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Peter Stöger ist Geschichte beim 1. FC Köln. Gelingt dem Tabellenletzten mit Interimstrainer Stefan Ruthenbeck die Wende? Und wie tickt der Mann, der aus der U19 befördert wurde?

Der aufmerksame Verfolger der 2. Bundesliga dürfte mit dem Namen Stefan Ruthenbeck etwas anfangen können. Der 45-Jährige hat dort zwischen 2013 und 2016 als Trainer des VfR Aalen und der SpVgg Greuther Fürth gearbeitet. Gerade bei seinem Engagement bei Aalen wurde Ruthenbeck immer wieder mit größeren Clubs in Verbindung gebracht, führte er doch einen klaren Abstiegskandidaten in seiner ersten Saison auf einen soliden 11. Platz.

Köln ist für Ruthenbeck Herzensangelegenheit

Nach anderthalb durchwachsenen Jahren mit dem damaligen Aufstiegsaspiranten Fürth wurde Ruthenbeck dann freigestellt und ging den Schritt zurück – in die Nachwuchsabteilung des 1. FC Köln. Zum einen eine Herzensangelegenheit – Ruthenbeck ist gebürtiger Kölner und FC-Fan – zum anderen sicher auch nicht ohne den Hintergedanken, irgendwann mal in der vereinsinternen Hierarchie aufzurücken.

Die Trainer der Bundesliga

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Andre Breitenreiter (Hannover 96), Punkteschnitt: 1,74, seit 20. März 2017 im Amt, Bildquelle: Imago

 

Nun ist es deutlich früher soweit, als es viele Fans in Köln gerne wahrhaben würden. Aber was bringt es, einem Peter Stöger hinterherzutragen? Konzentrieren wir uns auf das Wesentliche: Was wird Ruthenbeck anders machen als sein Vorgänger und für welche Spieler hat das Auswirkungen?

Mehr Ballbesitz, höheres Pressing?

„Es wird schon eine Menge Sachen geben, die verändert werden“, sagte Ruthenbeck gegenüber dem Kicker. Konkret gemeint: War Peter Stöger gerade in seinen ersten Jahren ein Trainer, dem es extrem am Herzen lag, wenn nach 90 Minuten hinten die Null stand, steht Ruthenbeck eher für Ballbesitz und hohes Pressing.

Dass ein solcher Fußball mit der aktuell genauso ersatzgeschwächten wie verunsicherten Kölner Mannschaft nur bedingt möglich ist, weiß auch Ruthenbeck. Er wolle aber „ein bisschen aggressiver und höher verteidigen“, sofern möglich.

Chancen für Handwerker und Bissek?

Aber was bedeutet das konkret für Comunio? welche Spieler könnten vom Wechsel auf der Trainerbank profitieren? Ruthenbeck hat bislang einzig Yann Aurel Bissek in der U19 trainiert. Er war dort mit dem Ziel angetreten, möglichst viele Spieler an die Bundesliga heranzuführen. Bei Bissek hat das zuletzt gut funktioniert, auch wenn der Youngster (8 Punkte bei zwei Einsätzen) zunächst mit einer Gehirnerschütterung pausieren muss. Angesichts der angespannten Personallage ist es aber gut denkbar, dass Ruthenbeck weitere Talente aus der U19 befördert. Mittelfeldspieler Marvin Rittmüller oder Innenverteidiger Sven Sonnenberg, beide Junioren-Nationalspieler, wären hier Kandidaten.

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Im aktuellen Kader hat Ruthenbeck hingegen nur wenige Möglichkeiten: So könnte etwa Tim Handwerker, wie von vielen Fans gefordert, endlich mal über die Rolle des Jokers hinauswachsen. Er scheint für Ruthenbecks Idee vom Fußball mit frühem Pressing der richtige Mann auf den Flügeln zu sein.

Lehmann als Verlierer?

Stöger-Lieblinge wie der beim Österreicher unantastbare Matthias Lehmann könnte es hingegen an den Kragen gehen. Der Kapitän präsentierte sich in den letzten Wochen bisweilen desolat. Doch mit den Ausfällen von Hector, Maroh, Heintz, Höger, Risse, Bittencourt, Zoller, Osako und Cordoba stellt sich die Mannschaft zunächst ohnehin praktisch von alleine auf. Darunter natürlich auch Lehmann.

Sollte sich die Interimslösung Ruthenbeck auf Dauer durchsetzen, hätte sie immerhin schon einen Vorteil: Ruthenbeck ist ein Kenner der 2. Bundesliga.

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Autor: Karol Herrmann

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