könnte. Und ich weiß, er wird dort reinspielen.“

Auch Bayer-Sportdirektor Rudi Völler zeigt sich begeistert von ihm und lobt vor allem Bailey Mannschaftsdienlichkeit: „Besonders bemerkenswert ist, dass ein Spielertyp wie er nicht egoistisch ist, sondern immer für die Mannschaft arbeitet“, sagt Völler. Trainer Heiko Herrlich, der offenbar einen guten Draht zum Jamaikaner hat, bläst dabei ins selbe Horn: „Sein Spiel nach vorne ist außerordentlich, aber er arbeitet auch nach hinten gut mit.“

Rein äußerlich erinnert Bailey stark an Bruno Mars. So wie der Pop-Star befindet sich der Offensivmann gerade auch auf dem Weg nach oben. Interessant wird der Personalie Bailey außerdem, wenn man weiß, dass sich der 20-Jährige noch für keine Nationalelf festgelegt hat. Die Einladungen vom jamaikanischen Verband lehnte er bislang immer ab. Bailey liebäugelt mit der Nationalelf Belgiens, von Joachim Löw bekam Bailey unlängst bereits eine Absage.

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Ob das möglicherweise ein Fehler war, wird sich erst in Zukunft zeigen. Wenn es aber noch eine Aktion gebraucht hat, um zu unterstreichen, dass Bailey derzeit einer der heißesten Spieler Europas ist, dann lieferte der Youngster dieses am Mittwoch, als er mit seinem Goldenen Tor gegen Borussia Mönchengladbach die Werkself ins Viertelfinale des DFB-Pokal schoss.

Wenn man englischen Medien Glauben schenken darf, wollen die Blues im Sommer einen erneuten Angriff auf Bailey wagen. Das bereitet Völler aber keine Sorgen, hat der Youngster bei Bayer noch einen Vertrag bis 2022: „Wir haben schon oft bewiesen, dass wir Nein sagen können. Wir sind da ganz gelassen“, sagte er.

Allerdings bleibt abzuwarten, wie lange man bei den aktuellen Summen im europäischen Fußball da noch wiederstehen kann.

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Autor: Florian Schimak

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