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0:3 beim FC Augsburg: Der Fehlstart des 1. FC Köln ist perfekt. Nach der bitteren Pleite gegen den HSV vor der Länderspielpause (1:3) und der Niederlage zum Saisonauftakt im Derby gegen die Borussia, steht der Effzeh nach drei Spielen mit null Punkten auf dem letzten Tabellenplatz. Dabei hat man sich spielerisch verbessert – doch die Ergebnisse stimmen nicht. Warum?

 „Wir sind alle schlecht gelaunt und haben eine Riesenkrawatte“, sagte Kapitän Matthias Lehman zwei Tage nach der deutlichen Niederlage in Augsburg. Vor dem ersten Europapokalauftritt der Kölner seit 25 Jahren am Donnerstag beim FC Arsenal muss sich Peter Stöger erstmals in seiner Amtszeit mit einer festen Krise herumschlagen.

Zum Saisonauftakt gab es drei Niederlagen, ein mickriges Törchen gelang bislang. Abwehrmann Frederik Sörensen war es, der in der Nachspielzeit gegen den HSV zum zwischenzeitlichen 1:2 traf. Und der Däne war es auch, der gegen den FCA ordentlich patzte und mit seinem Stellungsfehler dafür sorgte, dass die Geißböcke gegen Augsburg abermals einen Rückstand hinterherlaufen mussten.

Wenn man so will, so ist Sörensen momentan ein Sinnbild für die Krise des Effzeh. Mit 13 Comunio-Punkten hat der Innenverteidiger an und für sich einen starken Wert, allerdings hat er am Wochenende auch entscheidend versagt und der Stöger-Elf somit einen Bärendienst erwiesen. Statistisch passt’s bei ihm. Und auch den Kölner – aber dazu später mehr.

Die zehn besten Kölner der Saison 16/17

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Platz 10: Milos Jojic, 50 Punkte in 15 Spielen, Bildquelle: Imago

Denn anderseits ist es auch bezeichnend, dass mit Sörensen ausgerechnet ein Verteidiger den einzigen Kölner Treffer bisher erzielt hat. Modeste-Ersatz und 17-Millionen-Euro-Mann Jhon Cordoba lieferte bislang ordentliche Ansätze, ein Treffer gelang ihm aber noch nicht. Vier Comunio-Punkte nach drei Spielen – das ist durchaus überschaubar. Gegen den FCA am Samstag hatte er vor dem 0:2 gleich zwei gute Möglichkeiten, traf aber jeweils die falsche Entscheidung.

Auch Yuya Osako, sein Sturmpartner zuletzt, ist noch nicht in der Form der vergangenen Saison. Holte der Japaner aus den ersten drei Partie 2016/17 zehn Zähler, so hat er jetzt 14 weniger. Aber auch Leo Bittencourt (-2), Nationalspieler Jonas Hector (2) oder Kapitän Lehmann (4) können bislang noch nicht überzeugen.

So fehlt den Kölner in der Defensive die gewohnte Sicherheit – und vorne offenbar Anthony Modeste. Der Franzose machte in der vergangenen Spielzeit aus keiner Chance zwei Treffer. Das fehlt dem Effzeh nun. Auch wenn man rein statistisch inzwischen schöneren, beziehungsweise dominanteren Fußball spielt. Wo wir wieder beim Thema wären.

So hatte man letzte Saison im Schnitt 40 Prozent Ballbesitz, gegen den FCA waren es jetzt über 70 und auch gegen den HSV waren es weit über 60 Prozent. Dennoch stimmt das Ergebnis nicht. „Vorne fehlt das Zwingende, hinten die Klarheit“, analysiert Sportdirektor Jörg Schmadtke treffend: „Unsere Spielanlage ist okay, und in allen statistischen Punkten lagen wir vorne. Leider nur nicht im wichtigsten Punkt: beim Ergebnis.“

Kostic, Müller und Hunt verletzt: Wie stellt sich die HSV-Offensive jetzt auf?
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Die Saison fing so gut an für den HSV, zeitweise grüßte man sogar von der Tabellenspitze. Doch in jedem Spiel verloren die Hamburger einen wichtigen Offensivakteur. Erst Nicolai Müller (Kreuzbandriss), dann Aaron Hunt (Muskelfaserriss) und schließlich Filip Kostic (Muskelfaserriss). Wer ersetzt die drei wohl wichtigsten Hamburger im offensiven Mittelfeld?

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Das Gute am Effzeh ist, dass sie in der letzten Spielzeit, als so vieles gut lief, nicht abgehoben sind und nun, da eher weniger viel gut läuft, auch nicht in Panik verfallen. Da gab es am Dom schon mal ganz andere Zeiten. „Wir werden das Ganze in Ruhe analysieren, aber ohne einzuschlafen“, kündigte Schmadtke an.

Am Donnerstag geht’s im Emirates gegen die Gunners, dann muss man zum BVB. Bitter, wenn man bedenkt, dass die Kölner ihren letzten Auswärtssieg am 28. Januar feierten. Damals siegte man 6:1 beim SV Darmstadt 98. Anschließend gab es in der Fremde drei Remis und sechs Niederlagen.

Nun also die Star-Truppe aus Nord-London. Allerdings sieht Schmadtke im Europa-League-Auftritt etwas positives: „Da geht es endlich los, das könnte für die Mannschaft so eine Art Brustlöser werden“, denn sorgen macht man sich beim Effzeh eigentlich noch nicht – trotz der drei Niederlagen zum Auftakt. Als gefährlich, so Schmadtke, würde er die Situation nur dann bezeichnen, „wenn unsere Spielanlage katastrophal wäre, aber das ist sie nicht“, sagte er den „kicker“.

Sieben Spiele in 22 Tagen stehen für den 1. FC Köln nun an. Mal sehen, wir gefährlich die Lage in drei Wochen dann so sein wird…

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Autor: Florian Schimak

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