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Der FC Schalke 04 agiert in dieser Spielzeit unter dem neuen Coach Domenico Tedesco sehr variabel. Dreierkette, Zwei-Mann-Sturm, Fünferkette oder drei Stürmer – Königsblau hat alles im Köcher. Nun scheint es im zentralen Mittelfeld eine ganz neue Personalie eine wichtige Rolle zu bekleiden. Max Meyer spielte zuletzt zwei Mal auf der Sechs.

Man kann nicht behaupten, dass Domenic Tedesco auf festgefahrene Strukturen steht und sich gegenüber Innovationen verschließt. Das mag an seinem jungen Alter liegen (32 Jahre), an seiner noch unverbrauchten Art (Schalke ist seine zweite Station im Profifußball) und seinem aufgeschlossenen Charakter.

Vor allem benötigt man für die Dinge, die Tedesco gerade auf Schalke in den ersten vier Monaten so veranstaltet hat, eines – nämlich Mut. Er sägte Benedikt Höwedes, Weltmeister und Identifikationsfigur als Kapitän ab, dieser verzog sich zu Juventus Turin. Er macht Ralf Fährmann zum Kapitän, den erst 22-jährigen Goretzka zu dessen Vize, aber auch nur, weil seine Vertragssituation nicht mehr zuließ. Er stellte das System auf eine variable Formation mit Dreierkette um und machte beispielsweise Benjamin Stambouli, immerhin zweifacher französischer Meister mit PSG, vom defensiven Mittelfeldspieler zum Innenverteidiger.

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Bei einem Umfeld wie Schalke, werden solche Veränderungen mit Argusaugen beobachtet. Bislang aber scheint Tedesco mit seinen Handlungen aber völlig richtig zu liegen. Sein neuster Move: Max Meyer, der in der Offensivformation der Schalke keinen Platz fand, weil Tedesco meist mit zwei klaren (Di Santo und Burgstaller) oder drei Stürmern (Konoplyanka, Burgstaller, Harit) spielen ließ, wird nun als Sechser aufgeboten.

An sich gar keine dumme Idee. Gerade gegen Teams, gegen die S04 viel Ballbesitz hat, ist Meyer mit seiner Ballsicherheit, seiner Übersicht und seiner technischen Stärke im Aufbauspiel natürlich Gold wert. So agiert der schmächtige Meyer vor der Dreierkette als eine Art Quarteback. Vor ihm dürfen sich Harit und Goretzka auf den offensiveren Halbpositionen frei bewegen und ihren Zug zum Tor einbringen.

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Die neue Position scheint Meyer zu liegen, holte er aus den letzten beiden Spielen immerhin sechs Comunio-Punkte. Natürlich ist Meyer durch seine Position nicht mehr so oft im letzten Angriffsdrittel zu finden und weniger an Abschlüssen beteiligt. Doch er übernimmt einen ganzen wichtigen Part in Schalkes Spiel.

Die Leidtragenden sind Nabil Bentaleb, der genauso wie Youngster Weston McKennie gegen Mainz 90 Minuten von der Bank aus zuschauen musste. Für beide wird es bitter, sollte Meyer die Rolle weiterhin so zufriedenstellend ausführen. Gegen Wehen Wiesbaden im Pokal agierte Meyer abermals als alleiniger Sechser, Bentaleb kam auf der Goretzka-Position zum Einsatz.

Es war wohl mehr als ein Fingerzeig, denn sowohl bei Meyer selbst, als auch bei den Teamkollegen kommt die neue Rolle an. „Die Position kommt mir entgegen, weil ich dort viele Ballkontakte habe und das Spiel schon von hinten öffnen kann“, erklärt Meyer gegenüber „Der Westen“: „Es hat Spaß gemacht in der neuen Rolle.“ Auch Stambouli gratuliert zu dieser Umstellung („eine gute Wahl vom Trainer“) und sagt: „Das kann seine Rolle sein.“

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Seit Meyer als Quarteback agiert, hat Schalke kein Gegentor bekommen. Auf die beiden 2:0 gegen Berlin und Mainz, folgte das 3:1 gegen Wiesbaden – und dort fiel der Gegentreffer erst, als Meyer schon unter der Dusche stand und McKennie dessen Part übernahm.

Für Comunio-Manager könnte die Umschulung zur Folge haben, dass diese eher die Finger von Meyer lassen, da er nicht mehr so viel punkten könnte, da er weniger Tore erzielt und Vorlagen liefert.

Man darf zudem gespannt sein, ob Meyer am Ende auch gegen stärkere Gegner, die Schalke in der Defensive mehr fordern, auf dieser Position überzeugen kann. Momentan scheint der Schachzug von Tedesco abermals voll aufzugehen – zur Freude aller Beteiligten.

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Autor: Florian Schimak

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