Foto: © picture alliance / Herbert Rudel
Mit Gian-Luca und Davide-Jerome Itter hat der VfL Wolfsburg Anfang des Jahres zwei große deutsche Talente mit einem Profivertrag ausgestattet. Das verdeutlicht den neuen Weg der Wölfe, die verstärkt auf den eigenen Nachwuchs setzen wollen – genug Qualität ist vorhanden.

Wenn man an ein Zwillingspaar im deutschen Fußball denkt, dann hat man sofort Lars und Sven Bender im Kopf. 2016 in Rio hätte es fast einen romantischen Höhenpunkt gegeben, wenn die DFB-Auswahl im Finale von Olympia nicht im Elfmeterschießen Brasilien unterlegen gewesen wäre, so gab es für die beiden Brüder nur die Silbermedaille.

Eine goldene Medaille hat ein anderer Zwilling beim DFB schon gewonnen. Gian-Luca Itter wurde im vergangenen Jahr mit der goldenen Fritz-Walter-Medaille des Jahrgangs U17 ausgezeichnet. Zusammen mit seinem Bruder Davide-Jerome, die am 5. Januar ihren 18. Geburtstag feierten, unterschrieben beide zum Jahresauftakt ihren ersten Profivertrag.

Bis 2021 läuft der Kontrakt der hochbegabten Zwillinge, die auf Positionen spielen, die Bundestrainer Joachim Löw schon seit Jahren Kopfschmerzen bereitet. Gian-Luca ist Links-, Davide-Jerome Rechtsverteidiger. Beide sind aktuelle U17-Nationalspieler und Stammkraft bei der U19 des VfL Wolfsburg.

Starke Leistungen bei der U19

Gebürtig kommen die eineiigen Zwillinge aus der Nähe von Gießen, wechselten in der C-Jugend zu Eintracht Frankfurt, ehe der Weg Anfang 2015 – nicht ohne Nebengeräusche – nach Wolfsburg führte. Vor allem Gian-Luca überzeugte in seinem ersten Jahr bei den Niedersachsen, so erzielte er in 14 Partien in der A-Junioren-Bundesliga zwei Treffer und legte siebe Tore auf, sein Bruder kam bislang sechs Mal zum Einsatz. Derzeit liegen die kleinen Wölfe auf Platz 2 der Tabelle, einen Punkt hinter Tabellenführer Hertha BSC.

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Klar, dass solche Auftritte nicht unbemerkt bleiben. Angeblich soll der der FC Arsenal heftig um die Gunst der Zwillinge gebuhlt haben, am Ende entschieden sie sich aber doch für den Verbleib in Wolfsburg. Auch, weil sie dort die besten Chancen auf ihren Durchbruch sehen.

Der etatmäßige Linksverteidiger Ricardo Rodriguez wurde unter Ismael zum Innenverteidiger umgeschult, Marcel Schäfers Vertrag läuft im Sommer aus. Möglich, dass er seine Karriere beendet und ins Management der Wölfe wechselt. Yannick Gerhardt fühlt sich in der Mittelfeldzentrale wohler und auch rechts in der Viererkette liebäugelt Vieirinha immer mal wieder mit einem Abschied aus Wolfsburg, wodurch sich die Chance für Davide Itter ergeben könnte.

Wolfsburger Paradigmenwechsel? 

Paul Seguin und Robin Knoche sind Beispiele dafür, dass man es auch aus der Wolfsburger Jugend zum Bundesligaspieler schaffen kann. Nach dem VW-Skandal sind die Zeiten vorbei, in denen der VfL Wolfsburg Spieler für 30 Millionen Euro aufwärts verpflichtet hat. Der Blick geht immer mehr in Richtung eigenen Stall, wo sich das eine oder andere Talent befindet.

Natürlich ist es derzeit noch zu früh zu behaupten, dass die Itter-Zwillinge die kommenden Superstars bei den Wölfen werden sollen. Aber dass sie sich trotz der Angebote aus dem Ausland für den VfL entschieden haben, ist schon mal ein Zeichen.

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Mit Neu-Nationalspieler Gerhardt, Paul Seguin oder auch Maxi Arnold haben die Wölfe junge deutsche Spieler mit einer durchaus verheißungsvollen Zukunft in ihren Reihen – nun kommen noch die Itter-Zwillinge hinzu, bei denen vor allem Linksfuß Gian-Luca bereits in diesem Jahr eventuell sein Bundesliga-Debüt zugetraut wird.

Wer weiß, vielleicht können die Itter-Zwillinge 2020 dann das romantische Fußballmärchen bei Olympia in Tokio noch erfolgreicher abschließen, als es die Benders im vergangenen Jahr taten. Doch das ist alles noch weit entfernte Zukunftsmusik, die aber zumindest gut klingende Töne erahnen lässt.

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Autor: Florian Schimak

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